Die Pádua war ein 1925 gebautes portugiesisches Frachtschiff, das bis 1934 als Teeco unter britischer Flagge fuhr. Vom Internationalen Komitee vom Roten Kreuz gechartert, sank es 1943 vor Marseille nach einem Minentreffer. Es war der letzte Schiffsverlust des neutralen Landes im Zweiten Weltkrieg.

Geschichte Auf Bestellung der Sir Walter Steamship Company aus Bristol baute die Norddeutsche Union Werke AG in Tönning den kleinen Küstenfrachter im Jahr 1925. Beim Stapellauf erhielt der Neubau den Namen Teeco, die Ablieferung an den Auftraggeber erfolgte im August des Jahres.da Brázia: A Marinha Mercante entre 1945–1985. As Grandes Armadoras., S. 152Navios de pavilhã o portugues atacados ou afundados por unidades navais ou aéreas beligerantes em consequencia do conflito mundial de 1939/1945 (dt.: Portugiesische Schiffe, die im Zweiten Weltkrieg angegriffen oder versenkt wurden) bei naviosavista.blogspot.comHistória trágico-marítima bei naviosenavegadores.blogspot.com

Nach Auslieferung an die Sir Walter Steamship Company übernahm die ebenfalls aus Bristol stammende Reederei Turner, Edwards & Co. den operativen Betrieb der Teeco. Über den Einsatz des kleinen Dampfers ist nur bekannt, dass die Reederei ihn häufig auf der Route nach Portugal einsetzte und das Schiff verschiedene Häfen im Land anlief.Subsidios para a história da corporaçãode pilotos da barra do Douro e Porto artifical de Leixões (dt.: Geschichte der Lotsenvereinigung Barra do Douro und Leixões) bei opilotopraticododouroeleixoes.blogspot.com

Im November 1934 verkaufte sie das Schiff an die portugiesische Reederei Empresa Marítima do Norte aus Porto, an der die Companhia Colonial de Navegação beteiligt war. Auf der Überführungsfahrt von Großbritannien nach Portugal trug das Schiff den vorläufigen Namen Santo António. Nach Ankunft und Registrierung in Porto erhielt er den endgültigen Namen Pádua nach der gleichnamigen italienischen Stadt Padua. In ihrem Heimathafen trug das Schiff aufgrund der achtern angebrachten Decksaufbauten den Spitznamen „Corcunda“ – die „Bucklige“. Die Empresa Marítima do Norte setzte den Dampfer auf Routen nach Nordeuropa ein.

Im März 1943 charterte das Internationale Komitee vom Roten Kreuz die Pádua. Zu diesem Zeitpunkt waren die portugiesischen Schiffe Ambriz (das Schwesterschiff der Alpha), Costeiro, Tagus und Zé Manél ebenfalls für das Rote Kreuz im Einsatz, im Juni 1943 kam die Lobito, im August 1943 die Congo dazu. Als „Red Cross Relief Ships“ – Rotkreuz-Hilfsschiffe – transportierten sie Post und Hilfsgüter für Kriegsgefangene sowie Opfer in der Zivilbevölkerung. Die Pádua begann ihre erste Fahrt am 30. März 1943. Insgesamt führte sie sechs Fahrten von Lissabon nach Genes sowie 13 Fahrten von Lissabon nach Marseille durch.Red Cross Relief Ships bei forum-marinearchiv.de

Am 27. Oktober 1943 lief die Pádua etwa 22 Seemeilen vor Marseille auf eine treibende Mine, die das Schiff am Heck traf. Bei der Explosion starben sechs Besatzungsmitglieder, die übrigen konnten sich in zwei Boote retten. Sie wurden vom französischen Fischerboot Les Quatres Frères aufgenommen und im kleinen Fischereihafen Sausset-les-Pins an Land gesetzt. Von dort wurden sie nach Marseille gebracht, wo sie das portugiesische Schiff Lobito für die Rückfahrt nach Portugal aufnahm.da Silva: Navios Portugueses afundados durante a II Guerra Mundial. As perdas de um „Neutral“, S. 13

Technische Daten Der Dampfer war 56,23 Meter lang, 9,02 Meter breit und hatte einen Tiefgang von 3,91 Metern. Dabei war er mit 665 BRT bzw. 359 NRT vermessen und hatte eine Tragfähigkeit von 1080 Tonnen. Als Antrieb diente eine Expansionsmaschine mit 525 PSi aus Görlitz, die auf eine Schraube wirkte. Damit erreichte der Dampfer eine Geschwindigkeit von 9,5 Knoten. Die Besatzung bestand aus 21 Mann.

Siehe auch Liste der im Zweiten Weltkrieg versenkten portugiesischen Schiffe

Literatur Ricardo Daniel Carvalho da Silva: Navios Portugueses afundados durante a II Guerra Mundial. As perdas de um „Neutral“. CITCEM – Centro de Investigação Transdisciplinar «Cultura, Espaço e Memória» – Fundação para a Ciência e Tecnologia/Faculdade de Letras da Universidade do Porto, Universität Porto, o. J. Online-Version (PDF). Paulo Jorge Martins da Brázia: A Marinha Mercante entre 1945–1985. As Grandes Armadoras. Universidade de Lisboa, Lissabon 2010, (Online-Version als PDF).

Weblinks Navios de pavilhã o portugues atacados ou afundados por unidades navais ou aéreas beligerantes em consequencia do conflito mundial de 1939/1945 (dt.: Portugiesische Schiffe, die im Zweiten Weltkrieg angegriffen oder versenkt wurden) bei naviosavista.blogspot.com (portugiesisch), aufgerufen am 24. September 2025 História trágico-marítima bei naviosenavegadores.blogspot.com (portugiesisch), aufgerufen am 24. September 2025 Subsidios para a história da corporaçãode pilotos da barra do Douro e Porto artifical de Leixões (dt.: Geschichte der Lotsenvereinigung Barra do Douro und Leixões) bei opilotopraticododouroeleixoes.blogspot.com (portugiesisch), aufgerufen am 24. September 2025 Red Cross Relief Ships bei forum-marinearchiv.de, aufgerufen am 24. September 2025

Einzelnachweise

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