Die Literarische Gesellschaft Gräfelfing ist ein seit 1921Gerd Lüdke (2017), S. 1316 bestehender gemeinnützigerBZSt: Zuwendungsempfängerregister, steuerbegünstigter Zweck: „Förderung der Volks- und Berufsbildung“. Abgerufen am 23. Februar 2026. Verein privaten Rechts neV zur Förderung der Literatur mit Sitz in GräfelfingArnold (1991), S. 290f. im oberbayerischen Landkreis München. Sie veranstaltet jährlich etwa 12 bis 14 Vorträge oder Lesungen im Gräfelfinger BürgerhausBürgerhaus Gräfelfing: „Pressespiegel“ - Romanvorstellung der Literarischen Gesellschaft, Gräfelfing 2016. zitiert: Alexandra Joepen-Schuster - „Inspiriert von Cornelius Gurlitt“, Münchner Merkur (MM) vom 26. Februar 2016., auf Basis der gedruckten semestralen ProgrammvorschauNachlass Werner Heisenberg: Veranstaltungsplan der Literarischen Gesellschaft 1972, archiviert in: Archiv der Max-Planck-Gesellschaft, Inventarnummer III/93/271/1-4. Abgerufen am 23. Februar 2026. und mit einer Sommerpause.
Programmbetrieb Das Programm wird halbjährlich der Presse vorgestellt. Programmthemen sind Literatur, Autoren mit den damit verbundenen WissenschaftenAlexandra Joepen-Schuster: Von Zar Peter zu Putins Angriffskrieg. In: Münchner Merkur, 23. Februar 2024, S. 32, Vortrag Prof. Dr. Martin Schulze Wessel, aufgegriffen von: Universität München (LMU), Abteilung für Geschichte sowie der Deutsch-Ukrainischen Historischen Kommission
sowie Fragen der ZeitMartina Scheibenpflug: Gut geführte Zeitungen haben Zukunft, Münchner Merkur vom 2. März 2013. im Format von AutorenlesungLesung aus „Winter im Sommer - Frühling im Herbst: Erinnerungen.“ im Bürgerhaus gelesen von Joachim Gauck - MM vom 9. Dezember 2011: „Eine Erzählung vom Glanz der Freiheit“ von Janina Janka., wissenschaftlichem VortragSabine Zaplin: Wissenschaft vom Untergang der Welt, SZ vom 19. Februar 2009, Seite R6 (Teil Starnberg). oder, eher atypisch, szenischer Darstellung.Festschrift (1951), S. 6, zum „Musikkreis“ bzw. „Schauspielkreis“ unter Leitung von Lore Bronner
Als Folge des Umbaus des Bürgerhauses spricht, liest und spielt die Gesellschaft in der Aula des Kurt-Huber-Gymnasiums. Die Gesellschaft ist von der Kommune als Kulturträger gelistetVereine in Gräfelfing, S. 38 und wird stetig institutionell gefördert.Ausschuss für Kultur der Gemeinde Gräfelfing: 3. Sitzung des Ausschusses für soziale Angelegenheiten, Schul-, Kultur- und Sportfragen, TOP 10 vom 23.04.2024, S. 5 (im PDF-Dokument mit Titel: „Protokoll (öffentlich)“).
Zu Zeiten der Corona-Pandemie war der Programmbetrieb rund 18 Monate unterbrochen, ähnlich lang wie die zweijährigen Zäsur infolge des Zweiten Weltkriegs von 1945 bis 1947.
Ab 2004 besteht eine Webpräsenz mit Programmrückschaubis 2011 repräsentativer Nachweis in Festschrift (2011), S. 16–21 zurück bis zur Gründungfür 1921-46 vollständiger Nachweis in Festschrift (1946), S. 3–8, erweitert um ihren Blog.
Entwicklung
200px|mini|alt=Plakat, gelber Hintergrund, schwarze klare und grosse Lettern. Werbung für eine Theatervorstellung mit Namen "Botschaft" an den Kaiser, ein Schauspiel aus der sog. Hohenstaufertrilogie in Gräfelfing im Jahre 1951|Privat organisierte Kulturarbeit Altphilologe Adolph StammIsabella Schwaderer, Universität Erfurt: Adolf Stamm (Q219835). In: Factgrid.de – im Rahmen ihrer Forschungen zur „Schopenhauer-Gesellschaft“ 2021–2023. 1900 berufen zum Direktorvgl. DIPF-Bibliothek, Seite 2, Ziffer 07, Zitat: „Datum der Ernennung oder Bestätigung als Direktor einer Vollanstalt: 3/9.00“, mit weiteren Nachweisen: a) der Beförderung zum Geheimen Studienrat am 17.12.1916 in Ziffer 6 sowie b) der Verleihung des Verdienstkreuz für Kriegshilfe im Jahre 1917, Zitat: „Okt. 17. Verdienstkr. f. Kriegshilfe“ des Gymnasiums zu Anklam in Preußen, 1916 befördert zum Geheimen Studienrat, übersiedelte nach Bayerngeografisch präzise war das der damalige Zuständigkeitsbezirk der PD München, gemäß Staatsarchiv München: „Passantrag“ mit Signatur: 6626/2679.
und gründeteTocqueville (1841), cinquème édition, parte avertissementder, Zitat: „l’aspect de la société civile“ (dt. „Aspekt der Zivilgesellschaft“) betreffend den reinen Gründungsakt sie in der politisch instabilenWalter Ziegler: Instabile Lage in den ersten Jahren der Weimarer Republik – Schwierige Bedingungen in Bayern. Hrsg.: Historisches Lexikon Bayerns, (BSB), München 2006, abgerufen am 12. Februar 2026., aber jungen Weimarer DemokratieTocqueville (1841), deuxième partie, Chapitre V, Zitat: „Chez les peuples démocratiques… les citoyens tombent donc tous dans l’impuissance s’ils n’apprennent à s’aider librement.“ (dt. „In demokratischen Gesellschaften… sind Bürger machtlos, wenn sie nicht lernen, einander freiwillig zu helfen“) beschreibend die nötige „bürgerliche Selbstbehauptung“ in der demokratischen Gesellschaft, hier: nach Wegfall der adeligen Ständeordnung nach 1918. nahe MünchenHellerer (2014), S. 71, Kontextbild als lokalgeschichtliche Einordnung: „…Alarmbefehl des 8. November 1923… Kampfbund-Führer… aus dem Landkreis Starnberg 25 Personen aufbrachen… des 2. SA-Regiments…“.
Ihr Zweck war, den verbliebenen Kulturkanon weiter zu pflegen,
vorwiegend in den großbürgerlichenTobias Mahl: Landsitze Münchner Bürger, aus Historisches Lexikon Bayerns, Träger: Bayerische Staatsbibliothek, München, Jahr o. A., Bezug auf Gräfelfing: Bild, Index der BSB Z 42.42-1899 Villenkolonien des Würmtals der Landkreise Starnberg und München, auch dort in der direkten NotChristoph Göbel (Politiker): Grußwort zum 90. Gründungsjubiläum, Festschrift (2011), S. 2, Zitat: „…die inmitten von Inflation und allgemeiner Not die Würmtaler ermutigten…“ dieser Zeit.Bürgerjournal: 100 Jahre Literarische Gesellschaft - im Spiegel der Zeit, Hrsg. Gemeinde Gräfelfing. Ausgabe 1/22, S. 44f, Kapitel „Immer eng mit Geschichte und Politik verwoben“.
Die Gesellschaft zog 1938 nach Gräfelfing umWatter (2026) in SZ, Zitat: „…und 1938 nach Gräfelfing umgezogene Gesellschaft…“ und konnte den Programmbetrieb im NS-Staat unter LeitungFriederike Tschochner: Ein Idealist reinsten Wassers, Münchner Merkur vom 15. Januar 2015 – zum Vorsitz der Gesellschaft und dem danach zu durchlaufenden Spruchkammerverfahren. von Theodor EngelmannHellerer (2014), o. Seite, Fehlanzeige: „Engelmann“ nicht benannt als Funktionsträger im Parteikreis Starnberg, zuständig für den Sitz der Gesellschaft. inhaltlich nahezu unangetastetLiteraturportal Bayern (2014), Abs. 5, Zitat: „…Programmgestaltung die Zeit des Dritten Reichs ohne große ideologische Zugeständnisse“, Bezug auf Mirok Li im gleichnamigen Lemma und ohne Unterbrechung oder Gleichschaltung durch Mitgliedschaft in der Reichsschrifttumskammer fortführen.Festschrift: 90 Jahre Literarische Gesellschaft Gräfelfing, Seite 7, Gräfelfing 2011, Zitat: „…eine Mitgliedschaft in der Reichsschrifttumskammer zu verhindern“. Der koreanische Exilschriftsteller Mirok Li war Mitglied der Gesellschaft und pflegte Freundschaft mit Kurt HuberKristina Milz und Benedikt Sepp: „Harte Zeiten für die Guten“: Kurt Huber und Mirok Li – Widerstandsrezeption in der Bundesrepublik Deutschland und in Südkorea. In: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte, Juli 2025, Index: 73(3):379-411, doi:10.1515/vfzg-2025-0023, Online, Aufruf am 28. Februar 2026, der dort 1943 vortrug.Literaturportal Bayern (2014), Abschnitt 5, Zitat: „…Kurt Huber kann dort in der Saison 1942/43 sprechen.“, Primärquelle ist Festschrift (1946), S. 8.
1947 erhielt die Gesellschaft die Aufforderung zur RelizenzierungGemeinde Gräfelfing: Lizensierung von Vereinbarungen, Brief vom 10. Juli 1947, Empfänger „Herr v. Rath“, transkribiert in Wikimedia Commons mit (Vorderseite) und (Rückseite)., die Spruchkammerurteile warenauf Grundlage des „Gesetzes zur Befreiung von Nationalsozialismus und Militarismus. Vom 5. März 1946.“ Bayerisches Gesetz- und Verordnungsblatt, Nr. 10 vom 1. Juli 1946, Link an die alliierten Behörden zu melden. Weitere atypische Arbeitsfelder ergaben ein privat organisiertes Kulturprogrammo. Verf.: Vom kulturellen Leben in Gräfelfing, Münchner Merkur vom 24.11.1949, Teil Starnberg, über die Arbeit der Gesellschaft, Zitat: „…wie ohne jede Anregung von oben… ein kulturelles Leben organisch erwachen kann. Als erstes ist die 'Literarische Gesellschaft' genannt…“ - zugleich der implizite Nachweis über die erfolgte alliierte Relizensierung. in der Nachkriegszeit.
1980 gründete sich innerhalb der Gesellschaft der „Kunstkreis Gräfelfing“ als Arbeitsgemeinschaft.Sinda Dimroth: Rückblick auf 33 Jahre Kunstkreis, Fassung von 2013, S. 1, Hrsg.: Kunstkreis Gräfelfing. Sie verselbständigte sich 1995 rechtlich als eingetragener Verein und besteht bis heute fort.Annette Jäger: Die Kunst ist eine Messe wert, SZ vom 7. Januar 2022, Ressort München - ohne Seite. Zum Konzept in der Zeit von Corona. Die Bedeutung der Literatur für die GesellschaftBaron (1848), Zitat: „…so ist die Literatur der Ausdruck einer Nation… sie ist… der Ausdruck der Gesellschaft.“ in der jetzigen Zeit beeinflusst ihre gegenwärtige Programmatik. Die Mitgliederzahl entwickelte sich wie folgt: 62 Ende 1921, 129 im Jahr 1938Festschrift (2011), S. 4, für beide Jahre, 191 in 1991, 410 für 2017 und gegenwärtig 450.
1924 öffnete sich die GesellschaftFestschrift (1946), S. 1, Zitat: „…für die jetzt mehr und mehr Redner von auswärts gewonnen werden.“, der bürgerlichen literarischen Öffentlichkeit und begründete ihre bis heute fortgeführte Programmatik.
Literatur
Literaturportal Bayern: Literarische Gesellschaft Gräfelfing, in Bayerische Staatsbibliothek, München 2014, Abruf am 20. Februar 2026.
, GND-ID(DE-588)4093848-7<9, BSB-Magazin: M 2014.1952.
Weblinks
Lemma im München-Wiki Webauftritt Webpräsenz: auf Kulturportal.de, Portal der Kommune
Einzelnachweise
Grafelfing Kategorie:Organisation (Gräfelfing) Kategorie:Literarische Organisation (Deutschland) Kategorie:Online seit 2004