Der Ruisseau de La Tscharner (dt. «Tscharnerbach») ist ein Bergbach im Berner Jura und ein rechter Zufluss der Schüss im Flussgebiet der Aare. Er ist ein nicht sehr steiles, kleines Fliessgewässer des montanen, karbonatischen JurasFliessgewässertypisierung der Schweiz: Gewässertyp Nr. 8 im Gebiet des Naturparks Chasseral in der Schweiz.

Geografie Verlauf Der Ruisseau de La Tscharner entspringt in einem tiefen Taleinschnitt auf der Nordseite der Chasseral-Kette im Faltenjura, zwei Kilometer südwestlich des Dorfes La Heutte im Verwaltungskreis Berner Jura. Durch die Erosion des Kalkmassivs entstand am Berghang ein weiter Ausräumungskessel in der Art einer Halbklus, der auch sehr tiefe und alte Gesteinslagen des Gewölbes freilegte. Das auf diese Weise im Berg entstandene Seitental verzweigt sich einerseits gegen Osten, wo früher in Rodungslichtungen die Alpweiden der Sennerei «Tscharner» liegen, und gegen Westen in das Gebiet der Alp «Steiner». Die Flurnamen zeigen an, dass die Weideflächen in einer historischen Epoche von deutschsprachigen Personen genutzt wurden.

Der «Tscharnerbach» hat seine Quelle nicht auf den hoch gelegenen Alpweiden Tscharner selbst, sondern erst dreihundert Meter tiefer auf dem Talboden. Dies entspricht den allgemeinen hydrographischen Verhältnissen des Berges, an dessen Oberfläche wegen der Verkarstung des Kalkfelsens auch sonst keine Gewässer entstehen. Fast überall in dieser Berglandschaft treten die Bäche, gerade auch die Schüss-Zuflüsse, am Hangfuss oder im unteren Hangbereich aus Karstquellen ans Tageslicht.

An einer flachen Stelle im Tal entstand ein Feuchtgebiet, von dem aus der Bach seinen Lauf nimmt. Seine Gestalt ist allerdings durch die industrielle Ausbeutung des Kalksteinbruchs Carrière La Tscharner weiter oben im Seitental, in einer Zone ehemaliger Alpweiden, beeinträchtigt. Denn das künstlich zugeführte Abwasser vom Steinbruchbetrieb fliesst zusätzlich zum Tscharnerbach hinunter und passiert ein Absetzbecken für Schwebestoffe.

200 Meter weiter unten trifft der Tscharnerbach seinen einzigen Nebenbach, der von links aus dem Tal bei der Alp Steiner kommt. Danach passiert er in nördlicher Richtung den Felseinschnitt Porte des Enfers (dt. «Höllentor») und tritt auf den von ihm im Lauf der Zeit geschaffenen weiten Bachschuttkegel hinaus. Auf diesem liegen die Weiden der Métairie de Nidau. Die Bachsedimente sind so weit auf dem Talboden hinaus abgelagert, dass das Flussbett der Schüss deswegen bis an die linke Talseite abgedrängt wurde. Die naturnah erhaltene Flusslandschaft der Schüss mit der Mündung des Ruisseau de La Tscharner ist als kantonal bedeutendes Auengebiet und als Amphibienschutzgebiet von nationaler Bedeutung ausgewiesen.Objektblatt «Sessenais» im Bundesinventar der Amphibienlaichgebiete von nationaler Bedeutung. Das Naturreservat ist bergseits durch die Anlagen der Autobahn A16 begrenzt, die zum Schutz der Landschaft einen Teil des Schwemmlandes im Tagbautunnel Galérie de la Métairie de Nidau passieren. Der Tscharnerbach ist im Bereich der Autobahn eingedolt und verlässt das Rohr erst im Auwald kürz vor seiner Mündung in die Schüss wieder.

Weblinks

[ Verlauf des Ruisseau de La Tscharner] auf dem Geoportal des Kantons Bern

Einzelnachweise

Kategorie:Péry-La Heutte Kategorie:Jura (Gebirge)