Die Maria da Glória war ein 1921 gebauter portugiesischer Dreimastschoner, der in der Kabeljaufischerei eingesetzt wurde. 1942 wurde das Schiff des neutralen Landes vom deutschen U-Boot U 94 versenkt. Es war eines der elf im Zweiten Weltkrieg versenkten portugiesischen Schiffe.

Geschichte Das Schiff wurde 1919/21 in Gafanha da Nazaré auf der Werft Estaleiros Mónica als hölzerner Dreimastschoner gebaut, auf den Namen Portugalia getauft und erhielt die Registriernummer 201.Pereira: Grandes Naufrágios Portugueses 1194–1991. Acidentes maritimos que marcaram a História de Portugal, S. 293Portugália / Maria da Glória, auf Webseite des Schifffahrtsmuseums Ilhavo

Bereits an der Fangsaison des Jahres 1921 fuhr die Portugalia als Teil der „Weißen Flotte“ – der Frota Branca – in den Nordatlantik zur Neufundlandbank. Sie segelte in der Regel im April/Mai eines Jahres zusammen mit – manchmal mit bis zu 40 – weiteren Fischereischiffen nach Labrador. Auf dem Weg dorthin war sie mit Salz beladen, das zunächst als Ballast und für das spätere Salzen der gefangenen Fische diente. Bis in den Herbst fischte sie vor allem Kabeljau, der von Dories mit Langleinen gefangen und an Bord des Schiffes gesalzen wurde. Die Fangreise dauerte bis etwa Oktober. Nach der Rückkehr lagen die Schiffe im Hafen, wurden über den Winter gewartet und neu ausgerüstet.vgl. Philadelphia Ship Preservation Guild: Gazela of Philadelphia Crew Manual, S. 7, 2010 (Online-Version als PDF)

1927 erwarb die Empresa União de Aveiro den Schoner und gab ihm den Namen Maria da Glória. Mehr änderte sich nicht, bis 1937 der Motor eingebaut wurde. Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges wurden die portugiesischen Fischereifahrzeuge wie alle Schiffe des Landes mit einer großen Landesflagge und den Namen an den Bordwänden bemalt, um sie als Schiff des neutralen Landes kenntlich zu machen. Anfangs behielten sie zunächst die bisherige, meist dunkle Farbgebung.vgl. Andrieux: The White Fleet. A history of Portuguese handliners, S. 83 Erst im Laufe des Krieges wurden die Schiffe zwecks besserer Erkennbarkeit weiß gestrichen.

links|miniatur|Sea Cloud als US Coast Guard Cutter Anfang Juni 1942 segelte die Maria da Glória mit einer Besatzung von 44 Mann von der Neufundlandbank in Richtung Grönland in die Davisstraße, da vor Kanada die Fänge nicht zufriedenstellend waren. In das Fanggebiet der Davisstraße wichen die Schoner seit der zweiten Hälfte der 1930er Jahre aus, da die Bestände auf der Neufundlandbank überfischt waren. Am Abend des 5. Juni 1942 wurde die Maria da Glória ohne Vorwarnung beschossen. Nach den ersten Toten und ausbrechenden Bränden befahl der Kapitän, das Schiff zu verlassen. Die verbleibende Mannschaft rettete sich in einige der Dories und erst mit dem Sinken des Schoners endete auch der Beschuss. Von den neun Dories wurde nach elf Tagen nur ein Boot mit acht Überlebenden von dem US Coast Guard Cutter Sea Cloud gefunden und an Land gebracht. 36 Fischer starben. Das war der schwerste Verlust bei der Versenkung eines portugiesischen Schiffes im Zweiten Weltkrieg.Pereira: Grandes Naufrágios Portugueses 1194–1991. Acidentes maritimos que marcaram a História de Portugal, S. 295f.da Silva: Navios Portugueses afundados durante a II Guerra Mundial. As perdas de um „Neutral“, S. 10f.Andrieux: The White Fleet. A history of Portuguese handliners, S. 8

Technische Daten Der Neubau war 43,0 Meter lang, 9,0 Meter breit und hatte einen Tiefgang von 3,6 Metern. Dabei war er mit 234,91 BRT bzw. 176,76 NRT vermessen und hatte eine Tragfähigkeit von 320 Tonnen. Das Schiff wurde ohne Motor gebaut, erst 1937 wurde zusätzlich ein Deutz–Dieselmotor mit 225 PS eingebaut, der auf eine Schraube wirkte. Die Besatzung bestand anfangs aus 37 Mann.Lloyd's Register. Navires a Voiles 1941–1942Maria da Glória bei uboat.net

Siehe auch Liste der im Zweiten Weltkrieg versenkten portugiesischen Schiffe

Erhaltene Fahrzeuge der „Weißen Flotte“ Gazela: Schulschiff und Museumsschiff in Philadelphia Creoula: Schulschiff der portugiesischen Marine Santa Maria Manuela: ziviles Schul- und Charterschiff Argus: seit 1984 Auflieger in Aveiro Gil Eannes: Hospitalschiff der Frota Branca und seit 1998 Museumsschiff in Viana do Castelo

Literatur Jean-Piere Andrieux: The White Fleet. A history of Portuguese handliners. Flanker Press, St. John’s 2013, ISBN 978-1-77117-236-3. José António Rodrigues Pereira: Grandes Naufrágios Portugueses 1194–1991. Acidentes maritimos que marcaram a História de Portugal. A Esfera dos Livros, Lissabon 2013, ISBN 978-989-626-447-5. Ricardo Daniel Carvalho da Silva: Navios Portugueses afundados durante a II Guerra Mundial. As perdas de um „Neutral“. CITCEM – Centro de Investigação Transdisciplinar «Cultura, Espaço e Memória» -Fundação para a Ciência e Tecnologia/Faculdade de Letras da Universidade do Porto, Universität Porto, o. J. Online-Version (PDF).

Weblinks Lloyd's Register. Navires a Voiles 1941–1942, abgerufen am 24. September 2025 Maria da Glória, bei uboat.net (mit Foto), abgerufen am 24. September 2025 Portugália / Maria da Glória, auf Webseite des Schifffahrtsmuseums Ilhavo (portugiesisch), abgerufen am 24. September 2025 U-94 und die Versenkung der „Maria da Glória“ am 5. Juni 1942, bei www.caxinas-a-freguesia.blogs.sapo.pt (portugiesisch, abweichende Angaben bei den Abmessungen), abgerufen am 24. September 2025

Einzelnachweise

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