mini|Schulräume der Gestaltungsschule Material und Form, Mythenstrasse 7 in Luzern

Die Gestaltungsschule Material und Form war eine private Kunstschule in Luzern, die 1990 als Verein gegründet wurde und bis 2003 aktiv war.

Geschichte Gründungsmitglieder waren Anna Margrit Annen, Martin Kolbe, Ruedi Schmidig, Margarit von Büren, Nika Spalinger, Daniela Tuzzi, Viktor Schürmann und Michelle Schmidig. Sie waren ehemalige Dozierende und Studierende der Gestaltungsschule Farbmühle in Luzern, welche wiederum von Lehrpersonen und Studierenden der Kunstgewerbeschule Luzern gegründet worden war. Die Gestaltungsschule Material und Form startete 1990 im Kulturpanorama am Löwenplatz Luzern und zog dann bald an die Mythenstrasse 7, wo die Schule bis 1997 ihren Sitz hatte. Für die noch verbleibenden Jahre ab 1997 fand die Schule ihre Räume im Kulturzentrum Boa am Geissensteinring 41. Es wurde bis zur Auflösung der Kunstschule im Jahre 2003 unterrichtet.

Konzept Das Schulkonzept wurde von der Gründergruppe erarbeitet. Das Ziel war eine fundierte gestalterische Aus- und Weiterbildung für schulentlassene Jugendliche und Erwachsene zu möglichst günstigen Schulgeldern anzubieten. Die Schule konnte deshalb auch berufsbegleitend besucht werden.

Im Dezember 1993 schrieb Martin Kolbe im Luzerner Kulturkalender ein Plädoyer für eine Kunstakademie in der Deutsch-Schweiz. In diesem Plädoyer formulierte er seine grundsätzliche Haltung zum Kunstunterricht.

Ausbildungsangebote Die Gestaltungsschule Material und Form hatte drei verschiedene Ausbildungsangebote:

Ein gestalterisches Grundstudium, das während zwei Jahren an wöchentlich drei Tagen stattfand. Ein Hauptstudium «Freie Kunst», welches während zwei Jahren an drei Tagen in der Woche stattfand. Regelmässig Abendkurse Die Möglichkeit im Hauptstudium in einem bestimmten Fach, zum Beispiel Performance, zu hospitieren.

Das Grundstudium beinhaltete ein vielseitiges Angebot: Zeichnen, Malerei, Aktzeichnen, dreidimensionales Arbeiten, Philosophie, Kunstgeschichte, Radieren, Drucken, Fotografie, Performance, biografische künstlerische Arbeit, Reflexion, Mentoring bei der Entwicklung eigener künstlerischer Arbeiten. Regelmässig wurden zusätzlich Gast-Dozierende für Workshops eingeladen. Die Schule bot viel Raum für die Umsetzung individueller Ideen oder Gemeinschaftsprojekte einer ganzen Klasse wie zum Beispiel für ein Filmprojekt. Es fanden experimentelle Musik- und Malerei-Projekte und Performance- Aufführungen in den Räumen vom Café Parterre in Luzern statt.

Das Hauptstudium «Freie Kunst» beinhaltete das Aufbauen einer eigenen künstlerischen Arbeit, umrahmt von Kunstgeschichte, Philosophie, Mentoring und regelmässigen Reflexionsgesprächen in der Klasse und mit Dozierenden. Am Ende des Hauptstudiums konzipierten die Studierenden in Begleitung von Dozierenden eine Abschlussausstellung, die in Luzern durchgeführt wurde.

Während des Vorkurses und des Hauptstudiums gab es pro Jahr eine Weiterbildungsreise, zum Beispiel nach Köln, oder eine Arbeitswoche, wie 1990 in Wila, 1991 in Engelberg oder 1992 in Arbois, im französischen Jura. Es wurden auch Filmnächte von Studierenden organisiert und in den Schulräumen durchgeführt.

Weiterbildungen fanden vorwiegend am Abend in den Schulräumen statt. Die Angebote waren: Aktzeichnen, Philosophie, Radieren, Malen, Performance.

mini|Ausbildungsbescheinigung der Gestaltungsschule Material und Form Luzern mini|Testat der Gestaltungsschule Material und Form Luzern

Organisation

Schulleitung

1990 bis 1993: Ernst Martin Kolbe und Anna Margrit Annen 1994 bis 2000: Max Markus Frei und Andi Rieser 2000 – 2003: Margarit von Büren und Catherine Huth

Sekretariat

Ausstellungen

1993: Studierendenausstellung, Kulturpanorama Luzern 1995: Studierendenausstellung, Kulturpanorama Luzern 1996: Performanceabend, Parterre Luzern

Personen

Dozierende

Anna Margrit Annen Ernst Martin Kolbe Rambert Bellmann Jörg Meyer Rolf Furrer Andi Rieser, 1990–2000 Horta Van Hoye Alois Hermann Monika Günther Nika Spalinger Daniela Keiser Max Markus Frei Vre Greile Esther Bättig Annelise Zwez Hanna Gagel

Gastdozierende

Julia Müller Muda Mathis, Jörg Lenzlinger Peter Spillmann Ulli Langenbach

Ehemalige Studierende

Peter Spillmann Catherine Huth Ute Klein Sami Gallati Tatiana Witte Mondo Messmer Stefan Brühlhart Rahel Toenz Pia Frei Ruth Bättig Christine Bänninger Heinz Anderrueti Michaela Allemann Sonja Beer Werner Neuhaus Monika Ackermann Damian Hitz Jacqueline Jollet-Iseli Be Grönquist Irma Steinmann Mathias Naeff Ursi Rohrer Sibylle Giarmati Andrea Heurteur Barbara Sturm Margarit von Büren

Presseartikel

1993: Eva Kramis: Der eigenen Freiheit ausgesetzt, Luzerner Neuste NachrichtenEva Kramis: «Gestaltungsschule Material und Form stellt im Kulturpanorama aus: Der eigenen Freiheit ausgesetzt», Luzerner Neuste Nachrichten, 1. März 1993

Einzelnachweise

Kategorie:Schule in Luzern Kategorie:Kunstschule