mini|Džemma Skulme (2009)

Džemma Lija Skulme (geboren am 20. September 1925 in Riga; gestorben am 9. November 2019 ebenda) war eine lettische Künstlerin und moderne Malerin, die eine herausragende Rolle in der Entwicklung der lettischen Kunst und im gesellschaftlichen Leben Lettlands in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts spielte.

Biographie Džemma Skulme kam 1925 in einer Künstlerfamilie zur Welt. Sie war die Tochter des Malers, Graphikers und Bühnenbildners Oto Skulme (1889–1967) und der Bildhauerin Marta Liepiņa-Skulme (1890–1962). Oto, Marta, und Otos Bruder Uga Skulme waren Mitglieder der 1925 gegründeten Rigaer Künstlergruppe „Zaļā vārna“ [Grüner Rabe], die die Kunstszene Lettlands in den 1930er Jahren wesentlich bestimmte.

1949 schloss Džemma Skulme ihr Studium der Bildenden Kunst an der Kunstakademie Lettlands ab und 1955 ihr Studium am Repin-Kunstinstitut in Sankt Petersburg. Ab 1956 war sie Mitglied des Lettischen Künstlerverbandes und von 1982 bis 1992 dessen Vorsitzende. 1976 wurde ihr der Ehrentitel „Volkskünstlerin der Lettischen SSR“ verliehen. Seit 1993 war sie Präsidentin der Jaunrades-Stiftung. 1992 wurde sie zum Ehrenmitglied der Lettischen Akademie der Wissenschaften gewählt. Von der Lettischen Kunstakademie und dem Verband der Lettischen Kunsthochschulen erhielt sie in Anerkennung ihrer Verdienste um die lettische Kultur jeweils die Ehrendoktorwürde verliehen.

Džemma Skulme war von 1947 bis 1953 mit Artūrs Dimiters verheiratet, mit dem sie einen Sohn hatte. Von 1953 bis 1983 war Ojārs Ābols ihr zweiter Ehemann. 2019 starb sie in ihrer Heimatstadt Riga.

Werk Džemma Skulme arbeitete mit Öl, Acryl und Aquarell. Ab den 1970er Jahren entwickelte sie das Thema der Karyatide, in dem sie die ethische und spirituelle Stärke der Frau darzustellen suchte (u. a. „Die Frauen von Nica“, 1968; „Karyatide“, 1979). Sie wandte sich auch dem Thema des Schützen, der lettischen Ethnographie und den Prinzipien der Volkskunst zu. In ihren Gemälden der zweiten Hälfte der 1960er Jahre wurde ihre Weltsicht dramatischer, und sie steigerte die Ausdruckskraft ihrer Werke durch den Einsatz großer Pinsel oder sogar des Malmessers. In Werken wie „Marta mit Maske“ (1973), „Valentīns Skulme als Richard III.“ (1974) und „Dialog“ (1975) schildert die Künstlerin mit spontaner Leichtigkeit dramatische oder heroische Bilder voller Leben und Elan. Mitte der 1950er Jahre erlangte sie auch Anerkennung für ihre Buch- und Zeitschriftenillustrationen. In den 1960er Jahren wandte sich die Künstlerin einer eigenen Technik zu – der Kombination von Acryl- und Ölfarben, wodurch interessante Texturen entstanden. Ihre Malerei wurde in dieser Zeit konzeptueller. In den letzten Jahrzehnten nutzte Džemma den naiven Stil von Kinderzeichnungen, um lebendige und virtuose Kunstwerke zu schaffen. Sie arbeitete als Bühnenbildnerin am Daile-Theater und am Lettischen Puppentheater (1945–1947).

Die lettische Kunsthistorikerin Laima Slava hebt die "Linie" als neues Gestaltungsmittel im Schaffen von Džemma Skulme der 1960er Jahre hervor: „Zuerst ist sie glatt und konstruktiv und definiert die Form einer Figur, dann wird sie leichter und transparenter.“

Rezeption Džemma Skulmes Kunst wurde seit 1949 in zahlreichen Einzelausstellungen präsentiert: Riga (1968, 1985, 1992, 1994, 1995), Moskau (1969, 1984), Genf, Mailand (1971), Vilnius (1976), Fredrikstadt (1994, 1995), Cēsis (1996), Kiew (1997). Ihre Werke wurden in Gruppenausstellungen in New York (1989), München, Bonn und Pittsburgh (1993) gezeigt. Gesamtschauen auf das Schaffen der Künstler-Familie Skulmes wurden in West-Berlin (1981); Pittsburgh (1986); Bergamo (1987) und Riga (1998–1999) ausgestellt.

Ihre Werke sind im Lettischen Nationalen Kunstmuseum, im Zimmerli Art Museum der Rutgers University und in der Tretjakow-Galerie zu sehen. Sie befinden sich außerdem in Privatsammlungen, unter anderem beim russischen Präsidenten und der Königin von Dänemark.

1986 würdigte ein Dokumentarfilm des Riga Film Studio mit dem Titel "Džemma" die Künstlerin. Regie führte Laima Žurgina.

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Maler (Lettland) Kategorie:Volkskünstler der Lettischen SSR Kategorie:Abgeordneter (Oberster Sowjet der UdSSR) Kategorie:Träger des Staatspreises der UdSSR Kategorie:Lette Kategorie:Sowjetbürger Kategorie:Geboren 1925 Kategorie:Gestorben 2019 Kategorie:Frau