Arnold Hünerwadel (* 10. Dezember 1877 in Lenzburg; † 20. September 1945 ebenda) war ein Schweizer Bildhauer.

mini|hochkant|Hünerwadels Grabmal in Lenzburg Leben Arnold Hünerwadel wurde 1877 in Lenzburg geboren. Mit zwei Jahren verlor er seinen Vater, worauf seine Mutter mit ihm nach Zürich übersiedelte. Dort besuchte er das Gymnasium und begann von 1894 bis 1896 bei Richard Kissling seine künstlerische Ausbildung. Anschliessend setzte er seine Studien von 1896 bis 1899 an der Beaux-Arts in Paris fort, wo er Meisterschüler von Louis-Ernest Barrias wurde. Es folgten Studienjahre in München (1900–1901) und in Florenz (1901–1905).

Zwischen 1911 und 1916 war Hünerwadel als freischaffender Bildhauer in Berlin tätig. 1912 heiratete er die geschiedene Bertha Hassler. 1916 liess er sich dauerhaft in Zürich nieder, wobei er ein weiteres Atelier in Lenzburg unterhielt. Er starb 1945 bei den Vorbereitungen zu einer Ausstellung über sein Schaffen in Lenzburg.Peter Mieg: Der Plastiker Arnold Hünerwadel. In: Lenzburger Neujahrsblätter. Band 17, 1946, S. 39–42 (online).

Seine Tochter Gisela Hünerwadel-Bois (1920–1998) war ebenfalls künstlerisch tätig.

Werke Hünerwadels plastisches Werk umfasst Arbeiten in Majolika, Terrakotta, Stein und Bronze. In Zürich schuf er zahlreiche Fassadenreliefs, Dekorationsskulpturen an Bauten sowie Figuren für Brunnenanlagen, vor allem weibliche Akte.

Werke in Zürich 1910–1915: vier Nischenfiguren, Kunsthaus 1910: Skulptur «Sankt Nikolaus und böse Buben», Klausbrunnen, Platzanlage Neustadtgasse/Frankengasse 1910: Relief «Ruhende Nymphe mit Amor», Monumentalbrunnen, Aufgang Kirche Unterstrass 1910: «Blumenspendende kauernde Frau», Familiengrab Wunderly-von Muralt, Friedhof Sihlfeld 1910/1011: Skulpturen von zwei Putten mit Füllhorn, Tor zum Innenhof der Schule Limmat A, Limmatstrasse 90 1911: Säule und Figur «Allegorie des Frühlings», Napfbrunnen, Napfgasse/Spiegelgasse 1911: Relief «Kniende Flötenbläserin in einem Tabernakel, je ein Putto mit Kranz», Grab Schwarzenbach 1912: Grabmal für Richard Schwarzenbach, Friedhof Sihlfeld (zusammen mit Heman) 1912–1914: Skulpturen zweier Brunnenanlagen beim Haupteingang zum Friedhof Sihlfeld 1914: Reliefs «Kaiser Karl mit seinen Paladinen», Karlsbrunnen, Kreuzgang Grossmünster 1914: Reliefs am Brunnen des Schulhauses Hohe Promenade 1914–1915: zwei Portallöwen, Schweizerische Rückversicherungsanstalt (Swiss Re), Mythenquai 60 1916: Relief mit zwei sitzenden Frauengestalten (Wissenschaft als Lichtbringerin und Enthüllerin), Giebelfeld der Zentralbibliothek 1919: «Zwei Puttengruppen vor einem dunklen Garten mit einer hohen Vase», Grabmal Jacques Huber 1922: Relieffiguren über dem ersten Stockwerk der Schweizerischen Nationalbank 1924: «Engel mit langen gesenkten Flügeln» und «Schlanke Schreitende vor dunklem Grab», Grabmal Reiff-Frank, Friedhof Fluntern 1925–1926: zwei Löwen und «Kluge und törichte Jungfrau», Aufgang Ost zur Kirche Enge 1929: Mädchenfigur, Wohnhaus Lavaterstrasse 15 1929–1930: zwei Skulpturen «Mütter mit Tochter und Sohn», Schulhaus Milchbuck, Guggachstrasse 11–15 1929–1930: Manessebrunnen, Hirschengraben

Werke in Lenzburg «Grosse Kniende mit erhobenen Händen», Spittel Terrakottareliefs, Angelrain-Gemeindeschulhaus Justitia, Bezirksgebäude Engelspaar als Träger einer Sonnenuhr, Schülergarten farbige Majoliken, Haus an der Burghaldenstrasse

Weitere Werke 1911: Heinrich-Bosshard-Denkmal, Winterthur-Seen, zusammen mit Robert Rittmeyer 1928: Medaillen der Olympischen Winterspiele in St. Moritz

Literatur Peter Mieg: Der Plastiker Arnold Hünerwadel. In: Lenzburger Neujahrsblätter. Band 17, 1946, S. 39–42 (online).

Weblinks

Hünerwadel, Arnold auf Kunstbreite.ch

Einzelnachweise

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