mini|Rainer-Maria-Rilke-Straße 29 Das Haus Rainer-Maria-Rilke-Straße 29 ist eine Villa in der Südstadt von Weimar.
Geschichte Die Villa wurde 1935/36 für den Bauunternehmer- und -ingenieur Hermann Kirchner (1899–1994) nach dem Entwurf von Paul Bräunlich errichtet. Kirchner war im Bereich Tief- und Straßenbau tätig.Art. Baugewerbe, in: Gitta Günther, Wolfram Huschke, Walter Steiner (Hrsg.): Weimar. Lexikon zur Stadtgeschichte. Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1998, S. 28 f. Hier S. 29. Der zweigeschossige Bau ist vollständig unterkellert. Er steht über 30 m von der Straßenflucht zurückgesetzt frei in der Mitte des verhältnismäßig großen Grundstückes. In der Hauptansicht auf seiner Westseite zeigt der Bau eine symmetrische Komposition aus gestaffelten Kuben. Die Mitte wird durch einen die Traufe geringfügig überragenden Risalit akzentuiert, worin sich der Hauseingang befindet. Auffällig ist das darüber befindliche spornartig hervortretende Treppenhausfenster. Eine flache, kräftig auskragende Betonplatte schützt den Hauseingang und verbindet die verschiedenen Bauteile. Dieses sind die den Hauseingang flankierenden Veranden, über denen Austritte aus dem Obergeschoss angeordnet sind. Eine weitere Veranda ergänzt den rechteckigen Kernbau an dessen Ostseite. Der Kunsthistoriker Rainer Müller hat zu diesem Bau Bräunlichs folgende Ansicht: „Obgleich Paul Bräunlich sich formal am zeitgenössischen Heimatstil orientierte, sind bei den Detail, so bei der scharfkantigen Linienführung der Gesimse und Treppenhausfenster, Anklänge an den Art déco zu erkennen.“ Die Raumstruktur und die Ausstattung der Erbauungszeit blieben weitgehend erhalten, wozu u. a. die Glattfurniertüren, Parkettfußböden, Hub- und Drehflügelfenster gehören. Bemerkenswert ist auch die holzvertäfelte Diele mit Kamin, bleiverglasten Fenstern und dreiläufiger TreppeRainer Müller: Kulturdenkmale in Thüringen: Stadt Weimar, Bd. 4.2.: Stadterweiterung und Ortsteile. E. Reinhold Verlag, Erfurt 2009, S. 792. Müller erwähnt aber nicht, obwohl er eine Ansicht der Diele bringt, den Fries, wo Motive des Baugewerbes dargestellt sind. Auch die kassettierte Holzdecke der Diele nennt er nicht wie auch die an zwei Balken befindlichen Leuchtkörper, die im damalig modernen zeitgenössischen Design sich präsentieren. Auch dieses verdient Erwähnung.
Einzelnachweise
Kategorie:Villa in Weimar Kategorie:Kulturdenkmal in Weimar