Monira Al Qadiri (; * 1983 in Dakar, Senegal) ist eine kuwaitische Künstlerin. Sie arbeitet in den Bereichen Skulptur, Installation, Video und Performance. Auf soziokulturellen Auswirkungen der Ölindustrie sowie deren Zukunft und Geschichte liegt ein Schwerpunkt ihrer Arbeit. Ihre Forschung befasst sich mit der Kulturgeschichte der Erdölstaaten am Persischen Golf, insbesondere mit deren städtischer und wirtschaftlicher Transformation in den letzten Jahrzehnten.
Leben und Werk mini|Skulpturale Installation des Künstlerkollektivs GCC (Nanu Al-Hamad, Abdullah Al-Mutairi, Aziz Alqatami, Barrak Alzaid, Khalid al Gharaballi, Amal Khalaf, Fatima Al Qadiri und Monira Al Qadiri) für die Whitney Biennale 2017 Al Qadiri ist eine von drei Töchtern der Künstlerin Thuraya Al-Baqsami und eines Diplomaten der kuwaitischen Regierung. Ihre Schwester Fatima Al Qadiri ist eine kuwaitische Musikerin und Konzeptkünstlerin. Ihr Großvater väterlicherseits war Sänger auf einem Perlentaucherboot und sollte die Taucher motivieren und anfeuern. Perlentauchen war einst ein Markenzeichen des Persischen Golfs.1985 zog die Familie zurück nach Kuwait, wo sie den Golfkrieg von 1991 miterlebte. Mit 16 Jahren zog Al Qadiri nach Japan, wo sie zehn Jahre lang studierte und einen Bachelor und einen Master-Abschluss erhielt. 2010 promovierte sie an der Tokyo University of the Arts im Fach Intermedia Art mit einer Dissertation zum Thema Die Ästhetik der Trauer im Nahen Osten. In dieser Arbeit untersucht sie die Konventionen von Poesie, Musik, Kunst und religiösen Praktiken im Licht der zeitgenössischen Erdölkultur.
Al Qadiri zog 2011 für eine Künstlerresidenz in Ashkal Alwan nach Beirut und erforschte sechs Jahre lang die Geschichte der Museen am Golf. 2013 gründete sie zusammen mit ihrer Schwester Fatima Al Qadiri, Nanu Al Hama, Khalid Al Gharaballi, Sophia Al Maria, Aziz Al Qatami, Barrak Alzaid und Amal Khalaf das Gulf Art Collective (GCC). GCC ist die englische Abkürzung des (Gulf Cooperation Council), eines wirtschaftlichen und politischen Zusammenschlusses arabischer Golfstaaten. 2016 begann sie eine Residency an der Rijksakademie in Amsterdam. Während ihres Stipendiums an der Rijksakademie entwickelte sie eine Serie von 3D-gedruckten Skulpturen, die an Ölbohrköpfe erinnern und mit einem irisierenden, autolackähnlichen Lack überzogen sind. Das Verfahren hierfür hatte sie gemeinsam mit einem Lacklabortechniker in mehreren Workshops entwickelt. Im Zuge ihrer Recherchen entdeckte sie, dass Perlen und Öl den entgegengesetzten Enden desselben dichroitischen Farbspektrums angehören. Für ihren Beitrag zur Biennale-Ausstellung wurde ihre Serie von Ölbohrköpfen, die ursprünglich an der Rijksakademie entstanden, auf monumentale Größe vergrößert.
Werke von Al Qadiri befinden sich in den ständigen Sammlungen des Van Abbemuseums in Eindhoven und des Jameel Arts Centre in Dubai.
Vorführungen ihrer Kurzfilme und Videos erfolgten unter anderen 2022 im Belvedere in Wien, 2020 im BOZAR Zentrum für Bildende Künste in Brüssel, 2019 in Seoul Media City, 2018 im Museum of Modern Art, 2018 im Ajyal Film Festival in Katar, auf dem Internationalen Filmfestival Rotterdam, 2017 in der Kunsthalle Schirn in Frankfurt, 2016 im Centre Pompidou in Paris, 2014 während der Berlinale – Internationale Filmfestspiele.
Auszeichnungen und Ehrungen (Auswahl) 2022: Triennale Small Sculpture Award 2022 2023: Prix Nice (He)art x Asia Now
Ausstellungen (Auswahl) Einzelausstellungen Zu den Ausstellungsorten ihrer Werke zählen das Kunsthaus Bregenz (2023), das Blaffer Art Museum (2022), das Guggenheim Museum Bilbao (2022), das Blaffer Art Museum, Houston (2022), die Berlinische Galerie, Berlin (2021), das Haus der Kunst, München (2020), der Kunstverein Göttingen (2019), der CIRCL Pavilion, Amsterdam (2018), Gasworks, London (2017), Stroom Den Haag, Den Haag (2017) und die Sultan Gallery, Kuwait (2014). Sie hatte Einzelausstellungen in internationalen Institutionen, darunter 2024 im BOZAR in Brüssel, und im SCAD Museum of Art in Savannah, 2023 im De Balie in Amsterdam, im UCCA Dune, Peking und Kunsthaus Bregenz, 2022 im Guggenheim Bilbao und 2020 im Hans der Kunst, München, gezeigt.
2023: Haunted Water, UCCA Dune, Beidaihe, China 2023: Mutant Passages, Kunsthaus Bregenz 2025: Chameleon, Arken Museum of Contemporary Art, Ishøj, Dänemark 2025: Hero, Berlinische Galerie, Berlin 2025: Deep Fate, Kiasma Finnish National Gallery, Helsinki 2025: Burning Desire, Gothenburg Museum of Art, Gothenburg 2026: Hero, Berlinische Galerie, Berlin 2026: Monira Al Qadiri. Benzene Float, Moderne Galerie des Saarlandmuseums, Saarbrücken
Gruppenausstellungen Ihre Werke wurden 2017 im Gasworks Museum in London ausgestellt. Sie nahm an zahlreichen Biennalen teil, darunter 2023 die Sharjah Biennale 15 und 2025 die Sharjah Biennale 16, 2024 die 24. Biennale von Sydney, 2022 die 59. Biennale von Venedig, die 1. Diriyah Contemporary Biennale und die 58. Carnegie International Biennale in Pittsburgh sowie 2021 die Asian Art Biennale in Taiwan.
2014: Here and Elsewhere, New Museum in New York 2016: Let's Talk about the Weather: Art & Ecology in a Time of Crisis, Sursock Museum, Beirut 2019–2020: Theater of Operations: The Gulf Wars, MoMA PS1, New York 2019: Future Generation Art Prize, Kiew 2020: Dubai Expo 2020: Our World is Burning, Palais de Tokyo, Paris 2021: Phantasmapolis, Asia Art Biennale, Taiwan 2022: The Vibration of Things, 15. Triennale für Kleinskulptur, Fellbach
Literatur Tomke Braun: Monira Al Qadiri Empire Dye. Kunstverein Göttingen, 2020, ISBN 978-3-7356-0678-5 Thomas D. Trummer: Monira Al Qadiri – Mutant Passages. Kunsthaus Bregenz, 2023.
Weblinks Persönliche Website (englisch) Youtube Video: Meet the Artist — Monira Al Qadiri (englisch)
Einzelnachweise
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