Das Fort Stabroek ist eines der vielen Forts, aus denen die Festung Antwerpen um die belgische Stadt Antwerpen bestand.
Geschichte mini|Die Forts und Festungen rund um Antwerpen Im Jahr 1900 wurden nördlich von Antwerpen, bei der Ortschaft Stabroek, ein Fort in Auftrag gegeben. Bevor jedoch die Arbeiten beginnen konnten, mussten neun Personen ihr Land enteignen. Dennoch war die Stimmung der Menschen in der näheren Umgebung über den Bau des Fort sehr positiv. Viele Arbeiter wurden aus Geldenaken angeworben, was den Gastronomiebetrieben und örtlichen Gewerben zugutekam. Für den Bau des Fort wurde ein Ort gewählt, an dem die ehemalige Befestigungsanlage Oud Broek stand, dessen Überreste erst entfernt werden mussten.
Die Bauarbeiten am Fort Stabroek begannen am 10. Mai 1902, gingen jedoch noch schleppend und mit ständigen Verzögerungen voran. Die endgültige Fertigstellung des Forts fand im Jahr 1907 statt und es sollte danach mit schweren Geschützen ausgestattet werden. Jedoch erhielt es nie die geplante Artillerie, da sie nicht in genügender Anzahl vorhanden war.
Aufbau Das Fort Stabroek wurde im Jahr 1907 fertiggestellt und besteht zwei halb freistehenden Kaponnieren aus Stahlbeton. Damit Fort konnte einen Beschuss von Granaten mit einem Kaliber bis 22-cm Standhalten. Die Grundfläche des Forts ist Trapezförmig und seit 1937 vollständig von einem Wassergraben umgeben. Dieser Wassergraben diente ab 1939 als Teil der Panzerabwehrstellung im Bereich um das Fort. Damit war es, zusammen mit dem Fort Sint-Katelijne-Waver am anderen Enden des Festungsrings, eines der ersten Panzerabwehrforts um Antwerpen.
Bewaffnung Die Ausrichtung des Fort wurde so gewählt, um einen möglichen Angriff aus Frankreich abwehren zu können. Die Bewaffnung sollte aus einer Vielzahl an Geschützen bestehen. So wurde geplant, dass man mehrere 5,7-cm-Kanonen verbauen wollte. Dabei sollten fünf normale Kanonen, drei in Kasematten , zwei in Geschütztürmen und eine in einem Panzerturm verbaut werden. Diese Geschützen sollten der Nahverteidigung dienen. Für die Mittelstreckenartillerie wollte man mehrere 7,5- und 12-cm-Kanonen verbauen. Dabei plante man vier 7,5-cm-Kanonen und vier 12-cm-Kanonen in Kasematten ein. Weiterhin sollten zwei 12-cm-Haubitzen zum Einsatz kommen. Die Langstreckenartillerie sollte durch eine 15-cm-Kanone in einem Geschützturm ergänzt werden. Da der Ausbruch des Ersten Weltkriegs die Bestückung unterbrach, wurde nur ein sehr geringer Teil verbaut.
Erster Weltkrieg Als im Jahr 1914 der Erste Weltkrieg ausbrach, kam der eigentlich erwartete Angriff auf das Fort nicht aus Frankreich, sondern aus Richtung Deutschland. Zum einen war das Fort nicht mit genügend Artillerie ausgestattet und um einem Angriff entgegenzuwirken, war die Ausrichtung der vorhandenen Geschütze war in die falsche Richtung aufgebaut. Zwei Monate nachdem die ersten deutschen Truppen in Belgien einmarschiert waren, begann die Belagerung von Antwerpen. Die heftigsten Kämpfe fanden auf der Süd- und Ostseite der Stadt statt und die Forts konnten den Vormarsch der deutschen Truppen verlangsamen. Auch wenn es nördlich zu weniger Gefechten kam, gab der belgische König Albert I. am 7. Oktober 1914 den Befehl, das Fort Stabroek zu evakuieren. Dadurch viel den deutschen Truppen das Fort nahezu kampflos in die Hände.
Zwischenkriegszeit Als das Fort nach dem Ersten Weltkrieg wieder an Belgien übergeben wurde, nutzte die Armee es als Maschinengewehr-Stützpunkt. In den späten 1930 begannen die ersten Verbesserungsarbeiten. Dabei schuf man einen breiten und tiefen Wassergraben um das gesamte Fort herum, um einen möglichen Vorstoß von Panzern und eine feindliche Eroberung entgegenzuwirken.
Zweiter Weltkrieg Als am 1. September 1939 der Zweite Weltkrieg ausbrach, wurde die Alarmbereitschaft erhöht. Nachdem am 1. Mai 1940 der Westfeldzug begann und die Wehrmacht schnell und brutal in Belgien einmarschierte, fiel das Fort recht schnell und kampflos in deutsche Hände.
Nachkriegszeit bis heute Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges ging das Fort wieder in belgischen Besitz über und lag mehrere Jahre brach dar. Am 2. April 1947 verlor das Fort offiziell den Status einer militärischen Anlage. Im Jahr 1955 wurde es an den Zahnarzt Albert Callens aus Beveren verkauft und diente vorerst als privater Rückzugsort auf dem Land. Später wurde es für den Pilzanbau verwendet. Der Wassergraben wurde zu Erholungszwecken von Anglern und Schwimmern genutzt. Nachdem am Fort Modernisierungsmaßnahmen durchgeführt wurden, ist das Fort durch den Enkel des Zahnarztes für Freizeitaktivitäten wie Paintball, Klettern oder Führungen geöffnet.
Literatur
Einzelnachweise
Kategorie:Festung in Belgien Kategorie:Belgische Militärgeschichte Kategorie:Bauwerk in der Provinz Antwerpen Kategorie:Stabroek