Das Döhlener Becken ist eine Steinkohlen führende Mulde südwestlich von Dresden. Die Entstehung datiert in das Unterrotliegend vor 293 bis 295 Millionen Jahren. Ausgebildet sind bis zu 7 Flöze von denen aber nur das 1. Flöz durchgehend bauwürdig war. Durch den Sicherheitspfeiler der Weißeritz ist die Lagerstätte in die Reviere links der Weißeritz und rechts der Weißeritz geteilt. Am Nordrand der Lagerstätte links der Weißeritz ist durch die Verwerfung des Roten Ochsen die Kohlsdorf-Pesterwitzer Nebenmulde von der Hauptmulde getrennt.
Die erste Urkunde über den Beginn des Bergbaus datiert vom 19. April 1542. Herzog Moritz von Sachsen erteilt dem Münzmeister Hans Bienert und seiner Gesellschaft das Privileg zwischen Plauen und Tharandt nach Kohlen zu suchen. Der Bergbau auf Kohlen am Ausgehenden der Flöze, am Nordrand der Lagerstätte, ist mit Sicherheit aber älter. Daraufhin deutet auch der Name Kohlsdorf der 1469 als Kolßdorff das erste Mal urkundlich erwähnt wird. Während im Revierteil links der Weißeritz ab 1806 der Staat mit dem Königlichen Steinkohlenwerk Zauckerode den Abbau dominiert sind es rechts der Weißeritz ab 1767 die Freiherrlich von Burgker Steinkohlenwerke. Bedeutend sind hier weiterhin mit dem Gitterseer Steinkohlenbauverein dem Hänichener Steinkohlenbauverein und dem Potschappler Aktienverein, drei weitere Werke. Rechts der Weißeritz wurde der Bergbau wegen Unrentabilität am 31. März 1930 eingestellt. Links der Weißeritz sollte der Bergbau 1933/34 auslaufen. Aufgrund der Autarkiebestrebung des Deutschen Reiches wurde der Bergbau aber weitergeführt.
Nach 1945 übernahm das Steinkohlenwerk Freital den Abbau. Links der Weißeritz wurde der Betrieb wegen Erschöpfung der Vorräte im Mai 1959 eingestellt. Rechts der Weißeritz wurde 1945 das Untere Revier auf der Suche nach Restkohlenpfeilern am 11. September 1945 in Betrieb genommen. Bei der Prospektion auf Uranerze durch sowjetische Geologen ab 1945 wurde nach der Steinkohlenlagerstätte Zwickau-Oelsnitz ab 1946 auch die Lagerstätte im Döhlener Becken in die Suche einbezogen. Während links der Weißeritz die Suche ergebnislos verlief wurde man rechts der Weißeritz fündig. Das Untere Revier wurde am 11. August 1947 durch die Wismut AG pachtweise zur Eigenversorgung mit Energiekohle übernommen. Das zum Teil unverritzte Revier Heidenschanze wurde ab 1947 zum Abbau von uranerzhaltigen Kohlen aufgefahren. Das Untere Revier wurde am 25. März 1949 dem VEB Steinkohlenwerk Freital übergeben. Aufgrund von Problemen bei der Aufbereitung der Erzkohlen wurde der Abbau im Revier Heidenschanze eingestellt und das Feld am 31. Dezember 1955 dem VEB Steinkohlenwerk Freital übergeben. Zur Gewinnung von Restpfeilern wurden in Gittersee die Schächte 1 und 2 und in Burgk der Schacht 3 geteuft. Der Marienschacht wurde aufgewältigt und am 20. Oktober 1960 in Betrieb genommen. Nach Erschöpfung der Vorräte wurde der Abbau am 31. Dezember 1967 eingestellt. Mit ausgewiesenen Restvorräten von 136.000 t Energiekohle gilt die Lagerstätte als abgebaut.
Zum 1. Januar 1968 wurden die Anlagen der SDAG Wismut übergeben. Diese förderte bis zum 1. Dezember 1989 in den Baufeldern Gittersee und Bannewitz uranerzhaltige Steinkohle. Links der Weißeritz wurde das Muldentiefste mit −332 NN (545 m Gesamtteufe) im Jahr 1943 erreicht. Rechts der Weißeritz wurde das Muldentiefste bei −354 m NN (662 m Gesamtteufe) im Jahr 1963 erreicht. Die Gesamtförderung schätzt H. Lasch auf 70 Millionen TonnenWolfgang Reichel, Manfred Schauer (Hrsg.): Das Döhlener Becken bei Dresden -Geologie und Bergbau-. Sächsisches Landesamt für Geologie, Dresden 2007, S. 216.. In den Revieren Heidenschanze und Gittersee wurden von 1948 bis 1955 und von 1963 bis 1967 641.000 t Erzkohle mit einem Inhalt von 629 t Uran gefördert. In der Zeit von 1968 bis 1989 wurden in den Revieren Gittersee und Bannewitz 3,5 Millionen Tonnen Erzkohle mit einem Inhalt von 3132 t Uran gefördert. Die Restvorräte belaufen sich auf 4,8 Millionen Tonnen Erzkohle mit einem Inhalt von 2970 t Uran. Für die Lagerstätte wurden weiterhin eine Vorratsmenge von 7000 t Vanadium, 7000 t Arsen, 10.000 t Blei, 15.000 t Zink und 200 t Molybdän berechnetWolfgang Reichel, Manfred Schauer (Hrsg.): Das Döhlener Becken bei Dresden -Geologie und Bergbau-. Sächsisches Landesamt für Geologie, Dresden 2007, S. 152..
Aufgeführt werden nur namentlich bekannte und rißlich dargestellte Schächte, Stolln und Röschen.
Schächte rechts der Weißeritz
Schacht- / GrubennameGemeindeRevier / LagerstätteGesellschaft / BesitzerBeginnAbteufung /AufwältigungBetriebseinstellungTeufein mLageBemerkungenAlter SchachtGroßburgk Unteres Revier Freiherrlich von Burgker Steinkohlen- und Eisenhüttenwerke17751839 125,00 AugustusschachtGroßburgk Unteres Revier Freiherrlich von Burgker Steinkohlen- und Eisenhüttenwerke18461893345,60 Schachtbruch 2022BachmannschachtBirkigt Unteres Revier 1800?53,00BeckerschachtHänichen Hänichener Steinkohlenbauverein18461906352,70BeharrlichkeitsschachtRippien Hänichener Steinkohlenbauverein18501906470,00BergerschachtGroßburgk Unteres Revier Freiherrlich von Burgker Steinkohlen- und Eisenhüttenwerke18101867168,80BerglustschachtHänichen Hänichener Steinkohlenbauverein18521905280,00BormannschachtGroßburgk Unteres Revier Freiherrlich von Burgker Steinkohlen- und Eisenhüttenwerke18121846102,70Bremsberg 203GroßburgkUnteres Revier VEB Steinkohlenwerk Freital1949195360,00Burgker Versuchsschacht 1Birkigt Unteres Revier Freiherrlich von Burgker Steinkohlen- und Eisenhüttenwerke ??199,00Burgker Versuchsschacht 2Birkigt Unteres Revier Freiherrlich von Burgker Steinkohlen- und Eisenhüttenwerke ?? Claus-SchachtCoschützHeidenschanzeErnst Adolf Claus18301883128,50Einstellung 1860, in Betrieb 1877–1883 und 1948–1950Coschützer TagschachtCoschütz Heidenschanze 1832186047,65in Betrieb 1948–1950Cotta SchachtQuohren Friedrich Joseph Klingsohr und Genossen 18591870264,50von der Schachtsohle Bohrloch, Gesamtteufe angegebenDamms VersuchsschachtGroßburgk Unteres Revier Freiherrlich von Burgker Steinkohlen- und Eisenhüttenwerke1824 ?26,00DippoldschachtGolberode Golberoder-Dippoldiswalder Aktienverein18571866376,101866 Hänichener SteinkohlenbauvereinEleonoraschachtPotschappel Geiersgraben EmmaschachtGittersee Gitterseer Steinkohlenbauverein18311858202,00bis 1836 Carl Christian Gottlieb Graf von BresslerErdmannschachtGroßburgk Unteres Revier Freiherrlich von Burgker Steinkohlen- und Eisenhüttenwerke18201846122,00 Hilfsschacht für die WasserhaltungErdmuthenschachtPotschappel Potschappler Aktienverein1823188679,00ab 1884 Lothar KnappeFallort 200Coschütz Heidenschanze Wismut AG1948195522,50Fallort 300Coschütz Heidenschanze Wismut AG1948195955,87von 1956 bis 1959 VEB Steinkohlenwerk FreitalFallort 350Coschütz Heidenschanze Wismut AG1949195745,00von 1956 bis 1957 VEB Steinkohlenwerk FreitalFortunaschachtKleinburgk Unteres Revier Freiherrlich von Burgker Steinkohlen- und Eisenhüttenwerke18351865258,00Friedrich-August-SchachtPotschappel Potschappler Aktienverein1795183779,00 bis 1836 Johann Gustav KletteGlückauf-SchachtBannewitz Oberes Revier Freiherrlich von Burgker Steinkohlen- und Eisenhüttenwerke18671930408,00 1960–1965 Abbau des SchachtsicherheitspfeilersGottes-Segen-SchachtWilmsdorf Georg Ed. Schmidt, Wilhelm August Schmidt, Wilhelm Friedrich Freudenberg18541856168,00 stand im FlözleerenGrenzschachtGroßburgk Königliches Steinkohlenwerk Zauckerode1810181255,50GustavschachtBirkigt Potschappler Aktienverein18271848173,00 bis 1836 Johann Gustav KletteHeinrichschachtPotschappel Geiersgraben HermannschachtPossendorf Dresden-Possendorfer Aktienverein18581869 326,00 KunstschachtGroßburgk Unteres Revier Freiherrlich von Burgker Steinkohlen- und Eisenhüttenwerke17751849 102,30 LohrmannschachtCoschütz Daniel Lohrmann1790?40,00 MarienschachtBoderitz Oberes Revier Freiherrlich von Burgker Steinkohlen- und Eisenhüttenwerke18861930555,50in Betrieb von 1957bis–1994 Bergbaubetrieb „Willi Agatz“MeiselschachtGittersee Gitterseer Steinkohlenbauverein 18281868 474,00 von 1959 bis 1964 als Blindschacht in BetriebMittelschachtPotschappel Geiersgraben 1800 46,00MoritzschachtGittersee Gitterseer Steinkohlenbauverein 18361860 268,30 NeuhoffnungsschachtNiederhäslich Oberes Revier Freiherrlich von Burgker Steinkohlen- und Eisenhüttenwerke18371887392,80bis 1901 Abwetterschacht NiederschachtPotschappel Geiersgraben 1800 34,50Oberer SchachtBirkigt Geiersgraben Pietzschschacht 1Coschütz Heidenschanze Gutsbesitzer Pietzsch 181618205,40nur KohleschmitzenPietzschschacht 2Coschütz Heidenschanze Gutsbesitzer Pietzsch 1816182036,00nur KohleschmitzenPietzschschacht 3Coschütz Heidenschanze Gutsbesitzer Pietzsch 1816182060,00nur KohleschmitzenPreußer Schacht Burgstädtel Gutsbesitzer Ferdinand Ludwig Preusser 113,70Grundgebirge (Monzonit) erreicht, kein Flöz, wahrscheinlich zwischen 1837 und 1840 für seine ZuckersiedereiReiboldschachtKleinnaundorf Potschappler Aktienverein18371871294,00 RobertschachtPotschappel 30,00RosinaschachtPotschappel Potschappler Schönberg'sches Steinkohlenwerk1884188685,50 Rösche als Arthurquelle bekanntSchacht 1Gittersee Gittersee VEB Steinkohlenwerk Freital19501995545,90ab 1968 Bergbaubetrieb „Willi Agatz“Schacht 1Großburgk Unteres Revier VEB Steinkohlenwerk Freital1945195026,00von 1947 bis 1949 Wismut AGSchacht 2Gittersee Gittersee VEB Steinkohlenwerk Freital19511994231,60ab 1968 Bergbaubetrieb „Willi Agatz“Schacht 2Großburgk Unteres Revier VEB Steinkohlenwerk Freital1947195390,80von 1947 bis 1949 Wismut AGSchacht 3Großburgk Gittersee VEB Steinkohlenwerk Freital19531992176,90ab 1968 Bergbaubetrieb „Willi Agatz“Schacht 3Großburgk Unteres Revier VEB Steinkohlenwerk Freital1949195518,40Schacht 4Birkigt Heidenschanze Wismut AG19531963192,30von 1956 bis 1963 VEB Steinkohlenwerk FreitalSchacht 4Großburgk Unteres Revier VEB Steinkohlenwerk Freital195219536,89Schacht 5Potschappel Unteres Revier Wismut AG/SDAG1952196154,60 ab 1956 VEB Steinkohlenwerk FreitalSchacht 8Coschütz Heidenschanze Wismut AG19491959269,34von 1956 bis 1959 VEB Steinkohlenwerk FreitalSchacht 402Boderitz Bannewitz Bergbaubetrieb „Willi Agatz“19701995433,80Schurf 40Coschütz Heidenschanze Wismut AG1949195524,50Schurf 50Coschütz Heidenschanze Wismut AG1949195333,42Schurf 60Coschütz Heidenschanze Wismut AG1949195943,30von 1956 bis 1959 VEB Steinkohlenwerk FreitalSchurf 84Coschütz Heidenschanze Wismut AG1948195525,48Schurf 85Coschütz Heidenschanze Wismut AG1948195515,54Segen-Gottes-SchachtKleinnaundorf Oberes Revier Freiherrlich von Burgker Steinkohlen- und Eisenhüttenwerke18561916489,94Tagesstrecke 211Großburgk Unteres Revier VEB Steinkohlenwerk Freital194919532,90Tagesstrecke Friedrich August SchachtBirkigt Geiersgraben Graf von Hagen 38,50 Tagesstrecke Oberes RevierGroßburgk Unteres Revier Freiherrlich von Burgker Steinkohlen- und Eisenhüttenwerke18281872 Tagesstrecke Unteres RevierGroßburgk Unteres Revier Freiherrlich von Burgker Steinkohlen- und Eisenhüttenwerke18491953 WetterschachtCoschütz Heidenschanze Wismut AG1949195312,34WetterschurfCoschütz Heidenschanze Wismut AG1952195745,47von 1956 bis 1957 VEB Steinkohlenwerk FreitalWilhelminenschachtGroßburgk Unteres Revier Freiherrlich von Burgker Steinkohlen- und Eisenhüttenwerke18151918207,00 nach 1870–1918 zur Wasserhaltung genutztWindbergschachtKleinburgk Potschappler Aktienverein18451881452,00
Schächte links der Weißeritz