Schaffhausen () ist eine Stadt am Hochrhein. Sie ist der Hauptort des Schweizer Kantons Schaffhausen und mit Einwohnern (2024) auch die grösste Gemeinde des Kantons.

Im einheimischen Dialekt lautet der Ortsname Schafuuse, Schaffuuse, Schafhuuse []Dictionnaire toponymique des communes suisses – Lexikon_der_schweizerischen_Gemeindenamen – Dizionario toponomastico dei comuni svizzeri (DTS|LSG). Hrsg. vom Centre de Dialectologie an der Universität Neuchâtel. Verlag Huber, Frauenfeld/Stuttgart/Wien 2005, ISBN 3-7193-1308-5, und Éditions Payot, Lausanne 2005, ISBN 2-601-03336-3, S. 803.Georg Wanner: Die Mundarten des Kantons Schaffhausen. Laut- und Formenlehre (= Beiträge zur Schweizerdeutschen Grammatik. XX). Frauenfeld 1941, S. 106 und passim (Digitalisat).Sprachatlas der deutschen Schweiz, ungedrucktes Material; Lautform in den Landgemeinden des Kantons. []Sprachatlas der deutschen Schweiz, Band V 1b (Lautform in der Stadt und der näheren Umgebung). []; , , und .

Geographie Schaffhausen ist die nördlichste Stadt der Schweiz und neben Basel, dem Städtchen Stein am Rhein, Neunkirch und Eglisau im Kanton Zürich eine der wenigen Schweizer Städte nördlich des Hochrheins entlang der Grenze zwischen Deutschland und der Schweiz. Schaffhausen liegt südöstlich des Randen an der Mündung der aus Norden kommenden Durach in den Rhein.

Schaffhausen ist das Zentrum einer die Kantonsgrenze überschreitenden Agglomeration (fast 60.000 Einwohner) mit der südwestlichen Nachbarstadt Neuhausen am Rheinfall sowie den Gemeinden Feuerthalen, Flurlingen und Laufen-Uhwiesen im Kanton Zürich.

Die Altstadt weist zahlreiche Renaissancegebäude auf. Den Beinamen Erkerstadt bekam Schaffhausen aufgrund der etwa 300 vorhandenen Erker. Ausserhalb der ursprünglichen Stadtmauern – durch die Expansion nun inmitten der Stadt – befindet sich der Munot, eine Festung des 16. Jahrhunderts. Von den 41,78 km² Gemeindefläche gehören 19,9 % zur Bauzone; 29,1 % werden landwirtschaftlich genutzt und 51 % sind bewaldet. Das reine Siedlungsgebiet hat eine Fläche von etwa 9 km².

Südwestlich der Stadt, aber nicht mehr im Stadtgebiet befindet sich der Rheinfall, der grösste Wasserfall Europas.

Nachbargemeinden Seit der Eingemeindung von Hemmental im Jahr 2009 grenzt die Stadt Schaffhausen an 13 Gemeinden im Kanton Schaffhausen, Kanton Zürich und Deutschland.

Stadtquartiere Die Stadt Schaffhausen besteht aus den folgenden Quartieren:

Altstadt/Rheinhalde Steig Urwerf/Mühlenen Breite/Hohlenbaum Sommerhalde/-wies Hochstrasse/Geissberg Mühlental/Birch Schweizersbild/Mutzentäli Emmersberg/Gruben Buchthalen/Im Freien Niklausen/Ebnat Herblingen/Gennersbrunn Hemmental

Stadtteile gemäss Bundesamt für Statistik: Quartier Nr. BFS-Code Einwohner Ende 2015 Bemerkungen 400px|Quartiere von SchaffhausenRhein 1 2939001 3866 Breite 2 2939002 7859 Hochstrasse 3 2939003 7859 Herblingen42939004 5145 1964 mit der Stadt Schaffhausen fusioniertGruben 5 2939005 5791Buchthalen6 2939006 4682 1947 mit der Stadt Schaffhausen fusioniertHemmental 7 2939007 599 2009 mit der Stadt Schaffhausen fusioniert

Postleitzahlen Schaffhausen gehört zum Leitkreis 8 des Schweizer Postleitzahlsystems.

PostleitzahlStadtteil 8200 Schaffhausen 8201 Schaffhausen 1 Fächer 8202 Schaffhausen 2 Unterstadt 8203 Schaffhausen 3 Buchthalen 8204 Schaffhausen 4 Breite Fächer 8205 Schaffhausen 5 Hochstrasse 8206 Schaffhausen 6 8207 Schaffhausen 7 Herblingen 8208 Schaffhausen 8 8210 Schaffhausen 10 Pickpost 8231 Schaffhausen Hemmental

Klima Schaffhausen befindet sich am Rande des Mittellandes und im Bereich der gemässigten Klimazone. Die Stadt liegt im Regenschatten von Schwarzwald, Randen und des Reiats. Besonders der Schwarzwald hält die regenreichen Westwinde ab.

Die Jahresmitteltemperatur für die Normalperiode 1991–2020 beträgt 9,9 °C, wobei im Januar mit 0,7 °C die kältesten und im Juli mit 19,3 °C die wärmsten Monatsmitteltemperaturen gemessen werden. Im Mittel sind hier rund 78 Frosttage und 18 Eistage zu erwarten. Sommertage gibt es im Jahresmittel rund 51, während normalerweise 11 bis 12 Hitzetage zu verzeichnen sind. Die MeteoSchweiz-Wetterstation liegt auf einer Höhe von

Bevölkerung In der Stadt Schaffhausen leben 36'641 Menschen (Stand: Ende 2019).

Staat 31.12.2010 31.12.2019 73,3 %71,8 % 5,9 %6,3 % 3,3 %3,2 % 1,4 %1,8 % 2,3 %1,7 % 2,0 %n.n. 1,6 %n.n. 1,3 %n.n. / 1,1 %n.n.

Mit ihrer Grösse belegt die Stadt Schaffhausen den 15. Platz im Schweizer Städteranking.

Die Stadt Schaffhausen bildet das Zentrum des Kantons Schaffhausen. Zur Agglomeration Schaffhausen gehören im weiteren Sinn auch das nördliche Zürcher Weinland, der Bezirk Diessenhofen im Kanton Thurgau sowie das deutsche Büsingen. In der Agglomeration Schaffhausen leben ca. 100‘000 Einwohner.

+ Bevölkerungsentwicklung JahrSchaffhauser Kantonsgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts. Band 1. Hrsg. vom Historischen Verein des Kantons Schaffhausen. 1771 1850 1870 1888 1900 1920 1941 1950 1960 1970 1980 1990 2000 2010 2020 Einwohner 6‘969 7‘700 10‘214 12‘315 15‘275 20‘064 22‘498 27‘261 32‘840 37‘035 34‘250 34‘225 33‘072 35'045 36'971

Kirchen/Religionen 25,8 % der städtischen Bevölkerung waren Ende 2022 evangelisch-reformiert (Vorjahr 27,1 %, −306), 20,3 % römisch-katholisch (Vorjahr 20,9 %, −92) und 0,2 % christkatholisch (Vorjahr 0,2 %).Einwohnerstatistik 2022: Stadt verzeichnet Rekordwachstum. In: stadt-schaffhausen.ch, 20. Januar 2023, abgerufen am 6. Januar 2025. Ende 2020 waren 28,1 % der städtischen Bevölkerung evangelisch-reformiert (Vorjahr 29,07 %), 21,8 % römisch-katholisch (Vorjahr 22,1 %) und 0,2 % christkatholisch. In: stadt-schaffhausen.ch, 25. Januar 2021, abgerufen am 30. August 2021. Ende 2019 betrug der Anteil der evangelisch-reformierten Mitglieder an der gesamten Stadtbevölkerung 29,1 % (2018: 29,8 %). Zur römisch-katholischen Kirche gehörten 22,1 % (2018: 22,6 %), zu christkatholischen Kirchen 0,2 %.Stadtbevölkerung bleibt 2019 stabil. In: stadt-schaffhausen.ch. News vom 20. Januar 2020.

In Schaffhausen gibt es sechs evangelisch-reformierte Kirchgemeinden: Münster/St. Johann, Buchthalen, Herblingen, Steig, Zwingli und Hemmental.

Die römisch-katholische Kirchgemeinde Schaffhausen im Bistum Basel gliedert sich in drei Pfarreien: Santa Maria, St. Peter und St. Konrad. Ausserdem gibt es eine Gemeinde der christkatholischen Kirche.

Zur Evangelischen Allianz Schaffhausen und Umgebung gehören: Baptistengemeinde, Chrischonagemeinde, Evangelisch-methodistische Kirche, Heilsarmee Zentrum Tannerberg, International Christian Fellowship, ImmanuelgemeindeImmanuel Gemeinde in Schaffhausen. In: imanuel.ch, abgerufen am 7. Januar 2025., Kirche des Nazareners, Pfingstgemeinde und Salem Life.

In Schaffhausen gibt es auch eine Adventgemeinde und die Gemeinde Christi Schaffhausen.

Seit 1914 werden in der überkonfessionellen Abdankungshalle im Waldfriedhof die meisten Abdankungen durchgeführt. Neben dem zentralen Waldfriedhof finden noch heute Bestattungen auf den ehemaligen Dorffriedhöfen der eingemeindeten Quartiere Buchthalen, Herblingen und Hemmental statt. mini|325px|Konfessionsbild der Stadt Schaffhausen (Stand: Volkszählung 2000)

Anteil an der Bevölkerung VZ 2000 2011Einwohnergemeinde Schaffhausen: EinwohnerInnen nach Konfession 31.12.2011 (Niedergelassene). Christentum78,1 %68,96 %    Landeskirchen>70,7 %59,84 %       Evangelisch-reformierte Kirche43,1 %34,91 %       Römisch-katholische Kirche27,6 %24,76 %       Christkatholische Kirchen. n.0,17 %    Freikirchen und christliche Gemeinden7,4 %9,13 % Judentumn. n.0,03 %    Jüdische Liberale Gemeinden. n.0,02 %    Israelitische Cultusgemeinden. n.0,01 % Islam7,3 %8,09 % Hinduismusn. n.0,09 % Buddhismusn. n.0,06 % Andere oder nicht notiert14,6 %22,76 %

Geschichte mini|Die Stadt Schaffhausen in der Chronik von Johannes Stumpf 1548 mini|Planvedute der Stadt Schaffhausen von Matthäus Merian d. Ä., 1642 mini|Die Festung Munot. mini|Blick über die Altstadt mit Münster- und St. Johannturm mini|Schwabentorturm

Prähistorische Besiedelung Vor 10'000 bis 15'000 Jahren benutzten Menschen in der Steinzeit das Abri Schweizersbild auf heutigem Stadtgebiet als Lagerplatz. Im Gegensatz zu anderen Ortschaften im Kanton fehlen auf dem Stadtgebiet Spuren aus der Bronzezeit, von den Kelten oder den Römern.

Berslingen, das vergessene Dorf Um 600 n. Chr. errichteten alemannische Siedler am Ausgang des Merishausertals, im Norden der Stadt Schaffhausen beim heutigen Logierhaus, ein Pioniergehöft. Daraus entwickelte sich das mittelalterliche Dorf Berslingen, das um 1200 aufgegeben wurde. Heute sind keine Spuren von Berslingen mehr sichtbar.

11. bis 13. Jahrhundert – Stadtwerdung, Name und Klostergründung Die Stadt Schaffhausen entstand etwa um 1000 aufgrund der speziellen geografischen Lage des Ortes. Zu dieser Zeit war der Rhein auf der Höhe von Schaffhausen breit und sehr flach. Hier war einer der wenigen Orte, wo man den Rhein mit Pferden überqueren konnte. Diese Furt und die darauf folgenden Schnellen und der Rheinfall unterbrachen die Wasserstrasse vom Bodensee in Richtung Basel (→ Hochrheinschifffahrt). Die Schiffe mussten entladen werden. Die Waren wurden auf dem Landweg bis unterhalb des Rheinfalls transportiert. Schaffhausen wurde dadurch zu einem wichtigen Umschlagplatz in der Region.Martin Harzenmoser: Kleine Schaffhauser Chronik. 2. Auflage. Didaktisches Zentrum des Kantons Schaffhausen, Schaffhausen 2001, ISBN 3-905571-10-2.

1045 verlieh König Heinrich III. in Köln Graf Eberhard VI. von Nellenburg das Münzrecht für die am Rhein gelegene Siedlung Scafhusun. Die Ernennungsurkunde wird im Stadtarchiv Schaffhausen aufbewahrt.Urkunde der ersten Erwähnung von Schaffhausen. In: stadtarchiv-schaffhausen.ch, abgerufen am 3. April 2020. Der Name der Stadt ist in seiner Herkunft unklar; als mögliche Deutungen gelten: ‚bei den Schafställen‘ (zu ; schon im 12. Jahrhundert so verstanden und als Ovidomus ins Lateinische übersetzt; die aus derselben Zeit stammenden, ältesten erhaltenen Schaffhauser Münzen zeigen einen Widder, vgl. auch Fahne und Wappen des Kantons Schaffhausen), ‚bei den Häusern am Röhricht‘ (zu ) und ‚bei den Häusern mit Schöpf- oder Lagergefässen‘ (zu ; Hinweis auf Warenumschlag). Die ebenfalls schon mittelalterlich belegte und seit der Renaissance beliebte Rückführung des Vorderglieds auf bereitet inhaltliche und lautliche Schwierigkeiten.

Im Jahr 1049 wurde das Kloster zu Allerheiligen von Ita und Eberhard von Nellenburg gegründet. Die Klostergebäude wurden 1064 fertiggestellt. Ab 1090 bis 1105 wurde das romanische Münster als neue Klosterkirche errichtet. Der Münsterturm wurde in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts hinzugefügt. Der Altar und der Bauplatz wurden von Papst Leo IX. geweiht. Der Sohn von Eberhard, Graf Burkhard von Nellenburg, schenkte 1080 dem Kloster Allerheiligen die Stadt Schaffhausen samt Markt- und Münzrecht. Der jeweilige Abt war somit Herr über die Stadt. Im selben Jahr stiftete Graf Burkhard von Nellenburg für seine Mutter, Gräfin Ita († nach 1100), das Kloster Sankt Agnesen. Im Jahre 1190 wurde das Kloster Allerheiligen und die Stadt reichsunmittelbar, d. h. sie unterstanden direkt dem römisch-deutschen Kaiser Heinrich VI. Das Barfüsserkloster wurde 1250 als drittes Kloster in der Stadt gegründet. Auf einem Siegel von 1253 erscheint erstmals ein aus einem Tor herausschreitender Schafbock. Eine feste Brücke über den Rhein wurde im Jahre 1259 erstmals urkundlich erwähnt. 1278 sicherte König Rudolf I. von Habsburg den Bürgern zu, dass sie ausschliesslich vor ein Schaffhauser Gericht gestellt werden können. Die Bürger fühlten sich somit als Bewohner einer freien Stadt. 1299 zählte die Stadt 376 Häuser und 6 Türme. Ab 1324 hatte Schaffhausen die Schutzvogtei über das Kloster Paradies übernommen.

14. bis 15. Jahrhundert