mini|Wallonerberg 6, 7 Wallonerberg 6, 7 ist ein denkmalgeschütztes Wohnhaus in Magdeburg in Sachsen-Anhalt.

Lage Das Gebäude befindet sich in der Magdeburger Altstadt auf der Nordseite der Straße Wallonerberg. Östlich schließt sich das in Teilen ebenfalls denkmalgeschützte Haus Wallonerberg 5 an. Gegenüber liegt die Wallonerkirche.

Architektur und Geschichte An dieser Stelle befand sich der Grüne Hof, ein schon 1632 von Otto von Guericke erwähnter Friedhof. Er wurde ab 1680 von der Johannis- und der Petrigemeinde genutzt.Ernst Neubauer, Häuserbuch der Stadt Magdeburg 1631–1720, Teil 1, Herausgeber: Historische Kommission für die Provinz Sachsen und für Anhalt, Magdeburg 1931, Seite 488 Reste der Friedhofsmauer könnten am Haus Wallonerberg 5 erhalten sein. mini|Östlicher Gebäudeteil, 2026 Der heutige, dreigeschossige Ziegelbau entstand als Stift und ist im Stil der Neogotik gestaltet. Der Gebäudekomplex besteht aus Vorder-, Seiten- und Hinterhaus, die um einen großen Hof gruppiert sind. Die Planungen für die Mägdeherberge bzw. Mädchenbildungsanstalt begannen 1870 im Auftrag der Diakonissen. 1871 war der heutige rechte, östliche Gebäudeteil fertiggestellt. Eine am Haus befindliche Jahreszahl erinnert hieran. Dieser Gebäudeteil ist, bedingt durch die deutlich nach Osten abfallende Straße, etwas abgestuft. mini|Westlicher Teil Im Jahr 1882 wurde der Bau um die linke, westliche Hälfte erweitert, wobei auch ein hinteres Seitengebäude angefügt wurde. In dem Seitenhaus wurde zu Ausbildungszwecken eine Kinderkrippe eingerichtet. 1892 wurde ein dreieinhalbgeschossiges Hinterhaus errichtet. Alle drei Bauphasen wurden von der Magdeburger Bau- und Creditbank geplant und ausgeführt.

Die Gebäude sind durch große Segmentbogenfenster geprägt. Bedeckt sind die Bauten mit Satteldächern. Zur Straße hin bestehen zwei kleine, spitze Dacherker.Denkmalverzeichnis Sachsen-Anhalt, Band 14, Landeshauptstadt Magdeburg, Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie, Michael Imhof Verlag, Petersberg 2009, ISBN 978-3-86568-531-5, Seite 540

In den 1930er Jahren gehörte der Komplex der Stadt Magdeburg, die im Haus die Städtische Haushaltungs- und Gewerbeschule mit Seminar und Hausschwesternschule betrieb.Magdeburger Adreßbuch 1939, Verlag August Scherl Nachfolger, Teil II, Seite 192 Im 21. Jahrhundert befindet sich im Haus eine Dienststelle des Landesamtes für Umweltschutz, Lufthygienisches Überwachungssystem (LÜSA) und der Landesanstalt für Landwirtschaft und Gartenbau, Allgemeiner Pflanzenschutz/Pflanzengesundheit.

Im Denkmalverzeichnis des Landes Sachsen-Anhalt ist das Wohnhaus unter der Erfassungsnummer 094 82877 als Baudenkmal verzeichnet.Kleine Anfrage und Antwort Olaf Meister (Bündnis 90/Die Grünen), Prof. Dr. Claudia Dalbert (Bündnis 90/Die Grünen), Kultusministerium 19. 03. 2015 Drucksache 6/3905 (KA 6/8670) Denkmalverzeichnis Sachsen-Anhalt, Seite 2609

Das Haus gilt als prägend für das geschlossene und enge Straßenbild und im Zusammenspiel mit der gegenüberliegenden Kirche, als sozialgeschichtlich wichtiges Zeugnis der kirchlichen Sozialfürsorge des 19. Jahrhunderts.

Literatur Ernst Neubauer, Häuserbuch der Stadt Magdeburg 1631–1720, Teil 1, Herausgeber: Historische Kommission für die Provinz Sachsen und für Anhalt, Magdeburg 1931, Seite 488 Denkmalverzeichnis Sachsen-Anhalt, Band 14, Landeshauptstadt Magdeburg, Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie, Michael Imhof Verlag, Petersberg 2009, ISBN 978-3-86568-531-5, Seite 540.

Einzelnachweise

Kategorie:Kulturdenkmal in Magdeburg Kategorie:Wohngebäude in Magdeburg Kategorie:Erbaut 1871