Der Große Preis von Kanada 1995 (offiziell XXXIII Grand Prix Molson du Canada) fand am 11. Juni auf dem Circuit Gilles-Villeneuve in Montreal statt und war das sechste Rennen der Formel-1-Weltmeisterschaft 1995.

Berichte

Hintergründe Nach dem Großen Preis von Monaco führte Michael Schumacher in der Fahrerwertung mit fünf Punkten vor Damon Hill und mit 17 Punkten vor Gerhard Berger. In der Konstrukteurswertung führte Benetton mit vier Punkten vor Williams und mit fünf Punkten vor Ferrari.

An diesem Rennwochenende kursierten die ersten Gerüchte, dass Schumacher für 1996 einen Multimillionen-Dollar-Vertrag mit Ferrari unterzeichnet hatte.

Mark Blundell bestritt seinen 50. Grand Prix.

Im Mai 1995 war das Team Simtek zahlungsunfähig. Da die Sponsoren weitere Geldzahlungen verweigerten, stellte es den Rennbetrieb vor dem Wochenende ein. Es traten somit nur noch 24 Fahrer an.

Mit Berger und Schumacher (jeweils einmal) traten zwei ehemalige Sieger zu diesem Grand Prix an.

Training Vor dem Rennen fanden zwei Trainingseinheiten statt: Die erste am Freitagmorgen und die zweite am Samstagmorgen.

Das erste freie Training entschied Schumacher mit einer Zeit von 1:28,145 Minuten vor Jean Alesi und Hill für sich.

Im zweiten freien Training war dann Hill mit einer Zeit von 1:28,691 Minuten der Schnellste vor Alesi und Berger.

Qualifying Das Qualifying fand in zwei Abschnitten statt, die jeweils beste Zeit entschied über die Startposition.

Im ersten Qualifyingsegment (Q1) war Schumacher mit einer Zeit von 1:27,661 Minuten der Schnellste. Im zweiten Qualifyingsegment (Q2) fuhr Schumacher erneut die Bestzeit mit 1:27,708 Minuten und konnte sich somit die Pole-Position sichern. Schumachers Pole-Position war die 100. für ein Renault-Auto und die neunte seiner Karriere.

Warm-Up Die Fahrer gingen am Sonntagmorgen zu einem 30-minütigen Warm-up auf die Strecke. Das Aufwärmtraining fand bei nassen Bedingungen statt, wobei es seit dem frühen Morgen ununterbrochen regnete, es war das erste Mal am Grand-Prix-Wochenende, dass es geregnet hatte. Hill war einer der wenigen Fahrer, die einen Fehler machten und sich an der neu installierten Schikane drehten. Hills Williams-Teamkollege David Coulthard drehte sich später in der vorherigen Kurve während Bertrand Gachot ebenfalls im Kiesbett landete. Nach einem kurzen Aufenthalt an der Box kehrte Hill auf die Strecke zurück, landete jedoch im Kiesbett und ließ sein Auto stehen. Aufgrund der wechselnden Wetterbedingungen war die Reihenfolge gemischt, wobei die Ferraris von Alesi und Berger auf den Plätzen eins und drei lagen. Rubens Barrichello teilte sie auf dem zweiten Platz, Schumacher wurde Vierter. Mika Häkkinen wurde Fünfter. Die Saubers von Heinz-Harald Frentzen und Jean-Christophe Boullion belegten die Plätze sechs und sieben.

Rennen Beim Start behauptete Schumacher seine Führung, dahinter kollidierten dann Johnny Herbert und Häkkinen, was für beide das Aus bedeutete. Als Dritter musste Coulthard in der zweiten Runde wegen eines Drehers aufgeben.

Die Ferrari überholten Hill und rückten auf die Plätze zwei und drei vor, doch beim Boxenstopp hatte Berger, der auf dem dritten Platz lag, Probleme. Wenige Runden vor Schluss berührte Berger dann den Ligier von Martin Brundle im Kampf um Platz fünf, woraufhin beide ausschieden.mini|hochkant=1.3|Der siegreiche Ferrari 412T2 von Jean Alesi Schumacher führte die meiste Zeit des Rennens. Gegen Ende der 57. Runde zwang ihn jedoch ein elektrisches Problem an seinem Benetton an die Box zu gehen und ermöglichte dem Zweitplatzierten Alesi, die Führung zu übernehmen. Der 70-sekündige Boxenstopp zum Lenkradwechsel und zur Anpassung des Bordcomputers führte dazu, dass Schumacher als Siebter wieder ins Rennen ging. Am Ende kämpfte er sich wieder auf den fünften Platz vor.

Alesi gewann schlussendlich das Rennen vor Barrichello und Eddie Irvine. Es war der erste und einzige Grand-Prix-Sieg für den französischen Fahrer. Zu dem Sieg kam noch hinzu, dass er an Alesis 31. Geburtstag stattfand. Dieses Rennen war auch das bisher letzte Mal, dass ein Grand Prix von einem Auto mit V12-Motor gewonnen wurde und es war auch das einzige Rennen der Saison, das von einem Auto ohne Renault-Antrieb gewonnen wurde. Die Jordan von Barrichello und Irvine folgten mit dem zweiten beziehungsweise dritten Platz auf dem Podium. Für beide war es das bisher beste Ergebnis ihrer Karriere gewesen. Vier Jahre zuvor hatte Jordan in Montreal seine ersten Weltmeisterschaftspunkte gesammelt.

Nachdem Alesi die Ziellinie überquert hatte, durchbrachen Fans die Zäune und stürmten in den Boxenbereich. Als Alesi in seiner Siegesrunde am anderen Ende der Rennstrecke in die Haarnadelkurve einfuhr, ging seinem Auto der Treibstoff aus, Alesi nahm sein Lenkrad ab, stellte sich auf das Dach des Autos und „surfte“ es zum Stehen. Schumacher, der sich von hinten näherte, hielt an und nahm Alesi auf seinem Auto zurück zur Box. Das Rennen dauerte eigentlich 69 Runden, die Ergebnisse wurden jedoch nach 68 Runden gewertet, da kurz nach Alesis Ziel ein Massenandrang herrschte. In den ursprünglichen Ergebnissen belegte Luca Badoer den siebten Platz vor Mika Salo, der neben der Boxenmauer angehalten hatte, um nicht die Zuschauer zu treffen. Mit Gachot gab es noch einen Fahrer, der bei allen bisherigen sechs Saisonrennen nicht ins Ziel kam.

In der Fahrerwertung konnte Schumacher trotz seines fünften Platzes seine Führung vor Hill ausbauen, da dieser nicht ins Ziel kam. Alesi war neuer Dritter. In der Konstrukteurswertung übernahm Ferrari die Führung vor Benetton und Williams.

Meldeliste TeamNr.FahrerChassisMotorReifen1Benetton B195Renault 3.0 V1023Tyrrell 023Yamaha 3.0 V1045Williams FW17Renault 3.0 V1067McLaren MP4/10BMercedes-Benz 3.0 V1089Footwork FA16Hart 3.0 V81014Jordan 195Peugeot 3.0 V101516Pacific PR02Ford ED 3.0 V81721Forti FG01Ford ED 3.0 V82223Minardi M195Ford EDM 3.0 V82425Ligier JS41Mugen-Honda 3.0 V102627Ferrari 412T2Ferrari 3.0 V122829Sauber C14Ford Zetec-R 3.0 V830

Klassifikationen

Qualifying +Pos.FahrerKonstrukteurQ1Q2Start11:27,6611:27,708121:28,0391:28,552231:28,5901:28,091341:28,2471:28,189451:28,5251:28,474561:29,2951:28,498671:29,4061:28,910781:29,0211:29,259891:29,3931:29,1719101:30,2791:29,64110111:29,8091:30,34511121:30,2851:30,01712131:30,8541:30,15913141:30,8801:30,25514151:30,6571:30,69515161:31,9581:31,38216171:31,8591:31,44517181:31,9251:31,83818191:32,4531:31,85319201:33,8661:32,84120211:33,9101:32,89421221:32,995keine Zeit22231:34,0001:35,55923241:36,1871:34,98224

Rennen Pos.FahrerKonstrukteurRundenStoppsZeitStartSchnellste Runde16811:44:54,17151:30,398 (33.)2681 + 31,47791:30,626 (33.)3681 + 35,98081:30,874 (32.)4681 + 41,314111:31,654 (66.)5682 + 44,67611:29,174 (67.)6671 + 1 Runde131:31,791 (31.)7673 + 1 Runde151:32,153 (40.)8671 + 1 Runde191:33,000 (15.)9661 + 2 Runden221:33,079 (31.)10611 DNF141:31,496 (56.)11611 DNF41:30,491 (21.)–604 DNF171:32,855 (46.)–541 DNF231:36,483 (51.)–501 DNF21:30,783 (9.)–471 DNF101:31,527 (25.)–424DNF161:32,435 (37.)–362DNF201:33,607 (21.)–260DNF121:31,155 (26.)–262DNF241:38,055 (5.)–190DNF181:32,975 (13.)–50DNF211:35,588 (5.)–10DNF31:40,928 (1.)–00DNF6––00DNF7– WM-Stände nach dem Rennen Die ersten sechs eines Rennens bekamen 10, 6, 4, 3, 2 und 1 Punkt(e).

Fahrerwertung Pos.FahrerKonstrukteurPunkte1Benetton-Renault362Williams-Renault293Ferrari244Ferrari175Benetton-Renault126Williams-Renault97Jordan-Peugeot68Jordan-Peugeot69McLaren-Mercedes510Ligier-Mugen-Honda411Sauber-Ford412McLaren-Mercedes313Footwork-Hart114Tyrrell-Yamaha015Minardi-Ford0Pos.FahrerKonstrukteurPunkte16Ligier-Mugen-Honda017Minardi-Ford018Tyrrell-Yamaha019Sauber-Ford020Simtek-Ford021Ligier-Mugen-Honda022Footwork-Hart023Pacific-Ford024Forti-Ford025McLaren-Mercedes026Simtek-Ford027Sauber-Ford028Forti-Ford0–Pacific-Ford0

Konstrukteurswertung Pos.KonstrukteurPunkte1412Benetton-Renault und Williams-Renault erhielten beim Großen Preis von Brasilien keine Konstrukteurspunkte (zehn bzw. sechs) wegen Verwendung nicht regelkonformen Treibstoffs.38332412586474Pos.KonstrukteurPunkte8190100110120130 Anmerkungen

Weblinks

Einzelnachweise

#1995 Kanada Kategorie:Sportveranstaltung in Montreal Kategorie:Circuit Gilles-Villeneuve