Fisimatenten ist ein umgangssprachlicher Ausdruck mit der Bedeutung Unsinn, Faxen oder Blödsinn, im weitesten Sinne alle Handlungen, die Umstände oder Probleme verursachen. Das Wort ist ein Pluraletantum.
Die falsche Schreibung als Fiesematenten ist verbreitet in Anlehnung an das Wort fies,zu „fies“ vgl. Hans-Friedrich Rosenfeld: Germ. „fis(t)“ in seiner Entfaltung in übertragenem Sinn; Zu ndl. „vies“, dt. „fies“ ‘Ekel erregend’, ‘Ekel empfindend’, ‘heikel’; Zu ndl. „fis“, „visse“, rhein. „fiss“, ‘Iltis’. In: Beiträge zur Geschichte der deutschen Sprache und Literatur. Band 78, (Halle) 1956, S. 357–420; Band 80, 1958, S. 424–460. mit dessen Bedeutung es verwandt scheint.
Die Herkunft des Ausdrucks ist nicht gesichert.
Wahrscheinlichere Herleitungsversuche Das Wort ist tatsächlich deutlich vor der französischen Besatzung (siehe unten) erstmals belegt. Es entstammt nach älterer Ansicht der lateinischen Amtssprache des ausgehenden Mittelalters:
Die neueren Auflagen desselben Wörterbuchs führen dagegen eine andere Etymologie an:
Weitere etymologische Herleitungsversuche Der Germanist Karl Gustav Andresen vermutete hinter der Wortschöpfung die bespöttelnde Verdrehung des missliebigen visum authenticum als Formel für einen amtlich festgestellten Tatbestand.Karl Gustaf Andresen: Über deutsche Volksetymologie. 7. verbesserte Auflage. Reisland Verlag, Leipzig 1918, S. 128.
Wolfgang Teuschl gibt das italienische Wort (dt. Laune, Grille) als Ursprung an.
Das Wort kommt häufig in der Wendung „macht keine Fisimatenten“ vor, als elterliche Warnung. Folgende volksetymologische Erklärung wird oft dafür herangezogen:
Eine weitere Erklärung aus dieser Zeit liefert Lutz Röhrich:
Die Worterklärung aus dem Französischen ist sehr weit verbreitet und wird gerade im berlinischen und rheinischen Lokalpatriotismus immer wieder erzählt, da dort tatsächlich weitere französische Wörter in den Alltag Eingang fanden.
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