Der Toyota Hilux ist ein Pick-up des japanischen Autoherstellers Toyota. Das unter diesem Namen im März 1968 eingeführte Modell war eine Weiterentwicklung des von Hino Jidōsha seit 1961 gebauten Hino Briska, der ab 1967 als Toyota Briska verkauft wurde.Blog: History of the Toyota Hilux (abgerufen am 23. Januar 2015) Der Name Hilux (zunächst auch HiLux oder Hi-Lux, eine Kurzform für engl. High Luxury) soll als Kunstwort an den Komfort des Fahrzeugs erinnern.

In der Grundausstattung verfügt der Hilux über Hinterradantrieb, seit 1979 ist auch Allradantrieb erhältlich.

Ein Fahrzeug mit derselben Plattform und geschlossenem Aufbau wurde bis 1995 als Hilux Surf vertrieben, in Europa unter dem Namen Toyota 4Runner. Für asiatische Märkte gibt es seit 2023 zudem den deutlich günstiger angebotenen Hilux Champ.

Erste Generation (RN 10, 1968–1972) mini|Toyota Hilux (1968–1972) Im März 1968 begann die Produktion des ersten Hilux, wobei Elemente des seit 1967 als Toyota Briska verkauften Kompakt-Pick-ups und des größeren Toyota Stout mit kurzem Radstand einflossen. Entwickelt wurde das Modell von dem japanischen Lkw-Hersteller Hino Jidōsha. Der 1,5-l-Ottomotor und die Kraftübertragung gingen auf den Toyota Corona zurück.Leichte Nutzkraftwagen von Toyota. In: Kraftfahrzeugtechnik. 4/1970, S. 117. Im Februar 1971 wurde er zu einem 1,6-l aufgerüstet. Für den Markt in Nordamerika waren es Motoren mit 1,9 Liter Hubraum, ab 1972 mit 2,0 Liter. Die Nutzlast betrug etwa eine Tonne. Ab April 1969 war wahlweise eine Langversion mit 2,30 m langer Ladefläche erhältlich, die jedoch nicht in Nordamerika angeboten wurde. Ein 4-Gang-Schaltgetriebe war Standard.

Motoren Globale Märkte: 1968–1971: 1,5 Liter (1490 cm³), 2R I4 1971–1972: 1,6 Liter (1587 cm³), 12R I4

Nordamerikanischer Markt: 1969: 1,9 Liter (1897 cm³), 3R I4, 63 kW (85 PS) 1970–1971: 1,9 Liter (1858 cm³), 8R SOHC I4, 72 kW (97 PS) 1972: 2,0 Liter (1968 cm³), 18R SOHC I4, 81 kW (108 PS)

Zweite Generation (RN 20, 1972–1978) mini|Toyota Hilux (1972–1975) Im Mai 1972 erschien der zweite Hilux (Typ RN20). Ein komfortablerer Innenraum zusammen mit einer modifizierten Karosserie waren die wichtigsten Änderungen. Sowohl die Kurz- als auch Langversion wurden nun auch in Nordamerika angeboten.

Der Hilux wurde Anfang 1975 radikal überarbeitet, um größer und luxuriöser zu werden. Gleichzeitig wurde in Nordamerika der wesentlich größere 2,2-l-20R-Motor eingeführt. Ein Fünfgang-Schaltgetriebe wurde nun optional angeboten. In Nordamerika wurde der Hilux nun zum A-Serie-Truck. Ein Jahr später war er in den USA „Truck of the Year“.

Motoren Globale Märkte: 1972–1978: 1,6 Liter (1587 cm³), 12R I4 1974–1978: 2,0 Liter (1968 cm³), 18R I4

Nordamerikanischer Markt: 1973–1974: 2,0 Liter (1968 cm³), 18R SOHC I4, 81 kW (108 PS) 1975–1978: 2,2 Liter (2189 cm³), 20R SOHC I4, 72 kW (96 PS)

Dritte Generation (RN 30, 1978–1983) mini|Toyota Hilux (1978–1983) Der neu gestaltete Hilux wurde im August 1978 eingeführt. mini|Toyota Hilux-basiertes Sunrader Classic.

Ab Januar 1979 begann der Export auch nach Europa, womit ab 1981 auch der L-Serie-Dieselmotor eingebaut wurde. Allradantrieb war nun in Nordamerika erhältlich. Optional war ein 3-Gang Automatikgetriebe verfügbar. 1981 begann die gemeinsame Entwicklung von Geländewagen auf Basis des Hilux zwischen Toyota und Winnebago Industries. Die Fahrzeuge aus dieser Zusammenarbeit waren der zweitürige Pickup Toyota Wolverine, außerdem mit geschlossenen PKW-Kabinen der Trekker Winnebago und der Toyota Griffith Trailblazer. Alle drei nutzten das Hilux-4x4-RV-Fahrerhaus und -Fahrgestell. Der Trailblazer besaß eine Ganzstahl-Karosserie mit Glasfaserdach. Es wurden mindestens 1500 Trekkers, 400 Trailblazers und eine unbekannte Zahl von Wolverines in Nordamerika verkauft.

Fortan wurde auf Basis dieser Modelle der Toyota 4Runner bzw. Toyota Hilux Surf entwickelt.

Motoren 1978–1980: 2,2 Liter (2189 cm³), 20R SOHC I4, 67 kW (90 PS) 1981–1983: 2,4 Liter (2366 cm³), 22R SOHC I4, 72 kW (96 PS) 1981–1983: 2,2 Liter Diesel I4, 46 kW (62 PS) 1981–1983: 1,8 Liter (Australien)

Vierte Generation (YN 58, 1983–1988)

Im August 1983 war der Produktionsstart für den Hilux YN 58. Es gab nun auch eine XtraCab-Version (verlängerte Kabine mit zwei Türen und vier Sitzen) sowie erstmals eine DoubleCab-Version mit vier Türen und fünf Sitzplätzen. Die Motorenpalette wurde um einen 2,5-l-Dieselmotor ergänzt. Dieser wurde in den USA wie der 2,0-l-Diesel aufgrund der billigen Benzinpreise zum Jahresende 1986 eingestellt. In anderen Märkten wurde der 2,5-l-Diesel mit einem Turbolader ausgestattet.

Da Nissan auf dem nordamerikanischen Markt bereits einen Pick-up mit V6-Motor anbot, führte Toyota dort zunächst den 22R-TE-2,4-l-Ottomotor mit Turboaufladung ein, ab 1987 folgte ebenfalls ein V6-Motor.

Im August 1988 startete die nächste Generation des Hilux, nur in Südafrika lief die Produktion der vierten Generation bis Mitte 1997 weiter.

Motoren Ottomotoren 1983–1988: 1,8 Liter (1812 cm³), 2Y-U, 58 kW (79 PS) 1983–1988: 2,2 Liter (2236 cm³), 4Y 70 kW (95 PS) 1983–1987: 2,4 Liter (2366 cm³), 22R I4 SOHC, 72 kW (97 PS) 1983–1987: 2,4 Liter (2366 cm³), 22R-E I4 SOHC FI, 78 kW (105 PS) 1985–1986: 2,4 Liter (2366 cm³), 22R-TE I4 SOHC FI turbo, 101 kW (135 PS) 1987–1988: 3,0 Liter (2958 cm³), 3VZ-E V6 FI, 112 kW (150 PS)

Dieselmotoren 1983–1988: 2,2 Liter (2188 cm³), I4 Diesel, 46 kW (62 PS) 1983–1988: 2,5 Liter (2466 cm³), I4 Diesel, 62 kW (83 PS) 1986–1988: 2,5 Liter (2466 cm³), I4 Diesel FI Turbo, 69 kW (93 PS)

Fünfte Generation (YN 80, 1988–1997)

Der Hilux (Code: YN 80), welcher ab August 1988 produziert wurde, wuchs im Radstand auf 2616 mm beim zweitürigen Standardmodell. Die Nähte der Laderaumkarosserie wurden nun besonders versiegelt, da sie bislang rostanfällig waren. Nun herrschte auch mehr Platz hinter den Vordersitzen als bei der letzten Generation, gegen Aufpreis waren Schwungsitze für die Fondpassagiere erhältlich. Das optionale Automatikgetriebe hatte nun 4 Gänge.

Der Hilux erhielt Anfang 1992 ein leichtes Facelift, wobei in erster Linie der Grill geändert und das neue Toyota-Emblem angebracht wurde. Gleichzeitig wurden die Versionen für den nordamerikanischen Markt nun im Werk NUMMI in Fremont, Kalifornien, produziert. Ab März 1995 ersetzte der Toyota Tacoma in Nordamerika den Hilux.

Der Hilux des Typs YN 80 wurde von April 1989 bis März 1997 als Lizenzbau auch von Volkswagen unter der Bezeichnung Taro produziert. Die Konzeption und die Teile stammten dabei von Toyota. Die Montage wurde bis 1995 im Volkswagenwerk Hannover durchgeführt, anschließend bis zum Produktionsende im Volkswagenwerk Emden. Der Taro war wie der Hilux in den Versionen als Zweisitzer (Single Cab) sowie als XtraCab und DoubleCab erhältlich.

Diese Hilux-Generation wurde viele Jahre lang in China in Lizenz produziert und dort unter anderem als Jiefang 1021 vertrieben. Sein Fahrwerk wurde 1998 für den Chengdu Huandu CAC verwendet, der seinerseits ein Revival des britischen Morris Ital war.

Motoren Ottomotoren 1988–1995: 1,8 Liter (1812 cm³), 2Y-U, 58 kW (79 PS) 1988–1995: 2,2 Liter (2237 cm³), 2Y-U, 69 kW (93 PS) 1989–1995: 2,4 Liter (2366 cm³), 22R-E SOHC EFI I4, 84 kW (112 PS) 1989–1995: 3,0 Liter (2958 cm³), 3VZ-E V6 FI, 112 kW (150 PS)

Dieselmotoren 1988–1995: 2,4 Liter Wirbelkammerdiesel (2446 cm³), 59 kW (80 PS) 1988–1995: 2,4 Liter Wirbelkammerdiesel (2446 cm³), 61 kW (82 PS)

Sechste Generation (RZN, 1997–2005)

Beim im August 1997 eingeführten neuen Hilux wuchs der Radstand abermals auf 2850 mm beim Standardmodell. Er war bedeutend länger als der Vorgänger, während die Höhe nur geringfügig vergrößert wurde.

In Thailand wurde der Hilux als Hilux Tiger nun für den gesamten südostasiatischen Markt gebaut, einige Modelle jedoch noch in Japan.

Anfang 2002 wurde der Name in Südamerika auf Hilux Millennium geändert, dieser wurde nur noch lokal für Südamerika angeboten. Damit ging ein Facelift einher und die Dieselmotoren wurden mit Common-Rail-Einspritzung ausgerüstet. Der Hilux wurde nun komplett in Thailand gefertigt.

Siebte Generation (N25/N2, 2005–2015)

Im August 2005 begann die Produktion der Baureihe mit der Typenbezeichnung N25 bzw. N2 (EU, TMT, TSAM) und dem Modellcode KUN für Fahrzeuge mit Dieselmotor. In der Europäischen Union wird die Baureihe ausschließlich mit Dieselmotoren verkauft. Auf Märkten außerhalb der EU ist die Typenbezeichnung AN10 bzw. AN20, dort dominieren Ottomotoren. Gegenüber den Vorgängern wuchs der Hilux 7 in allen Dimensionen. In der Basisversion, die mit der Bereifung 205R16C ausgeliefert wurde, betrug die Breite 1760 mm. Wie in den vorangegangenen Generationen waren wieder drei Kabinengrößen erhältlich: SingleCab (Zweisitzer mit zwei Türen), XtraCab (Viersitzer inkl. 2 Notsitzen mit zwei Türen) und DoubleCab (Fünfsitzer mit vier Türen). Nur in Asien wurde ein weiteres Modell namens Vigo SmartCab in der Kabinengröße des XtraCabs, aber mit vier gegenständigen Türen angeboten. Die Höhe lag zwischen 1795 mm (SingleCab) und 1835 mm (XtraCab). Mit einer Wattiefe von 700 Millimeter liegt der Hilux 7 im Mittelfeld ähnlicher Pick-up-Modelle, die Zuladung von 620–750 kg ist vergleichsweise gering.

Der Hilux 7 wird weltweit vertrieben, mit Ausnahme von Nordamerika und Japan. Die DoubleCab-Modelle für den europäischen und afrikanischen Markt werden in Durban (Südafrika) gebaut, mit Ausnahme von Rechtslenker-Modellen für Großbritannien, die aus Thailand kommen. Australien, der Nahe Osten und Asien werden komplett aus Chachoengsao und Samut Prakan (Thailand) beliefert, wo er unter dem Namen Vigo läuft. SingleCab und XtraCab für den EU-Markt werden in Thailand hergestellt, insgesamt stellt Thailand ca. 70 % der Produktion auf dem Weltmarkt. Der Hilux für den chinesischen Markt wird von der GAC Toyota Motor in Guangzhou gefertigt, wo auch der 4,0-Liter-V6-Motor 1GR-FE eingebaut wird. Auf der Plattform des Hilux werden für den asiatischen Markt außerdem der Toyota Innova und Toyota Fortuner hergestellt. Die Fabriken für den südamerikanischen Markt befinden sich in Zárate (Toyota Argentina in Argentinien) und Cumaná (Venezuela).

Seit 2006 gibt es den Hilux mit dem aus dem Landcruiser bekannten 3,0-l-Commonrail-Dieselmotor 1KD-FTV, der in EU-Ländern aber nur im DoubleCab angeboten wird. Die Leistung des 2,5-l-Dieselmotors wurde Ende 2006 durch einen Ladeluftkühler von 102 auf 120 PS erhöht, äußerlich erkennbar sind beide Motoren ab dem Modelljahr 2007 an einer Lufthutze.

Beim Facelift des Modelljahres 2008 wurde die Front leicht überarbeitet. Auf dem EU-Markt erhielten die Ausstattungsvarianten SOL, Life, Comfort und Executive nun aufgesetzte Radhausverbreiterungen, 265-er Reifen und Seitenschweller, damit wuchs die Breite auf 1835 mm. Außerdem wurden in diesen Versionen die Blinker im Spiegelgehäuse integriert. Beide Dieselmotoren waren nun mit zuschaltbarem Allradantrieb erhältlich.

Mit dem Modelljahr 2009 wurde der Hilux erneut einer Modellpflege unterzogen. Als Erkennungszeichen lag die horizontale Chromleiste im Kühlergrill nun unterhalb des Markensymbols, weitere Neuerungen waren die überarbeitete Radaufhängung vorn, Klimaautomatik, Seitenairbags und die verschließbare Heckklappe. Die Ausführung 3.0 D-4D erhielt statt des Viergang- nun das überarbeitete Fünfgangautomatikgetriebe aus dem Toyota Landcruiser, was den Verbrauch reduzierte. Die Top-Ausstattungsvariante „Executive“ verfügte über ein elektronisches Stabilitätsprogramm, bei Toyota „Vehicle Stability Control“ (VSC) genannt, außerdem eine Antriebsschlupfregelung („Traction Control“; Kürzel TRC) und eine größere Bremsanlage inklusive Bremsassistent. Im November 2009 erhielt der 2,5-Liter-Dieselmotor mittels VTG-Turbo eine Leistungssteigerung auf 106 kW (144 PS).