Julius Lekakeny Sunkuli, EGH, EBS (* um 1963) ist ein kenianischer Politiker der Kenya African National Union (KANU), der von 1992 bis 2002 Mitglied der Nationalversammlung war und zeitweise stellvertretender Minister sowie Minister war. Er fungierte zwischen 2008 und 2012 als Botschafter in der Volksrepublik China. Seit 2022 ist er wieder Mitglied der Nationalversammlung.

Leben Julius Lekakeny Sunkuli besuchte von 1969 bis 1975 die St. Joseph Sosio Primary School, wo er sein Grundschulabschlusszeugnis CPE (Certificate of Primary Education) erwarb. Anschließend besuchte er von 1976 bis 1979 die Kilgoris Secondary School und erlangte dort sein kenianisches Schulabschlusszeugnis KCE (Kenya Certificate of Education). Daraufhin begann er ein Studium der Rechtswissenschaften an der University of Nairobi (UON), das er 1986 mit einem Bachelor of Laws (LL.B.) beendete, und schloss daraufhin 1988 ein postgraduales Studium der Rechtswissenschaften an der Kenya School of Law ab. Er begann seine juristische Laufbahn in der Justiz und war von 1988 bis 1992 als Richter tätig.

1992 ging Sunkuli in die Politik und wurde für die Kenianische Afrikanische Nationalunion KANU (Kenya African National Union) erstmals Mitglied der Nationalversammlung und vertrat in dieser zehn Jahre lang bis 2002 den Wahlkreis „Kilgoris“. Während seiner politischen Laufbahn war er während der Amtszeit von Staatspräsident Daniel arap Moi von 1992 bis 1997 als stellvertretender Minister und anschließend von 1998 bis 2003 als Staatsminister im Präsidialamt tätig und als Staatsminister für innere Sicherheit und Verteidigung. In dieser Funktion stellte er 1999 im Parlament den Bericht der Kommission für Teufelsanbetung (Devil Worship Commission) vor, eine Regierungskommission, die am 20. Oktober 1994 von Präsident Daniel arap Moi eingesetzt wurde und unter dem Vorsitz von Erzbischof Nicodemus Kirima den Auftrag hatte, die Problematik der Teufelsanbetung in Kenia zu untersuchen. Während Sunkulis Amtszeit als Staatsminister für innere Sicherheit und Verteidigung wurden kenianische Truppen der UN-Mission in Sierra Leone UNAMSIL (United Nations Mission in Sierra Leone) von der Revolutionären Vereinigten Front RUF (Revolutionary United Front), einer Rebellengruppe unter der Führung von Foday Saybana Sankoh, angegriffen. Die Rebellengruppe wurde im elfjährigen Bürgerkrieg in Sierra Leone von der Nationalen Patriotischen Front Liberias NPFL (National Patriotic Front of Liberia) unter Charles Taylor unterstützt. Sunkuli leitete die kenianische Delegation, bestehend aus Mitgliedern des parlamentarischen Verteidigungs- und Außenpolitikausschusses, die die Freilassung der von der Rebellengruppe in Sierra Leone gefangengenommenen kenianischen Soldaten sicherstellte.

1999 gaben zwei Schülerinnen an, von ihm vergewaltigt worden zu sein. Sunkuli soll ihnen Geld für eine Abtreibung angeboten haben, doch die 14-jährige Florence entschied sich, ihr Kind zu behalten. Der katholische Priester John Anthony Kaiser brachte die Mädchen mit dem Verband der kenianischen Anwältinnen (Kenyan Federation of Women Lawyers) in Kontakt. Die Anwältinnen reichten die Beweise bei der Regierung ein, doch Sunkuli wurde nie angeklagt. Stattdessen stürmte die Polizei das Gebäude, in dem sich die Mädchen versteckt hielten. 2002 kandidierte er für seine Wiederwahl in die Nationalversammlung, verlor jedoch die Wahl gegen seinen Parteifreund Gideon Sitelu Konchella.

Nach seinem Ausscheiden aus dem Parlament wurde Julius Sunkuli 2002 Seniorpartner der Anwaltskanzlei „Sunkuli & Company Advocates“. 2008 wurde er von Staatspräsident Mwai Kibaki als Nachfolger von Ruth-Grace Sereti Solitei zum Botschafter in der Volksrepublik China ernannt und verblieb auf diesem diplomatischen Posten in Peking bis 3. September 2012, woraufhin Michael Denis Mukiri Kinyanjui am 11. Oktober 2013 zum neuen Botschafter ernannt wurde. Nach seiner Rückkehr nahm er seine Tätigkeit als Rechtsanwalt wieder auf absolvierte von 2016 bis 2018 er ein Masterstudium der Rechtswissenschaften an der De Montfort University in Leicester, welches er mit einem Master of Laws (LL.M.) beendete. Anschließend nahm er seine Anwaltstätigkeit wieder auf, bis er bei der Wahl am 9. August 2022 für die KANU im Wahlkreis „Kilgoris“ wieder zum Mitglied der Nationalversammlung gewählt wurde. Zurzeit ist er ist Mitglied des Ausschusses des Ministeriums für Justiz und Recht. Für seine Verdienste wurde er zum Elder des Order of the Golden Heart (Kenia) (EGH) und des Order of the Burning Spear (EBS) ernannt.

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Einzelnachweise

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