mini|Johan Hegermann-Lindencrone, 1913. Johan Henrik Hegermann-Lindencrone (* 21. Juli 1838 in der Jægersborg-Kaserne, Gentofte Kommune, Dänemark; † 8. Dezember 1918 in Kopenhagen) war ein dänischer Diplomat.

Biographie Familie, Ausbildung und frühe Karriere Hegermann-Lindencrone war der Sohn von Generalleutnant Cai Hegermann-Lindencrone (1807–1893) und der Bruder von Fritz Hegermann-Lindencrone (1840–1938). Er besuchte die renommierte Internatsschule Herlufsholm, die er 1856 mit dem Abitur abschloss. 1862 legte er sein staatswissenschaftliches Examen ab und trat im selben Jahr als Volontär in das dänische Außenministerium ein. Obwohl er aufgrund von Stellenkürzungen nach dem Krieg von 1864 im Jahr 1866 formal entlassen wurde, blieb er dem Ministerium als außerplanmäßiger Kanzlist erhalten.

Im Herbst 1867 begleitete er Prinz Hans von Glücksburg nach Griechenland, wo dieser kurze Zeit später zum Regenten ernannt wurde. Nach seiner Rückkehr wurde Hegermann-Lindencrone zum Legationssekretär ernannt und diente zunächst in Stockholm, später in Sankt Petersburg.

Diplomatische Laufbahn Hegermann-Lindencrones Karriere führte ihn an die wichtigsten diplomatischen Schauplätze der Zeit:

1872–1880: Vertreter Dänemarks in Washington, D.C. (zunächst als Geschäftsträger und Generalkonsul, später als Ministerresident).

1880–1890: Königlicher Gesandter in Rom.

1890–1897: Gesandter in Stockholm.

1897–1902: Gesandter in Paris.

1902–1912: Gesandter in Berlin.

Privatleben Am 21. Oktober 1875 heiratete er in Cambridge, Massachusetts, Anna Lillie Moulton (geborene Greenough) (* 18. Juni 1844; † 17. März 1928). Seine Frau war eine bekannte Sängerin und Autorin, die durch ihre Memoiren über das Leben an den europäischen Höfen internationale Bekanntheit erlangte.

Titel und Auszeichnungen Hegermann-Lindencrone stieg auch innerhalb der höfischen Hierarchie und des Ordenswesens in die höchste Ränge auf und wurde mit den folgenden Titeln ausgezeichnet: Kammerjunker (1866), Kammerherr (1874) und schließlich Geheimer Konferenzrat (1912).

1867 wurde er zum Ritter des Dannebrogordens ernannt, 1878 wurde er Dannebrogsmann, 1882 und 1890 erhielt er die Kommandeurskreuze 2. und 1. Klasse des Ordens und 1900 schließlich das Großkreuz. Als besondere Auszeichnung erhielt Hegermann-Lindencrone 1907 auch noch die Brillanten zum Großkreuz, eine außerordentlich seltene Auszeichnung.

Er verstarb 1918 und wurde auf dem Garnisonsfriedhof in Kopenhagen beigesetzt. Ein Porträtgemälde des Künstlers C.M. Ross aus den 1880er Jahren zeigt ihn auf dem Höhepunkt seiner Laufbahn.

Literatur

Albert Emil Leth & Gustav Ludvig Wad: Meddelelser Om Dimitterede Fra Herlufsholm Fra Skolens Stiftelse 1565 Til 1875. Originalausgabe: 1923. Reprint: Nabu Press. 2010. ISBN 978-1145137691.

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