The Cure ist eine britische Pop-/Rock-/Wave-/Gothic-Band, die 1976 im südenglischen Crawley als Malice gegründet wurde. Nach dem Ausstieg einiger Mitglieder benannte sich die Band 1977 zunächst in Easy Cure und 1978 schließlich in The Cure um. Seit diesem Zeitpunkt fungiert Robert Smith, der mit seinen toupierten Haaren und seinem geschminkten Gesicht zur Identifikationsfigur der Gruppe wurde, als Bandleader, Komponist und Sänger. Er ist außerdem das einzig dauerhafte Mitglied.

Die Band gilt als wegweisend für das Genre des Gothic Rock, hat sich aber derartigen Einordnungen immer widersetzt.

Bandgeschichte Gründung und frühe Jahre 1976 gründete Robert Smith im Alter von 17 Jahren zusammen mit seinen Klassenkameraden Michael Dempsey (Bass), Lol Tolhurst (Schlagzeug) und Porl Thompson (Gitarre) von der St. Wilfrid's Catholic Comprehensive School in Crawley, West Sussex, die Band Malice, bei der er anfänglich nur Gitarre spielte. Im Jahr 1977 spielte die Band als Easy Cure bei der Plattenfirma Hansa Records vor und erhielt einen Vertrag zur Aufnahme einer Single, die jedoch nie erschien. Im Jahr 1978 trennte sich Porl Thompson aufgrund künstlerischer Differenzen von der Band. Die Band benannte sich in The Cure um und unterschrieb einen Vertrag bei dem gerade gegründeten Label Fiction Records. Die erste Single, Killing an Arab, erschien im Dezember zunächst auf dem kleinen Indie-Label Small Wonder und wurde 1979 von Fiction Records neu aufgelegt. Auch wenn sich die Band aufgrund des Titels teils starken Anfeindungen ausgesetzt sah, hat das Stück keinerlei ausländerfeindlichen Bezug, sondern entstand nach der Lektüre von Der Fremde des existenzialistischen Autors Albert Camus. Die Single (B-Seite: 10:15 Saturday Night) wurde von der Musikzeitschrift New Musical Express (NME) zur Single der Woche erhoben und machte den BBC-DJ John Peel auf die Band aufmerksam.

1979 veröffentlichten The Cure ihr erstes Album Three Imaginary Boys, welches stilistisch zwischen dem Punk der 1970er Jahre und dem New Wave der 1980er Jahre steht. Dieses Album erreichte nach der Veröffentlichung Platz 44 der englischen Charts und erntete gute Kritiken in den englischen Musikzeitschriften. Der Melody Maker betitelte seine Kritik mit der Überschrift The 80's start here. Die Band selbst war mit dem Album nicht zufrieden, da sie relativ wenig Kontrolle über die Zusammenstellung der Lieder und das Artwork hatte. So ist auf dem Album die Coverversion des Jimi-Hendrix-Stücks Foxy Lady zu finden, welches eigentlich nur als Soundcheck aufgenommen wurde. Auf Three Imaginary Boys folgten als Einzelveröffentlichungen die Singles Boys Don’t Cry und Jumping Someone Else's Train. Außerdem erschien die Single I’m a Cult Hero des Nebenprojektes Cult Hero mit Frank Bell als Sänger. Boys Don’t Cry war in den USA ein kleinerer Hit, sodass Anfang 1980 Fiction Records in den USA das Album Boys Don’t Cry herausbrachte, welches eine Wiederveröffentlichung von Three Imaginary Boys mit leicht veränderter Tracklist und anderem Artwork darstellt. So sind auf dem Album die zuvor erwähnten Singles zu finden, sowie World War, ein Lied, das Robert Smith später als terrible piece of rubbish bezeichnete. Der Song Object erschien – vielleicht weil „politisch unkorrekt“ – nicht auf der Tracklist.

Für das nächste Album hatte Robert Smith Pläne, die bei dem Bassisten Dempsey auf Widerstände stießen, woraufhin dieser zu den Associates wechselte, die beim selben Label und mit The Cure auf Tour waren. Dafür kamen Simon Gallup am Bass sowie Mathieu Hartley am Keyboard als neue Mitglieder in die Band. Anfang 1980 erschien das Album Seventeen Seconds. Es war erfolgreicher als Three Imaginary Boys und erreichte Platz 20 in den englischen Charts. Die Single A Forest stieg bis auf Platz 31 der Single-Charts und wurde später live immer wieder gegenüber der Studioversion ausgedehnt und mit Improvisationen angereichert. Live verwendete Sänger Smith inzwischen Lippenstift, was von nun an zu seinem Markenzeichen wurde. Außerdem half Smith bei der Band Siouxsie and the Banshees als Gitarrist aus.

1981 erschien das dritte Album Faith. Der Keyboarder Hartley hatte die Band inzwischen verlassen. Der Tod und der Glauben waren wiederkehrende Themen des Werks, nach Angaben von Smith waren es Todesfälle in seinem Umkreis, die zur depressiven Grundstimmung des Albums führten. Die Single Primary war ein poppiger, treibender Song über Unschuld und das Älterwerden. Seit dieser Zeit prägte ein sechssaitiger Fender-Bass (Fender VI, eine um eine Oktave tiefer gestimmte Gitarre) viele Stücke von The Cure. Die Kassettenversion von Faith enthielt auf der B-Seite den 28-minütigen Instrumental-Soundtrack Carnage Visors, welcher offiziell erst 2005 wiederveröffentlicht wurde.

1982 erschien das Gothic-Album Pornography. Die depressive Stimmung wurde besonders verdeutlicht durch die erste Zeile des ersten Lieds One Hundred Years: „It doesn’t matter if we all die“. Adam Sweeting, Journalist der Zeitschrift Melody Maker, umschrieb die Musik von Pornography seinerzeit mit den Worten „It’s downhill all the way into ever-darkening shadows...“.Adam Sweeting: Blue Movies – Rezension zum Album „Pornography“ von der britischen Band The Cure. Melody Maker. S. 2, Mai 1982. Der fortdauernde Drogenmissbrauch und das anstrengende Tour-Leben forderten schließlich ihren Tribut: Es kam zum Streit. Simon Gallup schied aus der Band aus und gründete die Gruppe Cry, aus der später Fools Dance hervorging. 1985 erschien unter diesem Namen eine gleichnamige EP, die sich stilistisch an den frühen The-Cure-Werken orientiert.

Von 1983 bis 1987 – Die Hinwendung zum Pop In dieser Zeit änderte sich der Sound von The Cure: Es erschienen Singles wie Let’s Go to Bed, The Walk und das jazzige The Lovecats, die alle zusammen auf dem Album Japanese Whispers veröffentlicht wurden. Diese Kompilation verkaufte sich überaus gut, alleine in Großbritannien über 60.000 mal.Eintrag zu Japanese Whispers. BPI. Mit Platz 181 der Billboardcharts konnten The Cure damit auch einen ersten Achtungserfolg in den USA erzielen. Smith wollte diese Singles ursprünglich nicht unter dem Namen The Cure veröffentlichen, da er der Meinung war, dass sie eigentlich nichts mit The Cure zu tun hätten: „es sind einfach nur Singles und kein Album“. Mit dem Video zu Let’s Go to Bed beginnt die langjährige Zusammenarbeit der Band mit dem Regisseur Tim Pope. Während Smith sich seinem Projekt The Glove und Siouxsie and the Banshees widmete, produzierte das einzige neben ihm verbliebene The-Cure-Mitglied Lol Tolhurst die ersten beiden Singles und das Debütalbum der englischen Band And Also the Trees.

1984 folgte das Album The Top (Robert Smith: Gesang und Instrumente; Laurence Tolhurst: weitere Instrumente; Andy Anderson: Schlagzeug und Perkussion; Porl Thompson: Saxophon (auf Give Me It)). Phil Thornally spielte nicht, wie manchmal behauptet wird, den Bass auf The Top; er war während der Aufnahmen zu diesem Album als Toningenieur bei der Gruppe Duran Duran beschäftigt. The Top experimentierte mit einer Reihe von Stilmitteln wie arabisch beeinflussten Melodien, psychedelischen Klängen und Marsch-Rhythmen. Ebenfalls 1984 erschien das Live-Album The Cure – Live in Concert (mit Phil Thornally am Bass). Wie zuvor bei Faith ist die Kassettenversion erheblich länger als die LP oder CD und enthält unter dem Titel Curiosity zehn zusätzliche Demo- und Live-Aufnahmen, die erst nur hier veröffentlicht wurden und 2005 teilweise auf den so genannten Deluxe-Editions von Three Imaginary Boys, Seventeen Seconds, Faith und Pornography erschienen.

Wiederum änderte sich die Besetzung – heraus kam die Konstellation Smith, Porl Thompson (Gitarre), Gallup (wieder zurück am Bass), Boris Williams (Schlagzeug, vormals Mungo Jerry) und Tolhurst (Keyboards). 1985 veröffentlichten The Cure das Album The Head on the Door, von dem die Singles Inbetween Days und Close to Me ausgekoppelt wurden. Im Anschluss an diese recht erfolgreichen Veröffentlichungen ging die Band mit der Beach Party Tour auch wieder auf Konzertreise durch Nordamerika und Europa. Den Abschluss bildete dabei im August 1986 ein Konzert im Theater von Orange in Südfrankreich. Der Film wurde im folgenden Jahr unter dem Namen „The Cure In Orange“ als Konzertfilm veröffentlicht.Legendärer Konzertfilm: „The Cure In Orange“ wird 30. Website des Rolling Stone.

Das darauf erschienene Album Standing on a Beach (CD-Titel: Staring at the Sea) beinhaltet alle bis dahin erschienenen Singles. Die um zwölf Stücke erweiterte Kassettenversion (The Unavailable B-Sides) enthält dieses Mal alle zugehörigen B-Seiten. Als zugehörige Singles wurden 1986 eine neu abgemischte Version von Boys Don’t Cry und zum zweiten Mal Charlotte Sometimes sowie Let’s Go to Bed veröffentlicht. Unter dem Namen Staring at the Sea erschien auch eine Video-Compilation der von 1978 bis 1986 erschienenen Singles. Diese erste wirkliche Best-Of-Veröffentlichung war international erfolgreich. So erreichte das Album Platz 48 der US-Charts und verkaufte sich in den USA bis heute über 2.000.000 mal.Eintrag zu Standing on a Beach. RIAA. Auch in Australien, Frankreich und Deutschland verkauften sich die verschiedenen Ausgaben der Compilation hunderttausendfach.Eintrag zu Standing on a Beach. ARIA.

1987 stieß der Keyboarder Roger O’Donnell zur Band, und The Cure veröffentlichten das Doppel-Album Kiss Me Kiss Me Kiss Me. Es beinhaltet unter anderem den gitarrenlastigen Opener The Kiss (Smith: „Einer der schrecklichen Songs, die ich für Pornography immer gesucht hatte.“), das balladeske How Beautiful You Are, das saxophon-getriebene Icing Sugar, das funkige Hot Hot Hot!!! und die Pop-Single Just Like Heaven.

Von 1988 bis 1999 – Höhepunkt der Karriere und Konsolidierung 1988 heiratete Smith seine langjährige Freundin Mary Poole.

Im Jahr 1989 kam das Album Disintegration heraus. Das Album erreichte Platz 3 der britischen Album-Charts und stellt eine Rückbesinnung auf die Grundstimmung der frühen Alben Faith und Pornography dar. Die daraus ausgekoppelten Singles Pictures of You, Lullaby, Lovesong und das treibende Fascination Street erzielten ähnliche Erfolge. Lovesong, eigentlich als Hochzeitsgeschenk an Smiths Frau gedacht, wurde mit Platz 2 in den US-Singlecharts sogar ihr größter Hit in den USA. Später verließen jedoch sowohl Tolhurst als auch O’Donnell die Band. Dafür kam der langjährige Roadie Perry Bamonte ans Keyboard. Später erschien das zunächst limitierte und für karitative Zwecke gedachte Live-Album Entreat, aufgenommen in der Wembley-Arena. Es war auf der The Prayer-Tour zum Album Disintegration entstanden. Mit ausverkauften Stadionkonzerten vor zehntausenden Fans in den USA und Kanada, u. a. mit den Pixies als Vorgruppe, erreichte die Gruppe den bisherigen Höhepunkt ihrer Karriere. Jedoch soll Smith ernsthaft mit dem Gedanken gespielt haben, nach dieser Tournee nicht wieder live mit seiner Band aufzutreten.From the Archive: The Cure's 1989 Cover Story. hotpress.com

1990 erschien Mixed Up, ein Doppel-Album mit Remixen diverser Cure-Singles und einer neuen Single, Never Enough. Außerdem trat die Band mit zwei Open-Air-Konzerten in Dresden und Leipzig als eine der ersten internationalen Bands nach dem Mauerfall in der DDR auf.