mini|200px|Jaclyn Tsai (2015) Jaclyn Tsai (Alternativname: Tsai Yu-ling; ) ist eine taiwanische Politikerin der Kuomintang, die unter anderem zwischen 2013 und 2016 Ministerin ohne Geschäftsbereich und gleichzeitig Ministerin der Kommission für Mongolische und Tibetische Angelegenheiten im Exekutiv-Yuan war.
Leben Jaclyn Tsai begann nach dem Schulbesuch ein Studium der Rechtswissenschaften an der Nationaluniversität Taiwan (NTU), das sie 1977 mit einem Bachelor of Laws (LL.B.) beendete. Sie war von 1982 bis 1991 als Richterin an den Gerichten der Landkreise Yilan und Changhua sowie des Bezirks Taoyuan und von Shilin, ein Bezirk im Norden der Hauptstadt Taipeh, tätig. Nach ihrem Ausscheiden aus dem Richterdienst wechselte sie 1991 zu IBM und war bis 1996 erst Rechtsberaterin der IBM Taiwan Corp. sowie im Anschluss von 1996 bis 1998 Rechtsberaterin der IBM Greater China Group. Im Anschluss war sie zwischen 1998 und 2013 als Rechtsanwältin und Seniorpartnerin der Anwaltskanzlei „Lee, Tsai & Partners“.
Als Nachfolgerin von Luo Ying-shay und einer kommissarischen Amtsführung von Chen Ming-jen (30. September bis 22. Oktober 2013) wurde Jaclyn Tsai am 22. Oktober 2013 als Minister ohne Geschäftsbereich gleichzeitig als Ministerin der Kommission für Mongolische und Tibetische Angelegenheiten in den Exekutiv-Yuan, die Regierung Taiwans, berufen und gehörte in dieser Funktion den Kabinetten von Premierminister Jiang Yi-huah, Mao Chi-kuo (8. Dezember 2014 bis 1. Februar 2016) sowie Chang San-cheng (1. Februar 2016 bis 20. Mai 2016) an. Sie war damit die höchste Politikerin des Landes in Angelegenheiten der Mongolei und Tibet und eröffnete im Mai 2015 die vom Tourismusbüro unterstützten „Aktivitäten des Tibetischen Kultur- und Kunstfestivals“, die drei Schwerpunkte umfassten: Ausstellungen von Thangka-Malereien, öffentliche buddhistische Gebete, Sanskrit-Musikdarbietungen zur Präsentation der tibetischen Kultur und taiwanesische religiöse Feste. Im Dezember 2013 wurde bekannt, dass Tsai und ihr Ehemann Lee Chung-teh Vermögenswerte im Wert von 100 Millionen NT$ (3,1 Millionen Euro) in Festlandchina besitzen. Angesichts des offensichtlichen „China-Faktors“ in Tibet-Fragen war Tsais eklatantes Versäumnis, einen Interessenkonflikt zu vermeiden, nach Meinung der Tageszeitung „Taipei Times“ unfassbar. Noch erstaunlicher war, dass die Regierung von Staatspräsident Ma Ying-jeou darin offenbar kein Problem sah. Tsai erklärte, dass all ihre Vermögenswerte legal erworben wurden und sie diese dem Kontroll-Yuan gemeldet habe. Premierminister Jiang Yi-huah sagte, Tsais Fall stelle kein rechtliches Problem dar, während der Rat für Festlandangelegenheiten unter Berufung auf das Gesetz zur Regelung der Beziehungen zwischen den Völkern des Taiwan-Gebiets und des Festlandgebiets erklärte, das Gesetz verbiete Taiwanern nicht den Besitz von Immobilien in China.
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