Die Seine ([]; auf Französisch; /keltisch ) ist ein Fluss in Nordfrankreich. Sie entspringt in der Region Bourgogne-Franche-Comté, fließt von Osten nach Westen, durchquert die Hauptstadt Paris und mündet bei Le Havre in den Ärmelkanal. Mit rund 775 KilometernDie Angaben zur Flusslänge beruhen auf den Informationen über die , abgerufen am 30. Juli 2009, gerundet auf volle Kilometer. Länge ist sie neben der Loire (1004 Kilometer) und den ineinander übergehenden Flussverläufen von Doubs, Saône und Rhône (insgesamt 1025 Kilometer) einer der längsten Flüsse Frankreichs. Das Einzugsgebiet der Seine umfasst etwa 78.650 km².
Wichtige Städte an der Seine sind Paris, Troyes und Rouen. In Paris und Rouen befinden sich die wichtigsten Binnenhäfen Frankreichs. Über Kanäle ist die Seine mit Schelde, Maas, Rhein, Saône und Loire verbunden. Am Unterlauf des Flusses im Gebiet der Normandie haben sich für einen Fluss dieser Wasserführung außergewöhnlich große Talschleifen gebildet. Die schiffbare Länge (bis Nogent-sur-Seine) beträgt 560 km. Seeschiffe können den Fluss bis Rouen (120 km im Landesinneren) befahren.
Das Seineufer von Paris mit seiner historischen Bebauung steht auf der Liste des Weltkulturerbes der UNESCO.
Verlauf Quellen der Seine
Die Quelle der Seine liegt auf dem Plateau von Langres, 25 km nordwestlich von Dijon im Département Côte-d’Or in der Region Bourgogne-Franche-Comté, über dem Meeresspiegel. Eine Besonderheit ist, dass die Quellen der Seine ab 1864 Eigentum der Stadt Paris waren. Eine künstliche Grotte wurde ein Jahr später errichtet, um die Hauptquelle zu schützen, und die Statue einer Nymphe aufgestellt, die den Fluss symbolisieren soll. Paris hat das Grundstück mittlerweile an die Region zurückgegeben.Bei den Quellen der Seine auf meinfrankreich.com, abgerufen am 30. Oktober 2021 Nahe der Quelle befinden sich Überreste eines gallo-römischen Tempels, in dem eine ( Göttin der Seine) verehrt wurde. Dessen archäologische Funde befinden sich heute in der archäologischen Abteilung des Musée des Beaux-Arts in Dijon.
Das Tal der Seine
mini|Die Seine bei Caudebec-en-Caux, etwa 25 km vor Beginn des Ästuars
Die Seine fließt in ganzer Länge durch das Schichtstufenland des Pariser Beckens, dessen Relief durch breitbasige hohe Wellen wie in der Trockenen Champagne und einige prägnantere Hügel gekennzeichnet ist. An das enge Tal des Oberlaufs im Plateau von Langres schließt in der Gegend um Troyes ein etwa einen Kilometer breiter Talgrund zwischen sehr sanften Hängen an. Weiter westwärts bis zur Mündung der Voulzie bei Bray-sur-Seine verbreitert sich der Talgrund auf über 5 km, und schließlich werden die Hänge wenigstens auf der Nordseite steiler. Die umgebenden Höhen liegen hier auf der Nordseite etwa 100 m, auf der Südseite etwa 50 m über dem Fluss. Bei Fontainebleau, dessen Stadtzentrum in einem Seitental liegt, gibt es eine Talenge, in Form einer Pforte kreuzt das Seinetal einen Höhenrücken. Bei Paris und von dort bis kurz vor der Mündung verläuft das Tal in zahlreichen Schleifen und dementsprechend asymmetrischen Talabschnitten mit Gleithang und Prallhang. Die Breite des Talgrundes wechselt stark und ist auf langen Strecken gering. Asymmetrisch ist der Querschnitt sogar bei der Île de la Cité in Paris, wo der Flussverlauf fast gerade ist: Südlich des Flusses steigt das Quartier Latin nicht steil, aber doch deutlich an, während sich vom Nordufer der flache Marais („Sumpf“) über mehrere Kilometer bis fast zum Gare du Nord erstreckt. Von Paris bis kurz vor der Mündung wird das Tal nicht flacher, der Talgrund sinkt notwendigerweise von etwa 50 m über dem Meer auf nahe Null, aber die Anhöhen bleiben fast gleich hoch.
Das Seinetal ist bekannt für seine zahlreichen Schlösser („Seineschlösser“), aber auch die dort vorhandene Automobilindustrie, Petrochemie und mehrere Kraftwerke.
Durchflossene Städte
– in Klammern die Einwohnerzahlen, Mittelstädte kursiv, Großstädte fett – mini|Die Seine in Châtillon mini|Paris: Île de la Cité mit der Kathedrale Notre Dame mini|Die Seine in Paris mini|Blick über die Seine auf La Seine Musicale mini|Die Seine nahe La Défense Oberhalb des Großraums Paris:
Châtillon-sur-Seine (5.478) Bar-sur-Seine (3.135) Troyes (59.671) Romilly-sur-Seine (14.352) Nogent-sur-Seine (5.955) Bray-sur-Seine (2.294) Montereau-Fault-Yonne (17.173) Fontainebleau (14.839)
Großraum von Paris: Melun (40.066) Corbeil-Essonnes (47.632) darin Métropole du Grand Paris: Évry (53.237) Viry-Châtillon (31.132) Vitry-sur-Seine (90.075) PARIS (2.229.621) Sèvres (23.404) Boulogne-Billancourt (116.794) Puteaux (43.891) Neuilly-sur-Seine (62.346) Courbevoie (85.523) Asnières-sur-Seine (86.020) Clichy (59.255) Saint-Denis (109.343) Argenteuil (106.817) Nanterre (92.227) noch Großraum, westlich der Métropole du Grand Paris: Saint-Germain-en-Laye (39.547) Conflans-Sainte-Honorine (35.213) Poissy (37.461)
Unterhalb des Großraums Paris: mini|Die Seine in Rouen Meulan-en-Yvelines (8.992) Mantes-la-Jolie (45.052) Vernon (24.064) Les Andelys (8.201) Elbeuf (17.343) Rouen (110.755) Honfleur (7.676) Le Havre (172.074)
Mündungsgebiet
mini|Karte der Seinemündung um 1875
Drei große Brücken überspannen das breite Flusstal im Mündungsbereich: Die Brotonne-Brücke, die Brücke von Tancarville und die Pont de Normandie. Letztere war zeitweilig die längste Brücke Europas. Die Seine mündet zwischen Le Havre und Honfleur und bildet ab Tancarville ein langgezogenes Ästuar. Dieses wird von der Brücke Pont de Normandie überspannt. 1997 wurde ein 8.528 ha großes Gebiet unter Naturschutz gestellt. Schilfgebiete, Dünen, Sandbänke und Feuchtwiesen bieten Lebensraum für über 250 verschiedene Vogelarten. Ein Informationszentrum am nördlichen Brückenkopf bietet Naturkundliches zum Naturschutzgebiet und eine Beobachtungsstation.
Geographische Merkmale Inseln in der Seine
mini|Blick von der Seine auf die Île des Impressionnistes
Oberhalb des Großraums Paris: Nogent-sur-Seine: Île Olive, 3 ha
Großraum von Paris: Melun: Île Saint-Étienne, 1200 m × 170 m bei Évry: Île aux Paveurs, 600 m × 70 m Paris: Île Saint-Louis, 11 ha, 725 m × 190 m, 2465 Einwohner Île de la Cité, 22 ha, 1,19 km × 290 m, 1168 Einwohner Île aux Cygnes, 1,3 ha, 890 m × 20 m, unbewohnt Issy-les-Moulineaux: Île Saint-Germain, 18 ha, Parkanlagen und Wohngebiet Boulogne-Billancourt: Île Seguin, 11,5 ha, nur durch einen Flussarm von der Île Saint-Germain getrennt, ehemals Renault-Werk Puteaux: Île de Puteaux, 2,5 km × (140–200) m, Freizeitgelände Neuilly-sur-Seine und Levallois-Perret: Île de la Grande Jatte, 1,9 km × 150 m, bewohnt und Freizeitgelände L’Île-Saint-Denis: Île Saint-Denis 4,4 km × max. 280 m, 7071 Einwohner Carrières-sur-Seine und Chatou: Île de Chatou (Île des Impressionnistes), 8,3 km × max. 280 m Louveciennes und Le Port-Marly: Île de la Loge, 2,38 km × (150–220) m Andrésy: Île de Nancy, 2,3 km × max. 240 m
Unterhalb des Großraums Paris Bei Les Mureaux: Belle-Île, 5,7 km × max. 340 m bei Mantes-la-Jolie (linkes Ufer) und Limay (rechtes Ufer): Île aux Dames: 2,67 km × max. 230 m Île l'Aumône: 2 km × max. 278 m Bennecourt: Grande Île, 6 km × max 330 m Criquebeuf-sur-Seine bei Elbeuf: Insel mit drei Teilnamen, Île de Launy – Île de Criquebeuf – Île du Courant, 8,5 km × max. 370 m
Nebenflüsse
Schon der Blick auf die Karte zeigt, dass das Flusssystem der Seine von einigen langen Zuflüssen ersten Grades geprägt ist, die in großem Abstand parallel zur Seine fließen, teilweise aber nicht sehr weit von ihr entspringen. Die Nebenflüsse der Nebenflüsse laufen oft eine recht lange Strecke parallel zu ihrem Zielgewässer, bevor sie einen Bogen zu ihm hin machen. Die Längenvergleiche in der Tafel machen deutlich, dass die Quelle der Marne die längste Flussstrecke zum Meer hat. Die Fließwege zur Seinemündung von den Quellen der Aube, der Yonne und einiger ihrer Nebenflüsse, sowie der Aire und der Aisne sind kaum kürzer als derjenige der Seine selber.
mini|zentriert|hochkant=3|Flusssystem der Seine
Die Seine, ihre Nebenflüsse und deren Nebenflüsse ab 36 km Länge (Reihenfolge flussaufwärts) Darstellungsweise: Die Angabe der Einmündungsseite („rechts“/„links“) steht linksbündig unter dem Namenskästchen des Flusses, in den der Zufluss mündet. Pfeile sind flussabwärts gerichtet und markieren obere Teile eines schon vorher erwähnten Flusslaufs.