mini|Cesare Berra: Maria mit dem Kinde (1895), Grabmal der Familie Foglia, Friedhof Grancia Cesare Berra (* 4. Februar 1850 in Sankt Petersburg; † 17. Februar 1898 in Freiburg i. Üe.) war ein Schweizer Bildhauer.

Leben Cesare Berras Vater Davide war ein Tessiner Architekt, der mit seiner Ehefrau Maria Cerfoglio ins Russische Kaiserreich auswanderte und hier reich wurde. Cesare wurde 1850 in der Hauptstadt Sankt Petersburg geboren, bereits 1853 zog die Familie aber wieder zurück ins Tessin, wo er dann aufwuchs. Er besuchte die Schule in Como und studierte zwischen 1868 und 1874 bei Giovanni Strazza an der Accademia di Brera in Mailand. 1871 stellte er hier einen Johannes der Täufer aus, für den er eine Goldmedaille erhielt. 1876 erscheint er noch als freier Künstler in Mailand. Zwischenzeitlich ging er nach Nizza und Sankt Petersburg, ehe er 1882 ein Atelier in Certenago eröffnete.Giulio Foletti: Cesare Berra. In: Arte nell’Ottocento. La pittura e la scultura del Cantone Ticino (1870–1920). Dadò, Locarno 2001, ISBN 88-8281-068-2, S. 133.

Neben seiner offenbar sehr fruchtbaren Tätigkeit als Bildhauer verfolgte Berra auch eine Karriere als Pädagoge. Er unterrichtete eine Weile an der Scuola di disegno e plastica in Lugano und wurde schliesslich von der Kantonsregierung zu deren Leiter berufen. Mit Antonio Ciseri und Giacomo Martinetti sass er in der Kommission, welche die Zeichenschulen des Kantons überprüfte. Im September 1897 trat er eine Stelle am Technikum in Freiburg an, wo er die Bildhauerabteilung leiten sollte, verstarb aber kurz darauf, am 17. Februar 1898, überraschend mit 48 Jahren.Nécrologie. In: Le confédéré de Fribourg. 20. Juli 1898, S. 3 (online). Sein Nachfolger wurde sein Landsmann Ampellio Regazzoni.

Werke In seinem grundsätzlich klassizistisch-akademistischen Stil verarbeitete Berra Anregungen aus der Kunst der klassischen Antike und der Renaissance, aber auch der Scapigliatura.Giulio Foletti: Cesare Berra. In: Arte nell’Ottocento. La pittura e la scultura del Cantone Ticino (1870–1920). Dadò, Locarno 2001, ISBN 88-8281-068-2, S. 134. Alle seine Gipsmodelle, Marmorskulpturen, Zeichnungen und weiteren Dokumente, die in seinem Atelier aufbewahrt waren, gingen in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts verloren, weswegen nur noch seine Beiträge zu Grabmälern bekannt sind. Diese umfassen: 1875: Grabmal von Giuseppe Andreoli, Friedhof Carona (heute Stadtteil von Lugano) 1880: Grabmal der Familie De Signori, Friedhof Gentilino 1885: Porträt von Anna Airoldi Riva, heute am Grabmal der Familie Airoldi, Monumentalfriedhof Lugano 1887: Grabmal des Bischofs Eugène Lachat, Kirche Sacro Cuore, Lugano 1895: Grabmal der Familie Foglia, Friedhof Grancia 1895: Putten auf einem Kindergrab in der Grabnische der Familie Airoldi, Monumentalfriedhof Lugano 1898: Reliefs der drei Altäre im Grand Séminaire, Freiburg Auf dem Friedhof von Gentilino stammen von Berra ferner Medaillons von Sebastiano und Isabella Cerfoglio, eine Büste von Emilio Donini, das Grabmal von Rina Gilardi und der Sarkophag von Francesco Lucchini.

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

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