mini|hochkant|Robert B. Baldwin Robert Bemus Baldwin (* 24. April 1923 in Minneapolis, Minnesota; † 7. April 2017 in Gig Harbor, Washington) war ein Vizeadmiral der United States Navy. Er war unter anderem Kommandeur der Siebten Flotte (United States Seventh Fleet).

Leben Robert Baldwin war ein Sohn von William P. Baldwin und dessen Frau Nell P. Baldwin. Nach dem frühen Tod seiner Eltern wuchs er bei Freunden seiner Eltern in Fargo in North Dakota auf, wo er die öffentlichen Schulen besuchte. Im Jahr 1944 absolvierte er die United States Naval Academy in Annapolis in Maryland. In der Kriegsmarine der Vereinigten Staaten durchlief er anschließend alle Offiziersränge bis zum Vizeadmiral. Sein Abschluss an der Marineakademie wurde wegen des damals laufenden Zweiten Weltkriegs um ein Jahr vorverlegt. Eigentlich hätte er erst im Jahr 1945 graduieren sollen.

Im Lauf seiner militärischen Karriere absolvierte er verschiedene Kurse und Schulungen. Dazu gehörten unter anderem eine Ausbildung zum Marineflieger und die Test Pilot School. Er absolvierte sowohl Aufgaben als Seeoffizier an Bord verschiedener Kriegsschiffe als auch Tätigkeiten als Stabsoffizier auf dem Festland. Noch im Jahr 1944 wurde er auf den Leichten Kreuzer USS Birmingham versetzt, der im Pazifik eingesetzt war. Dabei war er in mehrere Gefechte mit den Japanern verwickelt. Die USS Birmingham wurde mehrfach von feindlichen Bomben und Kamikazefliegern getroffen, wobei viele Besatzungsmitglieder starben oder verletzt wurden. Baldwin wurde bei einem solchen Angriff im Mai 1945 ebenfalls verwundet.

Nach dem Krieg erhielt er eine Flugausbildung zum Marineflieger. Zwischen September 1947 und Mai 1949 gehörte er der 44. Marineflugstaffel (Attack Squadron FORTY-FOUR) an, die auf dem Flugzeugträger USS Franklin D. Roosevelt stationiert war. In den folgenden Jahren folgte Baldwin dem üblichen Werdegang eines amerikanischen Marinefliegers jener Zeit. Er gehörte verschiedenen Flugeinheiten an und diente auf verschiedenen Schiffen. Zwischenzeitlich war er als Testpilot und als Ausbilder an der Test Pilot School tätig. Auf hoher See war er meistens im Pazifik eingesetzt, wo er im Lauf der Zeit immer höhere Dienstgrade erreichte und entsprechende Kommandos erhielt. Bis Dezember 1958 kommandierte er die 154. Kampfstaffel (Fighter Squadron ONE HUNDRED FIFTY-FOUR). Diese war in den damaligen Konflikt in der Taiwanstraße verwickelt.

Ende 1958 wurde er zum Bureau of Naval Personnel im Marineamt versetzt. Dort gehörte er zur Abteilung, die sich mit Beförderungen von Marineoffizieren befasste. Im Jahr 1961 erhielt er das Kommando über die 51. Kampfschwadron (Fighter Squadron FIFTY-ONE), die auf dem Flugzeugträger USS Ticonderoga stationiert war. Anfang 1963 wurde Robert Baldwin mit dem Kommando über die 16. Träger-Luftgruppe (Carrier Air Group SIXTEEN) betraut. Diese Einheit befand sich an Bord des Flugzeugträgers USS Oriskany und war aktiv am Vietnamkrieg beteiligt. Er behielt dieses Kommando bis zum Februar 1964, als er ein weiteres Mal zum Bureau of Personnel zurückkehrte. Im Mai 1966 erhielt er das Kommando über das Trossschiff USS Chipola, das ebenfalls im Vietnamkrieg eingesetzt war. Zwischen September 1967 und Februar 1969 kommandierte er den Flugzeugträger USS Forrestal. Dieser wurde nach einem schweren Brand wieder in Betrieb genommen und war im Mittelmeer eingesetzt.

Im Februar 1969 erfolgte eine Versetzung zum Stab des Chief of Naval Operations, wo er bis zum Januar 1971 eine Unterabteilung im Bereich der Marinefliegerei leitete (Director of the Aviation Programs Division). Zwischen Januar 1971 und Juli 1972 kommandierte Baldwin die 6. Trägerdivision (Carrier Division SIX), die im Atlantik operierte. Danach leitete er bis zum Mai 1973 die Stabsabteilung für Personal im Marineamt (Deputy Chief of Naval Personnel, Navy Department). Anschließend übernahm er das Kommando über die Luftstreitkräfte der Pazifikflotte.

Am 24. Juli 1976 übernahm Robert Baldwin als Nachfolger von Thomas B. Hayward das Kommando über die im Fernen Osten operierende Siebte amerikanische Flotte. Dieses Amt bekleidete er bis zum 31. Mai 1978, als er von Sylvester R. Foley abgelöst wurde. Danach war er zwischen dem 21. Juli 1978 und dem 1. August 1980 als Chief of Naval Personnel Leiter des Marinepersonals. Dieser ist unter anderem für die Einsatzfähigkeit und Kampfbereitschaft dieser amerikanischen Teilstreitkraft zuständig. Anschließend schied er aus dem aktiven Militärdienst aus.

Nach seiner Pensionierung zog Baldwin nach Rancho Santa Fe und später nach Carlsbad, beide im San Diego County in Kalifornien. Dort war er in der Immobilienbranche und als Firmenberater tätig. Er war Mitglied der Naval Academy Alumni Association und zwischen 1989 und 1992 deren Präsident. Er starb am 7. April 2017 und wurde auf dem Friedhof der Marineakademie in Annapolis beigesetzt.

In seiner aktiven Zeit als Marineflieger brachte er es auf etwa 4500 Flugstunden.

Orden und Auszeichnungen Robert Baldwin erhielt im Lauf seiner militärischen Laufbahn unter anderem folgende Auszeichnungen:

Navy Distinguished Service Medal Legion of Merit Bronze Star Medal American Defense Service Medal American Campaign Medal Asiatic-Pacific Campaign Medal World War II Victory Medal National Defense Service Medal Armed Forces Expeditionary Medal Vietnam Service Medal Meritorious Unit Commendation Medal Purple Heart

Weblinks

Nachruf in der News Tribune (Tacoma) vom 21. April 2017 (zuletzt abgerufen am 28. Januar 2026) Biografie mit chronologischer Auflistung seiner militärischen Aktivitäten (zuletzt abgerufen am 28. Januar 2026) Baldwin beim Naval History and Heritage Command (zuletzt abgerufen am 28. Januar 2026) Baldwin in der Hall of Valor (zuletzt abgerufen am 28. Januar 2026)

Kategorie:Vizeadmiral (United States Navy) Kategorie:Befehlshaber (United States Navy) Kategorie:Person im Zweiten Weltkrieg (Vereinigte Staaten) Kategorie:Person im Vietnamkrieg (Vereinigte Staaten) Kategorie:Absolvent der United States Naval Academy Kategorie:Träger der Navy Distinguished Service Medal Kategorie:Träger des Ordens Legion of Merit Kategorie:Träger der Bronze Star Medal Kategorie:US-Amerikaner Kategorie:Geboren 1923 Kategorie:Gestorben 2017 Kategorie:Mann