Heinz Emunds (* 21. August 1922 in Düren; † 30. Dezember 2007 in Münster) war ein deutscher Bibliothekar.Ulrich Moeske: Ein Lotse ging von Bord. Heinz Emunds im Ruhestand. In: Buch und Bibliothek (BuB), Bd. 39 (1987), H. 2, S. 160–162; Ute Klaassen: Der "Vater" der Dreigeteilten Bibliothek ist tot. Heinz Emunds war Vordenker und Perfektionist. In: Buch und Bibliothek (BuB), Bd. 60 (2008), H. 3, S. 197 (Nachruf mit Foto, beides abgerufen am 27. Januar 2026).
Leben und Wirken Nach seiner Reifeprüfung in Düren leistete Heinz Emunds zunächst Arbeitsdienst und war dann Soldat im Zweiten Weltkrieg. Von 1945 bis 1951 studierte er dann Psychologie, Philosophie, Pädagogik und Geschichte an der Universität zu Köln. Dort promovierte er 1951 zum Dr. phil. Einige Jahre war er als Psychologe tätig. Anschließend absolvierte er eine Bibliothekarsausbildung am Bibliothekar-Lehrinstitut des Landes Nordrhein-Westfalen und schloss diese 1958 mit der Prüfung zum Diplom-Bibliothekar an Öffentlichen Bibliotheken ab. Als Bibliothekar war er zunächst als Abteilungsleiter an der Stadtbibliothek Köln tätig und anschließend als hauptamtlicher Mitarbeiter am Bibliothekar-Lehrinstitut des Landes Nordrhein-Westfalen. Von 1968 bis 1986 war Emunds dann Direktor der Stadtbücherei Münster. In dieser Funktion erwarb er über Münster hinaus große Bekanntheit, den er entwickelte eine neue Organisationsform für Öffentliche Bibliotheken, nämlich die „Dreigeteilte Bibliothek“. Außerdem richtete er die Bibliothek in jeder Beziehung stark auf die Nutzerorientierung aus. Verbandspolitisch war Emunds u. a. tätig im Verband der Bibliotheken des Landes Nordrhein-Westfalen, außerhalb hatte er einen Lehrauftrag für den Bereich „Öffentliche Bibliotheken“ am Bibliothekar-Lehrinstitut in Köln inne.
Veröffentlichungen (Auswahl)
(mit Inge Frey): Kindheit, Jugend, Elternschaft. Ein Bücherverzeichnis. Volksbüchereien der Stadt Köln 1957. Vom Wesen der Gewissheitserlebnisse. Eine bewußtseinswissenschaftliche Untersuchung. Universität Köln 1958 (= Dissertation Universität zu Köln, 1951). Zugänge zur Philosophie. Ein besprechendes Auswahlverzeichnis für Leser. Greven, Köln 1959. Das Grundproblem der pädagogischen Psychologie. In: Vierteljahrsschrift für wissenschaftliche Pädagogik, Bd. 40 (1964), S. 51–61. (Mitautor): Denkschrift zur Neuordnung des Dienstes an Öffentlichen Büchereien im Lande Nordrhein-Westfalen. Greven, Köln 1966 Zwischen ASB und Einheitsklassifikation. In: Gerhart Lohse (Hrsg.): Bibliotheksarbeit heute. Beiträge zur Theorie u. Praxis. Festschrift für Werner Krieg zum 65. Geb. am 13. Juni 1973 (= Zeitschrift für Bibliothekswesen und Bibliographie, Sonderhefte, Bd. 16). Klostermann, Frankfurt/M. 1973, S. 291–310. Die dreigeteilte Bibliothek. Nah-, Mittel- und Fernbereich in der strikt benutzerorientierten Bestands-Präsentation. Erfahrungen aus Münster. In: Buch und Bibliothek (BuB), Bd. 28 (1976), S. 269–288. Bestandskalkulation. Einfache mathematische Methoden für einen benutzungsentsprechenden Bestandsaufbau in Freihandbibliotheken (= Bibliotheksdienst, Beiheft, Bd. 127). Deutscher Bibliotheksverband, Berlin 1977, ISBN 3-87068-127-6. Zur Revision des deutschen Leihverkehrs. In: Mitteilungsblatt / Verband der Bibliotheken des Landes Nordrhein-Westfalen, Bd. 28 (1978), H. 1, S. 29–47.
Einzelnachweise
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