mini|Gesamtansicht Dreikirchen, von Hundsangen kommend als Winteridylle
Dreikirchen ist eine Ortsgemeinde im Westerwaldkreis in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Wallmerod an.
Geographie Dreikirchen liegt in der zum Westerwald gehörenden Montabaurer Senke. Die Gemeinde gliedert sich in die Ortsteile Oberhausen mit dem Hof Bornshahn und Pütschbach mit dem Haus Wolf.
Geschichte Die heutige Ortsgemeinde Dreikirchen ist am 7. Juni 1969 aus den vorher selbständigen und aufgelösten Gemeinden Oberhausen (damals 226 Einwohner) und Pütschbach (485 Einwohner) neu gebildet worden. Der neue Ortsname „Dreikirchen“ wurde durch Beschluss der beiden ehemaligen Gemeinderäte gefunden. Grundlage hierfür waren die im Ortskern von Pütschbach gelegene, im Jahre 1292 erstmals urkundlich erwähnte Wehrkirche, die Kapelle in Oberhausen und die 1957 erbaute neue Pfarrkirche beider Orte.
Die Vorgängerorte wurden um das Jahr 1290 erstmals erwähnt. Beide gehörten kirchlich und als Verwaltungseinheit zum Kirchspiel Hundsangen. Pütschbach besaß spätestens 1448 eine Kirche. 1925 wurde die dortige Kirche St. Antonius und Barbara zur Pfarrvikarie erhöht und die Kirche St. Joseph in Oberhausen ihr zugeordnet.
Bevölkerungsentwicklung Die Entwicklung der Einwohnerzahl bezogen auf das heutige Gebiet der Gemeinde Dreikirchen, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen: Jahr Einwohner 1815 253 1835 356 1871 413 1905 495 1939 570 1950 637 1961 670 Jahr Einwohner 1970 741 1987 783 1997 926 2005 1.023 2011 1.034 2017 1.037
Politik Gemeinderat Der Gemeinderat in Dreikirchen besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.
Bürgermeister Volker Hannappel wurde 2014 Ortsbürgermeister von Dreikirchen. Bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 wurde er mit einem Stimmenanteil von 78,85 % und am 9. Juni 2024 als einziger Bewerber mit 64,8 % jeweils für weitere fünf Jahre in seinem Amt bestätigt.
Hannappels Vorgänger waren Rainer Zimmermann (Ortsbürgermeister 2004–2014) und Ansgar Ortseifen (1992–2004).
Wappen
Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Pütschbacher Wehrkirche Bauwerke Die Pütschbacher Wehrkirche verfügt über einen Turm aus dem 12. Jahrhundert im altgotischen Baustil. Der Rest des Baus stammt aus dem 13. Jahrhundert. 1970 wurde das Gebäude renoviert. Sehenswert ist außerdem ein um 1700 erbautes Fachwerk-Bauernhaus, das nach einer Renovierung heute wieder als Wohnhaus genutzt wird.
Wirtschaft und Infrastruktur Gemeinde Dreikirchen ist eine Wohngemeinde mit gewerblicher Ansiedlung. Seit 1994 ist Dreikirchen Schwerpunktgemeinde im Rahmen der Dorferneuerung. Etliche Verbesserungsmaßnahmen konnten bereits umgesetzt werden; einige stehen in der Planungsphase, andere werden derzeit realisiert.
Verkehr Die nächste Autobahnanschlussstelle ist Diez an der BAB 3 Köln–Frankfurt am Main, etwa fünf Kilometer entfernt. Dreikirchen verfügt über einen Haltepunkt an der Bahnstrecke Limburg-Staffel–Siershahn (Unterwesterwaldbahn), auf welcher Regionalzüge der Hessischen Landesbahn HLB, Bereich Dreiländerbahn als RB29 nach dem Rheinland-Pfalz-Takt täglich im Stundentakt verkehren. Am Bahnhof Limburg (Lahn) besteht Anschluss an Regionalzüge in Richtung Frankfurt, Wiesbaden, Koblenz, Gießen–Fulda und Westerburg–Altenkirchen(–Au–Siegen). In Montabaur an der Schnellfahrstrecke Köln–Rhein/Main besteht Anschluss an die ICE in Richtung Köln und Frankfurt am Main sowie an Busse in Richtung Koblenz, Bad Ems, Westerburg, Rennerod, Hachenburg und Bad Marienberg. Ebenso verkehren vor dem Bahnhof Montabaur Fernbusse in Richtung Frankfurt und Köln. Busverbindungen bestehen ab Dreikirchen in Richtung Hadamar, Montabaur und Limburg an der Lahn.
Literatur Hellmuth Gensicke: Die Vier Kirchspiele. In: Nassauische Annalen Band 63, 1952, S. 309–327.
Weblinks
Ortsgemeinde Dreikirchen auf den Seiten der Verbandsgemeinde Wallmerod
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Westerwaldkreis Kategorie:Gemeindegründung 1969