Helena war im 1. Jahrhundert eine Begleiterin des Simon Magus, die auch in der Lehre des Simon eine bedeutende Rolle spielte. Über Helena berichten frühchristliche Autoren, Justin der Märtyrer, Irenäus von Lyon, Tertullian, Hippolyt von Rom, Origenes und Epiphanios von Salamis, die Simon Magus als Häretiker verurteilten.

Bei Justin wird Helena kurz erwähnt, sie zog demnach mit Simon Magus umher, nachdem sie vorher in einem Bordell gewesen war (Iust. apol.1,26). Bereits hier wird sie als „erster Gedanke“ (Ennoia, gr. ἔννοια) bezeichnet.

Nach Irenäus von Lyon (Iren. adv. haer. I 23) kaufte Simon Magus Helena frei, die als Sklavin in einem Bordell in der Stadt Tyros in Phönizien gewesen war. Diese Anekdote kennt auch Hippolyt (Hippol. haer. VI, 19), der polemisch angibt, dass Simon eine mythologische Geschichte um Helena erfand, weil er sich vor seinen Anhängern schämte.

Mythologie In der bei christlichen Autoren überlieferten Lehre zeugt der höchste Gott mit der Ennoia die Engel und Geisterwesen. Diese schufen dann die Welt und die Menschen. Der Gott und die Ennoia verwandeln sich in neue Personen, Ennoia sei etwa die Helena von Troja gewesen. Nach der ausführlichen Überlieferung im Panarion des Epiphanios von Salamis (Epiph. panar. 21) durchlief sie viele Erscheinungsformen weiblichen Lebens (nicht nur Frauen, sondern auch Tiere). Auch mit der Göttin Athene soll Simon Magus seine Begleiterin gleichgesetzt haben. Am Ende dieser Verwandlungen sollte sie ihre göttlichen Fähigkeiten zurückerhalten. Daher stieg das göttliche Wesen nach dessen eigener Aussage in Form des Simon Magus auf die Erde hinunter, um Ennoia in ihrer letzten Form als Bordellsklavin zu erretten. In dieser mythologischen Darstellung spielen auch christliche Überlieferungen eine Rolle, so soll Simon sich für die Errettung der Helena auf das „verlorene Schaf“ im Lukasevangelium (Luk. 15,4) bezogen haben.

Nach den Überlieferungen verehrte die Anhängerschaft Simon Magus auch in der Form des Zeus und Helena als Athene bzw. Minerva und errichtete ihnen Standbilder (Iren. adv. haer. I 23,4; Hippol. haer. VI,20,1).

Literatur

Pirjo Lapinkivi: Simon and Helena (engl.).

Weblinks zu Quellenübersetzungen Ephiphanios von Salaris, Panharion (engl. Übers.) Hippolyt von Rom, Widerlegung aller Häresien VI, 19 (dt. Übersetzung in der Bibliothek der Kirchenväter BKV) Irenäus von Lyon, Gegen die Häresien I 23, (dt. Übersetzung in der BKV). Justin, 1. Apologie 26 (dt. Übersetzung in der BKV)

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