mini|hochkant=1.35|Schneerener Geest bei Schneeren

Schneeren ist ein Ortsteil der Stadt Neustadt am Rübenberge in der niedersächsischen Region Hannover.

Geografie Schneeren liegt etwa zehn Kilometer westlich von Neustadt, zwischen dem Grinderwald im Norden und dem Steinhuder Meer im Süden. Die B 6 von Hannover nach Bremen verläuft etwa drei Kilometer nördlich des Dorfes. Der Ort befindet sich auf einem hügeligen Geestrücken im Bereich der Hannoverschen Moorgeest.

Das Dorfbild ist landwirtschaftlich geprägt, im Ort sind aber auch Handwerksbetriebe ansässig.

Geschichte Der Ort wurde erstmals 1215 in einer Urkunde des Grafen von Wölpe als „in Snedere“ erwähnt. Der Name Snedere wurde in späteren Urkunden anders beschrieben, wie Snederen , Schnedere , Snedern .

Nach einer Sage soll die erste Siedlung Schneerens etwa drei Kilometer südöstlich des heutigen Dorfkerns gelegen haben, nahe dem heutigen Wasserwerk. Dort wuchs eine Pflanzenart, die damals zur Einfassung von Wegen benutzt wurde. Im Niederdeutschen während der Zeit des Mittelalters bedeutete snedere so viel wie Schneide, Grenze. Dies kann aber auch die Lage am Rand eines Moorgebietes andeuten. Eine andere Theorie besagt, dass bedingt durch den kargen Boden die Bewohner den Gürtel enger schnüren mussten. Der Name entspringt dem plattdeutschen „sneren“, also auf Hochdeutsch schnüren.

Mit einer zu Drakenburg am 27. Dezember 1280 ausgestellten Urkunde schenkte Graf Burchard von Wölpe (1257–1289) dem Kloster Mariensee den Zehnten und alle Neubrüche zu Schneeren.

1522 kam Mardorf zur Kirchenpfarrei Schneeren (das bis dahin bei Husum gewesen war). Bei der Teilung des Amtes Rehburg im Jahre 1856 kamen Mardorf und Schneeren zum Amt Neustadt am Rübenberge.

Während des Dreißigjährigen Krieges brannte das Dorf ab; wurde jedoch an derselben Stelle neu errichtet.

Durch die Gebietsreform wurde Schneeren am 1. März 1974 ein Stadtteil von Neustadt am Rübenberge.

Einwohnerentwicklung 1848: 626 Einwohner 1910: 812 Einwohner 1925: 865 Einwohner 1933: 840 Einwohner 1939: 781 Einwohner 1950: 1595 Einwohner 1961: 1132 Einwohner 1970: 1157 Einwohner 2006: 1483 Einwohner 2013: 1447 Einwohner 2016: 1382 Einwohner 2021: 1484 Einwohner 2023: 1518 Einwohner 2026: 1494 Einwohner

Politik

Ortsrat Der Ortsrat von Schneeren setzt sich aus einer Ratsfrau und acht Ratsherren zusammen. Im Ortsrat befinden sich zusätzlich 17 beratende Mitglieder.

Sitzverteilung: CDU: 5 Sitze SPD: 1 Sitz Wir für Schneeren: 2 Sitz Grüne: 1 Sitz (Stand: Kommunalwahl 12. September 2021)

Ortsbürgermeister Der Ortsbürgermeister ist Stefan Porscha (CDU). Sein Stellvertreter ist Christian Thieße (CDU).

Wappen Der Entwurf des Kommunalwappens von Schneeren stammt von dem Heraldiker und Wappenmaler Gustav Völker, der zahlreiche Wappen in der Region Hannover erschaffen hat. Die Genehmigung des Wappens wurde durch den Regierungspräsidenten in Hannover am 1. April 1964 erteilt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten Bauwerke mini|Kirche Zum Guten Hirten

Die evangelisch-lutherische Kirche Zum Guten Hirten in Schneeren wurde 1724 als rechteckige Saalkirche errichtet. Der 27 m hohe Kirchturm wurde jedoch erst Anfang des 20. Jahrhunderts erbaut, da ein Blitzeinschlag den alten Turm zerstört hatte. 2003 wurde die Kirche renoviert, dabei tauschte man das Kreuz auf der Kirche aus. Das alte Kreuz steht nun hinter der Kirche. Die Kirchengemeinde gehört zur Region Mitte des Kirchenkreises Neustadt-Wunstorf. Die katholische St.-Martin-Kirche wurde 1969 gegenüber dem Dorfteich erbaut. 2009 wurde sie profaniert und später abgerissen.

Baudenkmale

Grünflächen und Naherholung Im Dorfkern befindet sich ein Waldstück, welches Brink genannt wird und in dem sich ein See befindet, das Queemoor. Der Wald ist bereits auf Karten aus dem 18. Jahrhundert verzeichnet, jedoch wurde als Folge eines Brandes im Jahre 1874 komplett abgeholzt, so dass der heutige Baumbestand knapp 150 Jahre alt ist.

Vereine Heimatverein Schneeren Gemischte Chor Schneeren Liederklump Akkordeonorchester Turn- und Sportverein von 1893 Männergesangverein Landfrauen Rassekaninchen-Zuchtverein Reit- und Fahrverein Schützenverein von 1928 Spielmannszug

Persönlichkeiten Personen, die mit dem Ort in Verbindung stehen

Wilhelm Heidemann (* 1947 in Hannover), Schatzmeister der CDU-Landtagsfraktion und Schriftführer des Niedersächsischen Landtages

Literatur Wilhelm Struckmann: Schneeren, ein Dorf in der Geest zwischen Grinderwald und Steinhuder Meer (1215–1988). Hrsg.: Heimatverein Schneeren, Stolzenau 1993.

Weblinks

Webseite der Stadt Neustadt am Rübenberge

Einzelnachweise

Historischer Verein für Niedersachsen (Hrsg.): Calenberger Urkundenbuch V. Nr. 7, S. 15. Vgl. Forschungen zur Geschichte Niedersachsens. Band 1. Hahnsche Buchhandlung, Hannover und Leipzig 1907, S. 28 f.; auch Carl, Wilhelm Wippermann: Beschreibung des Bukki-Gaues nebst Feststellung der Grenzen der übrigen Gaue Niedersachsens. Georg H. Wigand, Göttingen 1859, S. 9. Die alten Bezeichnungen tauchen auf im Urkundenbuch zur Geschichte der Herzöge von Braunschweig und Lüneburg und ihrer Lande. gesammelt und hrsg. von Hans Sudendorf, Hannover 1859–1862. Schreibweise Snedern (1320): Sudendorf I Nr. 329 S. 186.

Kategorie:Stadtteil von Neustadt am Rübenberge Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Region Hannover) Kategorie:Ersterwähnung 1215 Kategorie:Gemeindeauflösung 1974