mini|Verbreitungsgebiet des Dickschnabelvireos

Der Dickschnabelvireo (Vireo crassirostris), Syn. Lanivireo crassirostris, ist eine Vogelart aus der Familie der Vireos (Vireonidae).Dickschnabelvireo, in Avibase – Die Weltvogel-Datenbank. Abgerufen am 25. Januar 2026.P. H. Barthel, C. Barthel, E. Bezzel, P. Eckhoff, R. van den Elzen, Ch. Hinkelmann & F. D. Steinheimer: Die Vögel der Erde - Arten, Unterarten, Verbreitung und deutsche Namen, 3. ergänzte Auflage, 2022 (pure.mpg.de PDF).

Der Vogel kommt auf zahlreichen der Westindischen Inseln vor sowie als gelegentlicher Irrgast im Süden Floridas.

Der bevorzugte Lebensraum umfasst Waldränder, baumbestandene und mit dichtem Gebüsch bewachsene Flächen.Allan Keith, Janis I.VE Raffaele, James W. Wiley, Orlando H. Garrido: Birds of the West Indies, Tafel 76. VIREOS (WITH WING BARS). In: Princeton University Press eBooks., 2. Auflage, 2020, S. 170–205 doi:10.1515/9780691199931-011.K. S. Peiman: Thick-billed Vireo (Vireo crassirostris), Version 1.0. In: T. S. Schulenberg (Hrsg.): Birds of the World. 2020, Cornell Lab of Ornithology, Ithaca, NY, USA. doi:10.2173/bow.thbvir.01.

Der Artzusatz kommt von und .J. A. Jobling: A Dictionary of Scientific Bird Names. Oxford University Press. 1991. ISBN 0-19-854634-3.

Merkmale Die Art ist 11–14 cm groß und wiegt 11–16 g. Schwärzliche Zügel, dunkle Iris mit hellgelbem, mitunter unterbrochenem Augenring und „Brille“ zusammen mit zwei weißen Flügelbinden sind wesentliche Merkmale. Kopf, Gesicht und Nacken sind gräulich bis bräunlich olivfarben, über den Zügeln findet sich ein blassgelber Streif. Die Oberseite ist gelblich olivfarben grau bis bräunlich, Flügel und Schwanz sind braun mit grünlichen Federrändern, der Bürzel ist olivgrün. Die Flügeldecken sind graubraun mit breiten weißen Spitzen. Die Unterseite ist grau gelblich bis gelb. Bei Jungvögeln fehlen die dunklen Zügel. Der Oberschnabel ist grau hornfarben, am Schneidrand blasser, der Unterschnabel blass hornfarben. Die Beine und Füße sind bläulich grau bis bleifarben. Die Geschlechter unterscheiden sich nicht.

Im gleichen Lebensraum kommt während der Brutzeit der Bartvireo (Vireo altiloquus) auf einzelnen Inseln vor, auch der Yucatánvireo (Vireo magister) auf Grand Cayman. Beide sind wohl höher in den Bäumen zu finden. Außerhalb der Brutzeit überwintert der vom Aussehen und Gesang her ähnliche Weißaugenvireo (Vireo griseus) gleichfalls höher im Bewuchs, hat aber grauweiße Kehle und Brust, gelbe Flanken und eine weiße Unterseite, auch ist er grüner am Rücken und grauer am Nacken. Der Schnabel ist schwarz, während der des Dickschnabelvireos grau bis hornfarben ist, außerdem ist er etwas größer und an der Unterseite überwiegend gleichförmig blassgelb.C. B. Cory: The Birds of the West Indies, including the Bahama Islands, the Greater and the Lesser Antilles, excepting the Islands of Tobago and Trinidad. In: The Auk. Band 3, Nummer 2, S. 188, 1886 . Der etwas größere Gelbkehlvireo (Vireo flavifrons) ist vom Kinn zur Brust gelb, ansonsten bis zu den Unterschwanzdecken weiß.

Geografische Variation Es werden folgende Unterarten anerkannt:IOC World Bird List Shrikes, vireos, shrike-babblersAviList Core Team. 2025. AviList: The Global Avian Checklist, v2025. AviList.v2025 V. c. crassirostris (, 1859), Nominatform – Bahamas. Die Abgrenzung der Vögel auf den östlichen Bahamas als Unterart V. c. flavescens , 1904R. Ridgway: The Birds of North and Middle America. Part III. In: Bulletin of the United States National Museum, Band 50, S. 191, 1904, Biodiversity Library wird nicht mehr anerkannt. V. c. stalagmium , 1985D. W. Buden: Vireo crassirostris stalagmium. In: Proceedings of the Biological Society of Washington. Band 98, Nr. 3, S. 595, 1985, Biodiversity Library – Turks- und Caicosinseln, kürzere Flügel, kürzerer Schwanz und Schnabel, besonders beim Männchen V. c. tortugae , 1917C. W. Richmond: Vireo crassirostris tortugae. In: Smithsonian Miscellaneous Collections, Band 68, Nummer 7, S. 2, 1917, Biodiversity Library – Île de la Tortue, dunkler am Steiß V. c. cubensis & , 2000A. Kirkconnell und O. H. Garrido: Vireo crassirostris cubensis. In: Cotinga Band 14, S. 80, 2000, Neotropical Bird Club – Cayo Paredón Grande V. c. alleni , 1886C. B. Cory: Vireo alleni. In: The Auk Band 3, Nummer 4, S. 500, 1886, Digitalcommons – Cayman Islands, Unterseite maisgelb überhaucht, strohgelb zur Brust und den Flanken hin, Ohrdecken und Nackenseiten blass isabellfarben, Flügelunterdecken weißlich

Der kleinere Vireo ochraceus , 1863O. Salvin: Vireo ochraceus. In: Proceedings of the Zoological Society of London, Band 2, S. 188, 1863, Biodiversity Library wurde als konspezifisch mit dem Dickschnabelvireo angesehenF. M. Chapman: The origin of the avifauna of the Bahamas. In: The American Naturalist, Band 25, S. 528–539, 1891 und wird seit 2012 als Unterart V. pallens ochraceus des Mangrovevireos (Vireo pallens) angesehen.

Auch der Vireo approximans , 1884R. Ridgway: Vireo approximans. In: On a collection of birds made by Messrs. J. E. Benedict and W. Nye, of the United States Fish Commission steamer "Albatross". In: Proceedings of the United States National Museum, Band 7, Nummer 420, S. 179, 1884, Biodiversity Library wurde eine Zeitlang als Unterart V. crassirostris approximans des Dickschnabelvireos geführt, jetzt aber als Unterart V. pallens approximans des Mangrovevireos angesehen.Worldbirdnames UpdatesAOS Classification Committee: Proposal: Transfer subspecies approximans from Thick-billed Vireo Vireo crassirostris to Mangrove Vireo V. pallens, 2019, Proposal Set 2019-C

Stimme Die Lautäußerungen des Männchens werden als unmusikalischer, summender, dumpfer Laut beschrieben wie „chik-didle-wer-chip“ ähnlich denen des Weißaugenvireos (Vireo griseus), aber langsamer und weniger nachdrücklich.

Lebensweise Die Art ist ein Standvogel, gelegentlich als Irrgast nach Florida. Die Art lebt wohl monogam, ist nicht in Gemischen Jagdgemeinschaften zu finden. Männchen der gleichen Art, aber auch Eindringlinge des Weißaugenvireos werden sehr aggressiv angegangen. Dabei stellt das Männchen die Brustfedern auf, nimmt eine extreme aufrechte Haltung ein und spreizt die Schwanzfedern, mitunter schlägt es auch die Flügel.

Die Nahrung besteht hauptsächlich aus Insekten, die meist auf Blättern und Ästen gesucht werden auf allen Vegetationsebenen, aber auch aus Früchten. Die Brutzeit dürfte im Mai und Juni liegen. Das Nest ist eine mit Gras ausgelegte Schale, die an einen Ast oder eine Astgabel gehängt wird. Das Gelege besteht aus 2–3 weißen Eier mit dunklen Flecken, die von beiden Elternvögeln bebrütet werden.

Gefährdungssituation Der Bestand gilt als nicht gefährdet (Least Concern).

Literatur H. Bryant: Lanivireo crassirostris. In: Proceedings of the Boston Society of Natural History, Band 7, S. 112,1859, Biodiversity Library H. Raffaele, J. Wiley, O. Garrido, A. Keith, J. Rafaele: Birds of the West Indies, Abbildung 65, 2003, Princeton Field Guides. ISBN 0-691-11319-X.

Weblinks

Macaulay Library

Dickschnabelvireo auf Briefmarken

Einzelnachweise

Kategorie:Vireos