mini|hochkant|Charles D. Griffin Charles Donald Griffin (* 12. Januar 1906 in Philadelphia, Pennsylvania; † 26. Juni 1996 in Melvin Village, Carroll County, New Hampshire) war ein Admiral der United States Navy. Er war unter anderem Kommandeur der Siebten Flotte (United States Seventh Fleet), der Allied Forces Southern Europe und der United States Naval Forces Europe.

Charles D. Griffin war ein Sohn von Joseph Richard Griffin Jr. (1884–1974) und dessen Frau Maude Louise Spickler (1885–1974). Er wurde zwar in Philadelphia geboren, wuchs aber in Washington, D.C. auf, wo er die Central High School besuchte. Im Jahr 1927 absolvierte er die United States Naval Academy in Annapolis, Maryland. In der amerikanischen Kriegsmarine durchlief er anschließend alle Offiziersränge bis zum Admiral.

Im Lauf seiner militärischen Karriere absolvierte er verschiedene Kurse und Schulungen. Dazu gehörten unter anderem eine Ausbildung zum Marineflieger, die Naval Postgraduate School in Annapolis (die nicht mit der gleichnamigen Schule in Kalifornien zu verwechseln ist), die University of Michigan in Ann Arbor und das National War College in Fort Lesley J. McNair, Washington, D.C.

Während seiner militärischen Laufbahn absolvierte er sowohl Aufgaben als Seeoffizier an Bord verschiedener Kriegsschiffe als auch Tätigkeiten als Stabsoffizier auf dem Festland. Er diente zunächst auf Kriegsschiffen und wurde im Jahr 1930 zum Marineflieger ausgebildet. Anschließend gehörte er bis zum Juni 1934 verschiedenen Flugstaffeln der Marine an. Es folgte seine erwähnten Schulungen an der Naval Postgraduate School in Annapolis (bis zum Juni 1936) und an der University of Michigan bis zum Juni 1937. Danach war er bis zum Juni 1940 auf dem Flugzeugträger USS Enterprise stationiert, wo er Stabsoffizier bei der 6. Aufklärungsstaffel (Operations Officer, Scouting Squadron Six) war. Zwischen Juli 1940 und Juli 1942 war er Testpilot auf der Marine-Flugbasis in Anacostia bei Washington, D.C. (Flight Test Officer, NAS Anacostia, D. C.). In diese Zeit fiel der amerikanische Eintritt in den Zweiten Weltkrieg.

Im August 1942 erhielt Griffin das Kommando über die 9. Luftgruppe (Commander, Air Group Nine), die auf dem Flugzeugträger USS Essex stationiert war. Dabei war er im Pazifik eingesetzt und in mehrere Kämpfe mit den Japanern verwickelt. Im September 1943 wurde er Leitender Offizier für den Flugbetrieb (Air Officer) auf der USS Essex. Diesen Posten hatte er bis zum Dezember des gleichen Jahres inne. Anschließend wurde er auf den Flugzeugträger USS Yorktown versetzt. Bis zum März 1944 war er dort Stabsoffizier (Operating Officer) im Hauptquartier der 3. Trägerdivision (Carrier Division Three aboard USS Yorktown), das sich auf diesem Schiff befand. Dabei war er unter anderem an der Schlacht um die Marshallinseln beteiligt.

Im März 1944 wurde Charles Griffin zum Stab der Joint Chiefs of Staff in Washington, D.C. versetzt. Bis zum September 1945 gehörte er dessen Joint War Plans Committee an. Anschließend kommandierte er bis zum Januar 1946 den Geleitflugzeugträger USS Croatan, der im Atlantik eingesetzt war. Danach war er bis zum September 1946 Stabsoffizier (Operation Officer) im Hauptquartier der Achten Flotte, das sich auf dem Flugzeugträger USS Franklin D. Roosevelt befand und im Atlantik eingesetzt war. In der Folge gehörte er bis zum September 1947 der Planungsabteilung im Stab des Kommandeurs der Atlantikflotte an. Dann war er bis zum Juli 1948 Stabschef des 2. Marinefluggeschwaders (Chief of Staff and Aide, Staff, Commander, Fleet Air Wing Two). Danach war er bis zum September 1948 Stabsoffizier im Hauptquartier der Marineluftstreitkräfte der United States Pacific Fleet. In dieser Zeit war er in den Aufstand der Admirale verwickelt. Er verfasste eine Verteidigungsrede des angeklagten Admirals Louis E. Denfeld, der trotzdem aus dem Dienst entlassen wurde. Griffin selbst blieb von Bestrafungen und Abmahnungen verschont. Es folgte eine bis zum August 1950 andauernde Versetzung zum Stab des Chief of Naval Operations (CNO). Daran schloss sich bis zum Juni 1951 sein Studium am National War College an. Danach war er bis zum Mai 1953 Stabsoffizier in der Planungsabteilung der Pazifikflotte.

Zwischen Juni 1953 und August 1954 kommandierte Griffin den Flugzeugträger USS Oriskany, der zuvor im Koreakrieg eingesetzt war, und immer noch im Fernen Osten operierte. Bis zum Juni 1956 war er erneut in unterschiedlichen Funktionen Stabsoffizier beim CNO. Danach war er bis zum November 1957 als Special Assistant to Chairman erneut Stabsoffizier bei den Joint Chiefs of Staff. Anschließend kommandierte er zwischen November 1957 und November 1958 die Vierte Trägerdivision (Commander, Carrier Division Four).

Es folgte eine weitere Rückkehr zum Stab des CNO, wo er zwischen Dezember 1958 und Februar 1960 in dessen Stabsabteilung für strategische Planungen tätig war. Am 7. März 1960 übernahm Charles Griffin als Nachfolger von Frederick N. Kivette das Kommando über die im Fernen Osten operierende Siebte amerikanische Flotte. Dieses Amt bekleidete er bis zum 28. Oktober 1961, als er von William A. Schoech abgelöst wurde. In dieser Eigenschaft war er unter anderem in den Konflikt zwischen China und Taiwan und in Einsätzen rund um Laos verwickelt. Nach einer zwischenzeitlich anderen Verwendung leitete er zwischen Januar 1962 und Juni 1963 die Stabsabteilung für Flottenoperationen und Einsatzbereitschaft beim CNO (Deputy CNO Fleet Operations and Readiness).

Im Juni 1963 erhielt Griffin als Nachfolger von David L. McDonald in Neapel das Kommando über die United States Naval Forces Europe. Diese Aufgabe erfüllte er bis zum März 1965, als John S. Thach seine Nachfolge antrat. Gleichzeitig war er auch Oberbefehlshaber des amerikanischen Oberkommandos für den Ostatlantik (US Commander Eastern Atlantic). Auch nach dem Ende dieses Auftrags verblieb er in Neapel, wo er das Kommando über die Alliierten Streitkräfte in Südeuropa übernahm. Dieses Amt bekleidete er bis zum Januar 1968. Am 1. Februar 1968 schied er aus dem aktiven Militärdienst aus.

Er verbrachte seinen Lebensabend in Washington, D.C. Er starb am 26. Juni 1996 in Melvin Village während eines Golfspiels an Herzversagen. Er fand seine letzte Ruhe auf dem amerikanischen Nationalfriedhof Arlington.

Orden und Auszeichnungen Charles Griffin erhielt im Lauf seiner militärischen Laufbahn unter anderem folgende Auszeichnungen:

Navy Distinguished Service Medal Bronze Star Medal Navy Presidential Unit Citation American Defense Service Medal American Campaign Medal Asiatic-Pacific Campaign Medal World War II Victory Medal National Defense Service Medal Korean Service Medal Orden Georgs I. (Griechenland) Verdienstorden der Italienischen Republik (Italien) Philippine Legion of Honor (Philippinen) Order of Military Merit (Südkorea) Orden der Aufgehenden Sonne (Japan) Order of the Sacred Tripod (Taiwan) UN-Medaille (UNO)

Beförderungen Ensign (Offizier)Ensign, Juni 1927 Lieutenant Junior Grade, Juni 1930 Lieutenant, Juli 1936 Lieutenant Commander, September 1941 Commander, September 1942 Captain, März 1945 Rear Admiral, Februar 1955 Vice Admiral, Januar 1960 Admiral, Juni 26, 1963

Weblinks

Griffin bei Munzinger (zuletzt abgerufen am 21. Januar 2026) Griffins Biografie mit alle Details seiner militärischen Laufbahn (zuletzt abgerufen am 21. Januar 2026) Griffin in der Hall of Valor (zuletzt abgerufen am 21. Januar 2026) Griffin bei der US Naval Academy (zuletzt abgerufen am 21. Januar 2026) Griffin bei Find a Grave (zuletzt abgerufen am 21. Januar 2026)

Kategorie:Admiral (United States Navy) Kategorie:Absolvent der United States Naval Academy Kategorie:Kommandeur United States Naval Forces Europe-Africa Kategorie:Person im Zweiten Weltkrieg (Vereinigte Staaten) Kategorie:Träger der Navy Distinguished Service Medal Kategorie:Träger der Bronze Star Medal Kategorie:US-Amerikaner Kategorie:Geboren 1906 Kategorie:Gestorben 1996 Kategorie:Mann