mini|Gregory Bovino, Januar 2026 Gregory Kent Bovino (* 27. März 1970Gregory K Bovino im California Birth Index, 1905–1995. in San Bernardino County) ist ein US-amerikanischer Offizier der United States Border Patrol. Bekannt wurde er als deren ehemaliger informeller Oberbefehlshaber (commander-at-large) im Zusammenhang mit deren aggressivem Auftreten in Minneapolis und den tödlichen Schüssen auf Renée Good und Alex Pretti durch Mitglieder dieser Truppe.
Leben
Jugend und Ausbildung (1970–1996) Bovino ist in dritter Generation Nachkomme einer italienischen Einwandererfamilie. Seine Urgroßeltern waren 1909 von Kalabrien nach Pennsylvania emigriert und erhielten 1927 die US-Staatsbürgerschaft. Sein Vater war Besitzer einer Bar. 1981 verursachte dieser unter Alkoholeinfluss einen tödlichen Verkehrsunfall, verbüßte dafür eine Haftstrafe von 4 Monaten und musste die Bar aufgeben. Die Familie geriet danach in finanzielle Bedrängnis, und die Ehe von Gregory Bovinos Eltern wurde drei Jahre später geschieden.
1988 schloss Gregory Bovino die High School ab und begann anschließend ein Studium an der Western Carolina University. 1991 belegte er einen Kurs zur Entwicklung und Beurteilung von Führungskräften in Fort Lewis. 1993 schloss er sein Studium an der Western Carolina University ab und schrieb sich anschließend an der Appalachian State University ein. Nach erfolgreichem Studienabschluss 1996 fand er seine erste Berufsanstellung am Boone Police Department.
Arbeit und Führungspositionen bei der Einwanderungskontrolle (1996–2025) 1996 schloss sich Gregory Bovino der United States Border Patrol an, beeindruckt von den Autobiografien ehemaliger Agenten dieser Organisation. Er wurde dem Sektor in El Paso, Texas zugeteilt und arbeitete in der taktischen Abteilung, die für die Stadt zuständig war. 2004 wechselte er zu dem Sektor in Yuma, Arizona. 2008 hatte er die Position eines stellvertretenden Leiters in diesem Sektor erreicht. Im Dezember dieses Jahres wurde er zum Leiter der Station in Blythe, Kalifornien befördert. 2010 leitete er eine Razzia am Flughafen und an Bushaltestellen in Las Vegas. Sie wurde nach wenigen Stunden abgebrochen aufgrund von Kritik des Senators von Nevada, Harry M. Reid.
Bis August 2019 war Bovino zum Leiter des Sektors New Orleans aufgestiegen und im März 2021 war er zum Leiter des Sektors El Centro, Kalifornien ernannt worden. Gegen Ende der Präsidentschaft von Joe Biden leitete Bovino Einsätze mit Dutzenden von Verhaftungen im kalifornischen Central Valley. Die Methoden, die er im Kern County bei der Operation Return to Sender anwendete, wurden später von einem Bundesrichter als gesetzwidrig beurteilt.
Unter der Trump-Administration (ab 2025) mini|Bovino vor der Broadview ICE Facility im September 2025 Unter der zweiten Präsidentschaft von Donald Trump leitete Bovino in Kalifornien die Umsetzung der Einwanderungspolitik der neuen Regierung. Im Juni dieses Jahres war er der taktische Einsatzleiter einer Massen-Razzia in Los Angeles mit Tausenden Verhaftungen, die zu Protesten in der ganzen Stadt führte. Mitglieder seiner Truppe zerschlugen Autoscheiben, brachen Haustüren auf und verbreiteten mit Patrouillen zu Pferd Angst und Schrecken. Im Juli ordnete die US-Staatsanwältin Michele Beckwith an, Bovino müsse einer gerichtlichen Anordnung Folge leisten. Sie wurde entlassen.
Im September wurde Bovino zum Kommandeur der Operation Midway Blitz der ICE in Chicago ernannt. Die dortigen Aktionen führten ebenfalls zu heftigen öffentlichen Protesten. Er rechtfertigte die Kampagnen in Los Angeles und Chicago in den sozialen Medien, was angeblich dazu führte, dass ein Mann einen Mordauftrag an Bovino auslobte. In einem Interview mit dem Wall Street Journal verglich Bovino einen Grenzschutzbeamten mit einem Polizisten und erklärte, dass Letzterer „durch seine Anwesenheit Verbrechen verhindert“. Im folgenden Monat eskalierte eine Auseinandersetzung mit Demonstranten in Chicago. Bovino wurde dabei gefilmt, wie er eine Tränengasgranate auf eine Gruppe von Demonstranten warf. Kläger vor Gericht sagten aus, Bovino habe gegen eine gerichtliche Anordnung verstoßen, die es Bundesbeamten der Einwanderungsbehörde untersage, Tränengas einzusetzen. Die Richterin Sara L. Ellis, die diese Anordnung erlassen hatte, wies Bovino an, täglich über die Anwendung von Gewalt durch die Grenzschutzbeamten Bericht zu erstatten. Diese Anordnung wurde von einem Berufungsgericht ausgesetzt.
Oberbefehlshaber der United States Border Patrol Im Oktober ernannte die Ministerin für Heimatschutz Kristi Noem ihn zum Commander at Large der United States Border Patrol; ein Rang ohne gesetzliche Grundlage. Er agierte außerhalb der Befehlsstruktur der Grenzpolizei und unterstand direkt Noem. Zusammen mit Corey Lewandowski, Trumps ehemaligem Wahlkampfmanager, war er an einer Umstrukturierung der ICE beteiligt. Im folgenden Monat verlängerte Sara L. Ellis ihre einstweilige Verfügung gegen den Einsatz von Tränengas und Pfefferspray durch die ICE und erklärte, Bovino habe unter Eid über die von Demonstranten und Reportern ausgehenden Gefahren gelogen. Bovino trat bei Einsätzen in Charlotte, North Carolina, und New Orleans in Erscheinung.
Im Januar 2026 leitete er die Einsätze in Minneapolis. Die tödlichen Schüsse eines ICE-Agenten auf die US-Bürgerin Renée Good führten dort zu heftigen Protesten. Nach der Erschießung von Alex Pretti durch Bundespolizisten der United States Border Patrol in Minneapolis behauptete Bovino wahrheitswidrig, Pretti habe ein Massaker an Strafverfolgern verüben wollen und sei mit gezogener Handfeuerwaffe auf die Agenten zugegangen. Diese Behauptungen sind durch Videos von Augenzeugen widerlegt. Zwei Tage nach Prettis Tod wurde bekannt, dass Bovino als Commander at Large abgesetzt wurde und nach Kalifornien zurückbeordert wurde. Seine Nutzerkonten bei den sozialen Medien wurden vorläufig geschlossen. In Minneapolis ersetzte ihn Tom Homan. Zwei Monate später wurde Greg Bovino in den vorzeitigen Ruhestand verabschiedet.
Internationale Vernetzung Nach seiner Beurlaubung nahm Bovino Anfang Juni 2026 auf Einladung von Martin Sellner gemeinsam mit der niederländischen Aktivistin Eva Vlaardingerbroek als Ehrengast an einem als „Remigrationsgipfel“ bezeichneten Treffen neurechter und identitärer Akteure in dem portugiesischen Badeort Figueira da Foz teil, zu dem auch rechtsextreme deutsche Politiker wie Lena Kotré anreisten. Dort traf Bovino unter anderem mit dem AfD-Mitgründer und -Bundesvorstandsmitglied Kay Gottschalk zusammen, der Bovino in den Deutschen Bundestag einlud, um der deutschen Politik seine Erfahrungen mitzuteilen und Handlungskonzepte gegen Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland zu erörtern.
Auftreten und Erscheinungsbild mini|Bovino in der Uniform des Kommandanten der United States Border Patrol im Oktober 2025, die von Kritikern mit Nazi-Uniformen verglichen wurde Bei öffentlichen Protesten in Minneapolis trat er den Demonstrierenden in einem langen, doppelreihigen Mantel in Militärgrün entgegen. Presse und Teilnehmende in sozialen Medien schrieben über sein martialisches Erscheinungsbild und nahmen darin eine Nazi-Ästhetik wahr. Dieses Auftreten wurde von Gavin Newsom, dem Gouverneur von Kalifornien, aufgegriffen, der ihm in Anlehnung an die Gestapo den Spitznamen „Gestapo Greg“ verlieh, welcher in den Medien weltweit aufgegriffen wurde. Ein Video des Heimatschutzministeriums verstärkte diesen Eindruck. Newsom bemerkte, dass Vorwürfe des Faschismus und Autoritarismus innerhalb der Trump-Regierung durch dieses Video eine Berechtigung fänden. Auf X zeigte sich Bovino in Uniform und mit Gewehr.
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Einzelnachweise
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