mini|hochkant|Grundsteinlegung am 25. Mai 2025, mit Einlegung einer Zeitkapsel, v. l. n. r.: OB Henriette Reker, Lutz Wingerath (Kölner Sportstätten), Andrea Milz (Staatssekretärin für Sport), Frank Höller (Kölner Sportstätten) mini|hochkant|Das Velodrom während der Bauarbeiten (2026) mini|hochkant|Die Dachunterkonstruktion aus Stahl (2026) mini|hochkant|Der Kölner Oberbürgermeister Torsten Burmester (l.) und German-Cycling-Ehrenpräsident Rudolf Scharping bei einer Besichtigung der Baustelle im Januar 2026 Das Albert-Richter-Velodrom – Radsportzentrum NRW ist eine multifunktionale Sporthalle mit Radrennbahn im Kölner Stadtteil Müngersdorf, die sich seit 2024 im Bau befindet. Das Velodrom ist die dritte Radrennbahn an gleicher Stelle seit 1923. Die Fertigstellung ist für 2027 geplant. Das Velodrom wird ein Leistungszentrum für Bahnradsport und soll zudem den Basketballern der RheinStars und den Volleyballerinnen von DSHS Snowtrex als Spielstätte dienen.

Geschichte Im Mai 2019 entschied die Landesregierung Nordrhein-Westfalen, das bisherige Radstadion Köln aus dem Jahr 1996 umfassend zu modernisieren und zu einem Leistungszentrum für Bahnradsport auszubauen. Zudem sollte die neue Halle als Multifunktionshalle für weitere Sportarten tauglich sein, so für Volley- und Basketball. Das neue Velodrom ist die dritte Radrennbahn in Müngersdorf an gleicher Stelle, neben dem Rheinenergiestadion im Sportpark Müngersdorf gelegen und in Nachbarschaft der Deutschen Sporthochschule. Weitere deutsche Leistungsstützpunkte für Bahnradsport befinden sich in Cottbus und Frankfurt (Oder).

Die Bewerbung um den Zuschlag basierte auf Plänen des Münsteraner Architekten Ralph Schürmann. Die Halle sollte überdacht werden, damit auch im Winter die Ausübung von Sport und die Austragung von Wettbewerben möglich sind. Für Sportler und Trainer sollte ein Gebäude auf der Ostseite erstellt werden. Hier sollten Spitzen- und Nachwuchssportler gefördert werden, Schul- und Hochschulsport stattfinden und Studierende der Deutschen Sporthochschule trainieren und forschen.

Im Juli 2021 beschloss der Rat der Stadt Köln diesen Umbau der Multifunktionsarena als Teil des neuen Radsportzentrums NRW durch die Kölner Sportstätten GmbH. Für Radsportveranstaltungen sollen 4000 Zuschauerplätze zur Verfügung stehen, 3000 Plätze bei den Ballsportarten Basketball und Volleyball. Im Innenraum der Halle werden die Basketballer der RheinStars Köln und die Volleyballerinnen von DSHS SnowTrex Köln ihre Wettkämpfe austragen, beide Sportarten warten seit Jahren auf eine passende Halle mit entsprechender Zuschauerkapazität, um zukünftig erstklassig spielen zu können. Die Bauarbeiten sollten bis Ende 2024 abgeschlossen werden. Die Kosten von rund 60 Mio. Euro sollten zu gleichen Teilen vom Bund, dem Land Nordrhein-Westfalen und der Stadt Köln übernommen werden. Der Umbau sollte die günstigere Lösung gegenüber einem Neubau sein.

Bau Mitte Juli 2022 wurde mit dem teilweisen Abriss des vorherigen Stadions begonnen, nur die Unterbauten für die Tribünen und ein Funktionsgebäude blieben stehen. Im Dezember 2023 entschied der Kölner Stadtrat, das Projekt trotz stark gestiegener Baukosten (122,7 Millionen statt 60,4 Millionen Euro) zügig fortzusetzen; mit einer Fertigstellung wurde zunächst für 2025 gerechnet. Nach erneuten Verzögerungen wurde der März 2027 als neuer Termin der Fertigstellung genannt. Als Gründe für den neuerlichen Aufschub wurden die Corona-Epidemie und der Beginn des Ukraine-Krieges angegeben. Auch dieser Termin wurde auf den Juli 2027 verschoben. Bis zur Inbetriebnahme des neuen Velodroms dient das rund 40 Kilometer entfernte Sportforum Kaarst-Büttgen als Trainingsstätte für den Leistungsstützpunkt NRW.

Im Dezember 2024 starteten die Bauarbeiten. Die Grundsteinlegung erfolgte am 25. Mai 2025. Der bisher halboffenen Radrennbahn war ein Gebäude angegliedert, das erhalten und erweitert wird. Auf vier Etagen werden sich Umkleideräume für die Sportlerinnen und Sportler, Büroräumlichkeiten des Radsportverbandes NRW und Zuschauerlogen befinden. Zudem ist ein Hostel vorgesehen. Die Bruttogrundfläche wird 21.690 Quadratmeter betragen. Das Velodrom erhält eine neue Bestuhlung und wird mit einem Dach aus einer Stahlrohr-Konstruktion zur Halle umgebaut. Das Dach wird in zwei Richtungen geneigt sein und 110 mal 70 Meter messen. Die „imposante Stahlkonstruktion“ wird mit Trapezblechen und einer Dämmung versehen und mit einer Haut aus weißer Folie bedeckt. Zusätzlich entsteht ein Neubau mit Wellness-, Physio- und Büroräumen. Lutz Wingerath, Geschäftsführer der Kölner Sportstätten, sprach von einem „neuem Wahrzeichen“ für Köln.

Benennung Eine Bürgerinitiative erreichte, dass die Bahn im vorherigen Radstadion zur Eröffnung 1996 nach Albert Richter benannt wurde. Der Kölner Radsportler war 1940 mutmaßlich von der Gestapo im Gefängnis von Lörrach ermordet worden. 1932 gewann Richter in Rom die Amateurweltmeisterschaft im Sprint im Stadio Nazionale del PNF, deren Bahn der Münsteraner Architekt Clemens Schürmann für die Bahn-Weltmeisterschaften geplant hatte. Die Bahn wurde drei Jahre später in das Velodromo Maspes-Vigorelli in Mailand verbaut.

Ab 2021 setzte sich eine weitere Initiative von engagierten Radsport-Fans und Lokalpolitikern erfolgreich dafür ein, dass das neue Velodrom ebenfalls nach Albert Richter benannt wird. Der Platz vor der neuen Sportstätte soll den Namen von Ernst Berliner erhalten, dem jüdischen Manager von Richter.

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