mini|Schillerstraße 20 Das Haus Schillerstraße 20 ist ein Wohn- und Geschäftshaus am nördlichen Ende der Schillerstraße in der Weimarer Altstadt.

Geschichte 1914/15 entstand der heutige dreistöckige Bau mit ausgebautem Mansarddach, dessen Architekten Rudolf Zapfe und sein Bruder Otto Zapfe waren, auf einem Grundstücksteil, der zum ehemaligen Redoutenhaus gehörte. Auftraggeber war der Hofbuchbinder Paul Lüttich. Lüttich übernahm 1903 die 1835 von August Lüttich gegründete Firma, die schon somit seit mehreren Generationen existierte. Die Buchbinderei existiert wohl bis heute in der Schillerstraße 20.Art. Buchbindereien, in: Gitta Günther, Wolfram Huschke, Walter Steiner (Hrsg.): Weimar. Lexikon zur Stadtgeschichte. Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1998, S. 59 f.Homepage der Buchbinderei Lüttich Obgleich zeitgleich mit dem südlichen Nachbarhaus Schillerstraße 18 erstellt nach Entwurf obengenannter Architekten unterscheidet es sich sowohl in seiner Geschossbildung als auch in seiner Formgebung deutlich. Aufgrund der verspringenden Grundstücksgrenzen sind beide Häuser im Grundriss hakenförmig miteinander verzahnt. Die Ladenzone ist mit hellem Sandstein verkleidet, während die Obergeschosse verputzt sind. Farblich ist deren Putz von der Ladenzone abgesetzt. Das Ladenfenster mit Ladeneingang ist ein breites Korbbogenfenster, über dem ein Kastenerker angeordnet ist, der bis an das Mansarddach reicht, wo dieser in einer Loggia mit Balustrade endet. Links davon ist ein etwas kleineres Schaufenster mit Rundbogen. Rechts davon ist der rundbogige Hauseingang. Diese Anordnung beton die Symmetrie des Hauses. Der Kunsthistoriker Rainer Müller hebt in dem Band zur Denkmaltopographie in Weimar hervor, dass sämtliche Geschossdecken in Eisenbeton ausgeführt wurden. Bemerkenswert sind auch die Klappläden der Obergeschosse, die an den Reformstil erinnern. Die wandgebundene Ausstattung der Erbauungszeit ist weitgehend unverändert überliefert. Dazu gehören u. a. die zweiläufige Steintreppe, die Bodenfliesen im Hausflur und die Stuckdecken, Parkettfußböden und Feldertüren in den Wohnräumen.Rainer Müller: Kulturdenkmale in Thüringen: Stadt Weimar. Band 4.1.: Altstadt. E. Reinhold Verlag, Erfurt 2009, S. 479. Außer der erwähnten Buchbinderei befindet sich hier ein Modegeschäft.Marc Cain Store, Weimar auf firmania.de

Das Haus ist 1928 bei August Lehrmann wohl erstmals erwähnt.August Lehrmann (Hrsg.): Weimar. (= Neue Stadtbaukunst) F. E. Hübsch, Berlin u. a. 1928, S. XIII und Abb. 6. (Digitalisat auf klassik-stiftung.de)

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