Komura Settai (; * 1887 in Kawagoe; † 1940) war ein japanischer Maler, Grafiker, Illustrator und Buchbinder aus der Taishō- und frühen Shōwa-Zeit. Sein Werk umfasst Illustration, Buchgestaltung, Bühnenbilder für Theater und Film sowie kommerzielles Design.

Leben und Werk Komura Settai wurde 1887 in der Stadt Kawagoe, Präfektur Saitama, geboren. Er absolvierte die Klasse in japanischer Malerei (jap. Nihonga) an der Hochschule der Künste Tokio (heute: Universität der Künste Tokio).

Er studierte bei Shimomura Kanzan, zeigte aber früh Fertigkeiten, die über die klassische Malerei im japanischen Stil hinausgingen. So arbeitete er an literarischen Illustrationen, der Gestaltung von Büchern und auch im Bereich Bühnenbild und Kostüm. Einer seiner Mentoren als Student war der Autor Izumi Kyoka. Für dessen Roman Nihombashi gestaltete er 1914 das Buchcover. Viele weitere gemeinsame Projekte folgten.

Nach seinem Abschluss arbeitete Sattai zunächst in einem Studio, das das Kunstjournal Kokka herausgab. Hier kopierte er vor allem ältere Bilder.

Von 1918 bis 1923 war Komura in der Design-Abteilung des japanischen Kosmetik-Unternehmens Shiseido als Werbedesigner tätig. Dort entwickelte er zahlreiche Entwürfe im japanischen Stil und arbeitete an Typografien. alternativtext=Eine Frau in traditioneller japanischer Kleidung ist von hinten zu sehen. Sie schaut durch ein großes Fenster in die Nacht. Das Schwarz des Himmels verschmilzt mit ihrem Haar.|mini|Starry Moonlight Night von Komura Settai Ab 1922 schuf Settai Illustrationen für mehr als 200 Bücher und Magazine und wurde zu einem der populärsten Zeichner des Landes.

Eine besondere Rolle nahm Settai in der Bewegung Shin-hanga („neue Drucke“) ein. Diese Kunstrichtung entdeckte ab 1915 die traditionellen Farbholzschnitte wieder, die seit dem 17. Jahrhundert in Japan angefertigt wurden, verwendete aber eine neue Formensprache. Zum Einsatz kamen hochwertige Materialien, Texturen und Farbnuancen.

Bekannt wurde Settai auch als Illustrator von Romanen des Schriftstellers Kunieda Kanji. Ihr gemeinsames Werk Osen begründete den sogenannten Settai-Stil, der sich durch klare Linien, starke Schwarz-Weiß-Kontraste und Vogelperspektiven.

Settai entwickelte einen modernen Grafikdesign-Stil, indem er die Linienführung, Raumstrukturen und Perspektiven der traditionellen Kunst der Edo-Zeit (1603–1868) für die Gestaltung moderner Bücher und anderer kommerzieller Produkte im modernen Japan adaptierte. So wurde Settai zu einem der produktivsten und erfolgreichsten Gebrauchsgrafiker und Grafikdesigner Japans.

Rezeption In einer Zeit zunehmender Modernisierung und des Experimentierens japanischer Künstler mit europäischen Stilen entwickelte Settai einen eigenen Gestaltungsansatz, der sich vor allem an der traditionellen japanischen Kunst orientierte. Dazu gehörten neben Holzschnittdrucken von Suzuki Harunobu (1725–1770), perspektivische Drucke, buddhistische Malerei sowie Bildrollen. In der Verbindung dieser Traditionen mit globalen Einflüssen des Jugendstils und den Arbeiten von Aubrey Beardsley (1872–1898) schuf Settai moderne Entwürfe, die von Nostalgie und romantischer Stimmung geprägt sind.

Ausstellungen (Auswahl)

2009: Komura Settai Exhibition. Faces of Old Edo, Shiseido Art House, Tokio 2014: Komura Settai. Illustrations, Book Designs & Prints, Shiseido Art House, Tokio 2014: Collections Found by the Shiseido Art House. From Komura Settai to Aoki Noe, Shiseido Art House, Tokio 2022: Shin hanga. Die neuen Drucke Japans, Japanmuseum SieboldHuis, Leiden, Museum für Ostasiatische Kunst, Köln, Königliche Museen für Kunst und Geschichte (KMKG), Brüssel

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Einzelnachweise

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