Die Tenderlokomotiven 8–12 waren normalspurige, laufachsenlose fünffach gekuppelte Dampflokomotiven der spanischen Bergbaugesellschaft Sociadad Minera y Metalurgica de Pennaroya (SMMP) in Puertollano und Pueblonuevo.
Es wurden sechs Exemplaren gebaut, sie erhielten die Betriebsnummern und Namen 8 Santa-Rosa, 9 Asdrubal, 10 Calatrava, 10 San-Rafael, 11 La Cruz und 12 Pozo Norte. Hergestellt wurden die Nummern 8–11 bei Société de Saint-Léonard im belgischen Lüttich, die Nummer 12 wurde bei der Forges Usines et Fonderies Haine-Saint-Pierre gebaut.
Die Lokomotiven waren auf der Kohlebahn bei der SMMP zuerst in Pueblonuevo und Puertollano, mit Beginn des Spanischen Bürgerkrieges nur noch in Puertollano im Einsatz. Die Lokomotiven waren bis 1984 eingesetzt und dann ausgemustert.
Die Lokomotive 10 SAN RAFAEL wurde zuerst nach ihrer Ausmusterung in das Museo del Ferrocarril de Madrid gegeben, nach 1996 kam sie in das Bergbaumuseum in Puertollano.
Geschichte Vorkriegsgeschichte
Die Geschichte der Lokomotiven war verbunden mit dem Bergbaugeschehen der Sociadad Minera y Metalurgica de Pennaroya (SMMP) in Puertollano und Pueblonuevo. Für diese beiden Kohlebahnen bestellte die Gesellschaft 1914 die ersten drei fünfachsigen Breitspurlokomotiven bei der Société de Saint-Léonard im belgischen Lüttich. Die Lokomotive mit der Nummer 8 Santa-Rosa wurde nach Pueblonuevo geliefert, die mit den Nummern 9 Asdrubal und 10 Calatrava nach Puertollano.
1925 folgte eine weitere Lokomotive mit der Bezeichnung 11 La Cruz, sie kam nach Puertollano. 1927 wurde eine weitere Lokomotive nach Pueblonuevo geliefert, sie erhielt wieder die Nummer 10 mit der Bezeichnung San-Rafael.Wolfgang Fiegenbaum, Ingo Hütter, Schwere Brocken, regelspurige E-Tenderlokomotiven, Band 4, Wolfgang Herdam Fotoverlag, Quedlinburg-Gernrode 2022, ISBN 978-3-933178-46-6.
Als in Spanien der Bürgerkrieg ausbrach, war das Bergbaugebiet um Pueblonuevo davon betroffen. Vorsorglich wurden die beiden dort beheimateten Lokomotiven nach Puertollano umbeheimatet. Dort waren nun zwei Lokomotiven mit der Nummer 10, die Calatrava und die San-Rafael. Diese Nummerierungen blieben auch nach dem Ende des Bürgerkrieges um 1939 so weiter bestehen. Alle Lokomotiven verblieben in Puertollano. Nachkriegsgeschichte mini|links|Erhaltene Lokomotive Nummer 10 San Rafael im Bergbaumuseum Puertollano (2010) Nach 1946 wollte die SMMP eine weitere Lokomotive bestellen. Da die Firma Société de Saint-Léonard nicht mehr bestand, wurde die Maschine bei Forges Usines et Fonderies Haine-Saint-Pierre gekauft. Sie erhielt die Nummer 12 und den Namen Pozo Norte. Die Lokomotive erhielt einen zweiten Sandkasten vor dem Dampfdom. Die Lokomotiven hatten den Beinamen La Gorda (deutsch: die Dicke).
In den Unterlagen der Gesellschaft haben alle Lokomotiven unterschiedliche Leistungsparameter. Alle besitzen Kuppelstangen mit flachen Querschnitten, Die Zylinderabmessungen mit Flachschiebern weisen auf gleiche Leistungsparameter hin.
Mit Ende des Bergwerksbetriebes um 1975 wurden die ersten Lokomotiven ausgemustert. Die Nummer 10 SAN RAFAEL blieb bis zum Ende des Breitspurnetzes in Puertollano erhalten und kam dann zum Museo del Ferrocarril de Madrid. 1996 wurde sie nach Puertollano zurückgeholt und im dortigen Bergbaumuseum, das 2006 am Standort des ehemaligen Bergwerkes Pozo Norte eröffnet wurde, als Exponat aufgestellt. Sie ist unmittelbar neben dem Museumsneubau aufgestellt.
Konstruktion
Die laufachslose Fünfkuppler wurden als Tenderlokomotiven für Nassdampf gebaut. Sie haben Trieb- und Kuppelstangen in rechteckiger Ausführung, die Bauform mit Flachschieber sowie die Führung des Kreuzkopfes in zweifacher Führung auf der Gleitbahn. Die Lokomotiven besaßen einen kleinen Treibraddurchmesser von 1100 mm. Dies und die Bauart des Laufwerk ermöglichte keine hohe Geschwindigkeit.
Der Stehkessel ist Bauart Belpaire mit flacher Stehkesseldecke. Auf ihr ist ein Sicherheitsventil angebracht. Ursprünglich war der Kessel nur mit einem, hinter dem Dampfdom angebrachten, Sandkasten ausgerüstet, von diesem konnte die als Treibachse (dritte Achse) von vorn und hinten besandet werden. Später wurde ein zweiter Sandkasten vor dem Dampfdom angebracht, damit konnten die zweite Achse von vorn, die Treibachse beidseitig und die vierte Achse von hinten besandet werden. Die Wasserkästen lagen außerhalb der Rahmenwangen und hatten ein Fassungsvermögen von 7,5 m³.
Alle Achsen konnten einseitig von hinten abgebremst werden. Die Loks waren mit einer regulären Zug- und Stoßeinrichtung mit seitlichen Puffern und einer Hilfskupplung ausgerüstet. Als Beleuchtung war lediglich eine kleine Lampe an der Rauchkammerspitze vorhanden. Auf dem Führerhausdach befand sich die Dampfpfeife.
Literatur
Wolfgang Fiegenbaum, Ingo Hütter, Schwere Brocken, regelspurige E-Tenderlokomotiven, Band 4, Wolfgang Herdam Fotoverlag, Quedlinburg-Gernrode 2022, ISBN 978-3-933178-46-6, Anhang Ausland B Seiten 319–326
Weblinks
Internetseite über Puertollano mit Darstellung der Bergbauvergangenheit auf komoot.com
Einzelnachweise
Kategorie:Tenderlokomotive Achsfolge E Kategorie:Schienenfahrzeug (Forges Usines et Fonderies Haine-Saint-Pierre) Kategorie:Schienenfahrzeug (Société de Saint-Léonard) Kategorie:Triebfahrzeug (Spanien)