Bella e perduta – Eine Reise durch Italien ist ein Film aus dem Jahr 2015 unter der Regie von Pietro Marcello.
Handlung Pulcinella (Sergio Vitolo), benannt nach einer Figur aus der Commedia dell’Arte und in Legenden Kampaniens ein Mittler zwischen den Lebenden und den Toten, hat die Mission, den letzten Wunsch des einfachen Hirten Tommaso Cestrone zu erfüllen: die Rettung eines Büffelkalbs namens Sarchiapone.sarchiapone, neapolitanische Bezeichnung für einen Nichtsnutz
Pulcinella begibt sich daraufhin zum ehemaligen königlichen Landgut Carditello, einer sich selbst überlassenen Bourbonen-Residenz in der „Terra dei Fuochi“ (Land der Feuer), deren freiwilliger Wächter Tommaso war. Dort befindet sich ein junger Büffel, der sprechen kann. Pulcinell nimmt ihn mit sich nach Norden – auf eine lange Reise durch ein Italien, das ebenso schön wie verloren ist.
Produktion und Veröffentlichung Pietro Marcello hat den Film im 16 mm-Format gedreht, zum Teil in Farbe und zum Teil in Schwarzweiß. Das Budget betrug 470.000 € (geschätzt). Gedreht wurde in Innenräumen und auf den Ländereien von Reale Tenuta di Carditello, einem ehemaligen Palast und Landsitz der Bourbonen, der sich zum Zeitpunkt der Filmaufnahmen in einem verwahrlosten Zustand befand. mini|Reale Tenuta di Carditello, 2011 An der Filmmusik beteiligt waren der Jazzmusiker Marco Messina und der Pianist und Komponist Sacha Ricci. Der Klarinettist Dieter Klöcker spielt das Adagio pastorale von Antonio Casimir Cartellieri, begleitet wird er vom Prager Kammerorchester.
Premiere des Films war am 9. August 2015 in Locarno. Anschließend wurde er auf einer Reihe von Filmfestspielen vorgestellt, darunter am 26. Juni 2016 auf dem Filmfest München.
2019 veröffentlichte Modern Cinema eine DVD in italienischer Sprache und mit deutschen Untertiteln, zusammen mit einem Booklet mit Texten zum Film von Dominik Kamalzadeh und Pietro Marcello, einem Videointerview mit Pietro Marcello, Trailer und Bildergalerie.
Auszeichnungen 2015: Grand Prix de la Compétition Internationale, Festival International du Film de La Roche-sur-Yon 2016: Premio Migliore Regia a Pietro Marcello, Bobbio Film Festival 2016: Ciak d’oro Mini Bello e Invisibile
Kritiken Wolfgang M. Schmitt charakterisiert Pietro Marcellos Werk als eine „Bukolische Dichtung“ und interpretiert es als einen „Abgesang auf die italienische Kultur“, wobei er diesen Begriff explizit auf die landwirtschaftliche Kulturlandschaft bezieht, deren Zerstörung der Film thematisiere. Besonders hebt Schmitt die ungewöhnliche Erzählperspektive hervor: Nach dem Tod des Hirten Tommaso, den er als einen der „letzten aufrechten Widerständler“ bezeichnet, übernimmt der gerettete Büffel die Rolle des Erzählers und schildert seine Sicht auf die Welt. Schmitt wertet den Film als ein „hochpoetisches, trauriges und einzigartiges Werk“, das aufzeigt, was in einem „alles entwurzelnden kapitalistischen System“ verloren geht. Die emotionale Wirkung des Films fasst er mit dem Satz zusammen: „Am Ende weint der Büffel und am Ende weinen auch wir“.
Literatur Dominik Kamalzadeh: „Der Wert des Wertlosen: zu Pietro Marcellos Film Bella e perduta“, Vorabdruck aus Romanische Studien (Herbst 2016), Volltext.
Weblinks
Anmerkungen
Kategorie:Filmtitel 2015 Kategorie:Italienischer Film Kategorie:Low-Budget-Film