Molara Ogundipe (gebürtig Abiodun Omolara Ogundipe; * 27. Dezember 1940 in Lagos; † 18. Juni 2019 in Ijebu-Igbo) war eine nigerianische Schriftstellerin, Literaturkritikerin, Feministin und Bürgerrechtlerin, die sich in der afrikanischen Frauen- und Geschlechterforschung engagierte. Sie veröffentlichte unter den Varianten ihres Namens vor allem als Molara Ogundipe und Omolara Ogundipe-Leslie. Sie prägte das Konzept STIWA / Stiwanismus (Social Transformation Including Women in Africa) und verband theoretische Arbeit mit literarischem Schreiben und Aktivismus.
Leben Ogundipe wurde am 27. Dezember 1940 in Lagos geboren und starb am 18. Juni 2019 im Alter von 78 Jahren in ihrem Haus in Ijebu-Igbo, Ogun State. Sie besuchte die Queen’s School in Ede und studierte anschließend Englisch am University College Ibadan (damals College der University of London), wo sie mit First Class Honours abschloss. Später promovierte sie in Narratologie an der Universität Leiden in den Niederlanden. Sie lehrte an nigerianischen und ausländischen Universitäten, darunter an der University of Port Harcourt sowie an der damaligen Ogun State University (heute Olabisi Onabanjo University). In den 1980er-Jahren war sie Kolumnistin und Mitglied des Editorial Board der nigerianischen Tageszeitung The Guardian und schrieb später auch für The Nation. Ogundipe war Mitbegründerin der Organisation Women in Nigeria (WIN) nach einer Konferenz 1982 in Zaria und engagierte sich über Jahrzehnte in feministischen Bewegungen. Bereits 1977 war sie zudem an der Gründung von AAWORD (Association of African Women for Research and Development) beteiligt. Später legte sie den Ehenamen „Leslie“ ab und bevorzugte die Führung ihres Geburtsnamens „Ogundipe“ – eine Entscheidung, die sie auch feministisch begründete.
Wirken International wurde Ogundipe durch das von ihr geprägte Konzept STIWA / Stiwanismus (Social Transformation Including Women in Africa) bekannt, das eine gesellschaftliche Transformation mit der aktiven Einbeziehung von Frauen fordert und afrikanische Kontexte ins Zentrum stellt. Sie betonte, Stiwanismus richte sich nicht gegen Männer, sondern ziele auf eine gemeinsame, gerechte Umgestaltung afrikanischer Gesellschaften. Sie verband Theorie, Literatur und Aktivismus und war für ihre Beiträge zur afrikanischen Frauen- und Geschlechterforschung bekannt. Zu ihren bekannten Veröffentlichungen gehören der Gedichtband Sew the Old Days and Other Poems (1985) sowie der Essayband Re-Creating Ourselves: African Women & Critical Transformations (1994). Darüber hinaus gab sie Sammelbände wie Women as Oral Artists (1994) sowie – gemeinsam mit Carole Boyce Davies – Moving Beyond Boundaries (1995) heraus. Frühe Beiträge von ihr erschienen in der Anthologie Sisterhood Is Global (1984), und Gedichte von ihr wurden in Daughters of Africa (1992) aufgenommen. Neben ihrer universitären Tätigkeit nutzte sie ihre Zeitungskolumnen und eine von ihr aufgebaute Mentoring- und Bildungsarbeit (Foundation for International Education and Monitoring), um junge Frauen zu fördern und feministische Debatten öffentlich zu führen.
Einzelnachweise
Kategorie:Literaturkritiker Kategorie:Person (Feminismus) Kategorie:Nigerianer Kategorie:Geboren 1940 Kategorie:Gestorben 2019 Kategorie:Frau