Der Sagibach ist ein gut 10 Kilometer langer Bach und Entwässerungsgraben mit einem sehr geringen Sohlgefälle in der Berner Region Seeland in der Schweiz. Er ist ein rechter Zufluss des Nidau-Büren-Kanals und somit der Aare. Er geht auf ältere, natürliche Gewässer zurück, hat aber ein im Zusammenhang mit der ersten Juragewässerkorrektion fast auf der ganzen Länge künstlich geschaffenes Gerinne.

Geschichte Der Ursprung des Gewässers liegt heute bei Bühl bei Aarberg neben der Hauptstrasse 235 und erscheint in der topfebenen Landschaft als gestreckter Kanal, der in nordöstlicher Richtung verläuft. Mit diesem und anderen Entwässerungsgräben wurde seit dem 19. Jahrhundert als Teil des Programms der Juragewässerkorrektion die Ebene entwässert. Der künstliche Graben hat auf der ungefähr 8 Kilometer langen Strecke bis nach Studen den offiziellen Namen «Binnenkanal»; er findet im Unterlauf von Studen bis Schwadernau im «Sagibach» seine Fortsetzung.

Der Binnenkanal entstand erst um 1900 und überlagerte in der Ebene von Bühl bis Studen das ältere Gewässersystem mit dem Werdbach, dem Gummengraben, dem Jensbach (mundartlich Jäissbach) und kleineren Drainagegräben. Der Jensbach sammelte früher die kleineren Gewässer aus der Schwemmebene nördlich von Aarberg und mündete ursprünglich in den Worbenbach, der frei mäandrierend gegen Nordosten durch die natürliche Auenlandschaft an der Aare verlief und bei Dotzigen auch nach der ersten Juragewässerkorrektion noch in die Alte Aare mündete. Der Bach floss also nicht in nördlicher Richtung nach Schwadernau. Bei diesem Dorf mündete damals der kleinere Studengraben im Flussbett der ehemaligen Zihl in den Nidau-Büren-Kanal.

Beim Bau des Binnenkanals um 1900, der im unteren Teil dem alten Lauf des Jensbachs folgt, wurde für den besseren Abfluss des Drainagewassers von Studen nach Schwadernau ein neuer Kanalabschnitt geschaffen und damit der unterste Teil des alten Worbenbachs abgeschnitten. Der Oberlauf des Worbenbachs wurde später auf weite Strecken eingedolt; seine offene untere Fliessstrecke wird heute Mülibach genannt und ist ein Seitengewässer des Binnenkanals. Der ehemalige Worbenbach ist somit von der Landkarte verschwunden.

Für den letzten Abschnitt des Kanals war die Unterhaltspflicht gemäss dem kantonalen Schwellenfondsreglement von 1927 und der Wasserbauverordnung vom 15. November 1989 Sache der Gemeinde Schwadernau. Auf Antrag der Gemeinde ordnete der Regierungsrat des Kantons Bern im Jahr 2004 auch diese Flussstrecke neu den Gewässern der Juragewässerkorrektion zu.

Im letzten Teil des Gerinnes ist die private Firma Säge- und Hobelwerk Jordi in Schwadernau für den Unterhalt zuständig.

Weblinks

[ Verlauf des Sagibachs (Binnenkanal)] auf dem Geoportal des Kantons Bern Sägibach (Schwadernau) auf schweizerfluss.ch