mini|Schmiedstor Großeibstadt|160x160px Das Schmiedstor ist ein historisches Torhaus im Ortskern von Großeibstadt (Unterfranken). Es bildet bis heute in Einheit mit der anliegenden Schmiede einen der Ortseingänge. Die Bezeichnung Schmiedstor hat sich im örtlichen Sprachgebrauch für das Torhaus eingebürgert und wird umgangssprachlich bis heute verwendet.
Lage Die Gemeindeschmiede befindet sich im historischen Ortskern, am östlichen Dorfausgang von Großeibstadt (Hauptstraße 8). Das Torhaus wird bis heute als Ortsein- und ausfahrt genutzt. mini|213x213px|Schlafzimmer mit Holzbett
Geschichte mini|160x160px|Zeichnung Dorfbefestigungsanlage
Torhaus Das Tor wurde 1631 erbaut und erinnert an die ehemalige Dorfbefestigungsanlage, zu der ursprünglich drei weitere Tore gehörten. 1615 werden die drei Tore erstmals erwähnt: Das untere, das obere und das Wiesentor. 1631 kam noch das Schmiedstor hinzu, welches das einzige der vier Tore ist, das bis heute noch erhalten geblieben ist. Die Besonderheit stellt die seltene bauliche Einheit aus Schmiede, Tor und Wohnhaus dar. In Unterfranken soll es nur zwei solcher Gebäude gegeben haben, die diese drei Verwendungszwecke vereinen. mini|213x213px|Schmiede von innen
Schmiede mini|160x160px|Schmiede von innen Die Gemeindeschmiede diente der landwirtschaftlichen Versorgung des Dorfes. Der Gemeindeschmied war verpflichtet, landwirtschaftliche Geräte wie Pflugscharen zu reparieren und weitere Schmiedearbeiten auszuführen. Die Entlohnung erfolgte lange Zeit in Naturalien, unter anderem in Form von Getreide.
Neben seiner handwerklichen Tätigkeit übernahm der Schmied weitere Aufgaben, etwa als Spritzenmeister bei Bränden sowie Wartungs- und Reparaturarbeiten an gemeindeeigenen Gebäuden. Die Pachtverhältnisse waren zeitlich befristet und durch feste Abgaben geregelt. Bis in die 1950er Jahre wurde das Schmiedehandwerk in dem Gebäude ausgeübt, verlor jedoch mit dem technischen Fortschritt zunehmend an Bedeutung.
Museum Nach dem Ende des regulären Schmiedebetriebs blieb das Gebäude erhalten. Durch das Engagement einzelner Personen im Dorf, wurde die Schmiede später als kleines Museum hergerichtet. Teile der historischen Einrichtung sowie Werkzeuge blieben erhalten und ermöglichen Einblicke in das frühere Handwerk. Daneben findet man dort auch weitere archäologische Fundstücke aus den Gräberfeldern bei Großeibstadt sowie Erläuterungen zur Dorfgeschichte.
Architektur mini|160x160px|Einfahrt Bei dem Gebäude handelt es sich um einen historischen Massivbau mit Satteldach. Die Schmiede weist typische Merkmale ländlicher Zweckbauten auf, darunter eine große Toröffnung, massive Außenwände und eine funktionale Raumaufteilung. Im Inneren befinden sich die ehemalige Schmiedeesse, Arbeitsbereiche sowie bauliche Hinweise auf die handwerklichen Nutzung. Dach und Mauern stammen teilweise noch aus älteren Bauphasen. mini|213x213px|Außenfassade mit Wappen Der Kunstdenkmälerband beschreibt das Torhaus als eingeschossig gemauerte Anlage mit rundbogiger Toröffnung und Durchfahrt mit Balkendecke. An der Innenseite befindet sich eine Sandsteinplatte mit dem Wappen des Fürstbischofs Julius Echter von Mespelbrunn, unter welchem das Bauwerk errichtet wurde.
Der Rundbogen beginnt bei 2,65 Meter, weshalb die Durchfahrt bis heute auf diese Höhe beschränkt ist. 1964 wurde das Gebäude erstmals umfassend renoviert und 1974 saniert und mit einem Fußgängerdurchgang versehen, um ein gefahrloses Passieren zu ermöglichen. Zuletzt wurde das Schmiedstor 2009 erneut saniert.
Denkmalschutz Die Gemeindeschmiede steht unter Denkmalschutz und ist in der Denkmalliste des Freistaates Bayern eingetragen. Abrisspläne wurden in den 1960er Jahren verworfen, nachdem das Gebäude als schützenswertes historisches und kulturgeschichtlich relevantes Bauwerk anerkannt wurde.
Heute mini|213x213px|Selfiepoint Heute dient die ehemalige Gemeindeschmiede nicht mehr ihrem ursprünglichen Zweck, wird jedoch weiterhin als historisches Gebäude und Museum geschätzt und ist Teil des kulturellen Erbe des Ortes. Das Gebäude erfüllt vor allem eine denkmalpflegerische und heimatgeschichtliche Funktion.
Für das Projekt Treffpunkt Grabfeld wurde das Schmiedstor als wichtiger Kulturort des Dorfes gewählt und soll die kulturelle Vielfalt der Region aufzeigen. Mit einem QR-Code versehen, verweist die Informationstafel direkt am Gebäude auf weitere Informationen über dessen historische Bedeutung. Dieses Projekt wurde von dem Archäologischen Museum in der Schranne in Bad Königshofen initialisiert und umfasst viele weitere Orte aus den umliegenden Gemeinden.
Literatur Albert, Reinhold: Gemeinde Großeibstadt. Chronik Großeibstadt. Gemeinde Großeibstadt (Hrsg.). Mellrichstadt: Druckerei Mack GmbH & Co. KG, 2017.
Weblinks
Schmiedstor Großeibstadt In: museen.de Großeibstadt – Schmiedstor. In: Regionales Kultur - und Informationsportal für das Grabfeld Schmiedstor. In: Museumsportal des Freistaats Bayern
Einzelnachweise
Kategorie:Bauwerk in Großeibstadt Kategorie:Baudenkmal in Großeibstadt