mini|Jörn Gerstenberg, 2013, während einer Session der Künstlergruppe ADAPTER, Foto: Albrecht Noack Jörn Gerstenberg (* 3. Oktober 1969 in Berlin/DDR) ist ein deutscher Lyriker, bildender Künstler und New Media Artist. Er arbeitet auch unter dem Namen Joseph Braeus und dem Kürzel N.N.
Leben Bildende Kunst
Nach Ausbildung zum Schaufensterdekorateur, einigen Semestern Theaterwissenschaft und Kunstgeschichte an der Humboldt-Universität wechselte Gerstenberg 1993 an die Hochschule der Künste Berlin und beendete das Studium 2000 als Meisterschüler. Im gleichen Jahr erhielt er auch den Meisterschülerpreis. Jörn Gerstenberg entwickelte im PVC-Schnitt/-Druck die Ausdrucksfähigkeit der Technik des Linolschnittes auf eine solitäre Weise weiter. Seine bisherigen Motive sind überwiegend auf die Wahrnehmung von Architektur bezogen. Figurative Darstellungen kommen in seinen Druckgraphiken jedoch auch vor. Mit Pigmentmarkern führte er seit den 1990ern großformatige Wandzeichnungen aus, die temporär konzipiert, nur noch selten direkt erhalten blieben.
In der Künstlergruppe ADAPTER (mit Gabriele Worgitzki) stellt er diese Arbeitsweise in einen kooperativen Kontext. In anderen Künstlergruppen (z. B. montanaberlin) war er auch als Kurator aktiv. Vom Ende der 1990er Jahre bis 2019 war er mit seinen Arbeiten in einer Vielzahl von Ausstellungen präsent und betätigte sich auch als Buchillustrator.Jürgen Roth, Rayk Wieland: Öde Orte 3. Ausgesuchte Stadtkritiken von Ahlen bis Zweibrüggen mit Vignetten von Jörn Gerstenberg, Reclam Leipzig 2003, ISBN 978-3-379-20074-5 Derzeit verarbeitet er sein vorhandenes bildnerisches Werk als Bildmaterial in seinen Videoclips. Als Bildender Künstler erhielt er zahlreiche Preise, (unter anderem Helmut-Thoma-Preis), Stipendien und Förderungen. Seit 2013 ist er in den Berliner Sammlungen für zeitgenössische Kunst präsent.
Lyrik und New Media
Seit 2020 schreibt er Gedichte, die er multimedial publiziert. Auslöser war die Rezeption eines Liedes des Poeten und Musikers Boris Grebenshikov (Band Akvarium, jetzt: BG+), das sich assoziativ auf die Figur Dubrowski aus dem gleichnamigen Kurzroman von Alexander Puschkin bezieht. Jörn Gerstenberg nutzt unter den Pseudonymen Joseph Braeus und N.N. das schöpferische Prinzip des künstlerischen Rollenspiels als Produktionsrahmen und Labor („gelebte Kunst“). Auf seinen Hauptmedien YouTube und YouTubeShorts, sowie Instagram, führt er dieses Arbeitsprinzip bis zu den Grenzen seiner Sinnhaftigkeit vor.
Prosa
Von 2015 bis 2019 veröffentlichte er Geschichten für Kinder als Hörgeschichten im linearen Radio (RBB, WDR, NDR). Die Geschichten erzählen zumeist von der Macht der Kreativität im Alltag von Kindern und deren Eltern.
Jörn Gerstenberg war Stipendiat der Autorenschule Schreibhain in Berlin.
Eine Sammlung von Kurzgeschichten „Polarlichter einer vergangenen Zukunft“ und den Roman „Geisterjäger Kowalski“ (Auszüge) publizierte er auf YouTube.
Einzelnachweise
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