Der Rheingau-Taunus-Kreis ist eine Gebietskörperschaft mit Einwohnern () im Regierungsbezirk Darmstadt in Hessen. Der Landkreis liegt westlich und nördlich der Landeshauptstadt Wiesbaden und entstand im Jahr 1977 aus einem Zusammenschluss von Rheingaukreis und Untertaunuskreis. Kreisstadt ist das zentral gelegene Bad Schwalbach. Verwaltungsaußenstellen befinden sich in Rüdesheim am Rhein und Idstein. Bevölkerungsreichste Stadt ist Taunusstein als Nachbarstadt Wiesbadens.

Geografie mini|Der Windhain ist mit 629,3 Metern die höchste Erhebung im Rheingau-Taunus-Kreis. Der Berg befindet sich am östlichen Rand des Kreises über dem Ort Wüstems und ist Teil der Feldberg-Langhals-Pferdskopf-Scholle

Lage Das Kreisgebiet umlagert die Westhälfte des Taunushauptkamms, wobei der ehemalige Kreisteil Untertaunus sich nördlich von Wiesbaden im westlichen Hintertaunus erstreckt. Am Ostrand des Kreisgebietes, schon in Nähe des Großen Feldbergs, liegt der hohe Windhain als höchste Erhebung des Kreises. Südwestlich des Untertaunus und jenseits des tief eingeschnittenen Walluftals gruppiert sich der Rheingau nördlich und südlich um das Rheingaugebirge mit Siedlungsschwerpunkt und Weinanbau in Rheinufernähe und im Taunusvorland. Nördlich davon erstrecken sich im Rheingaugebirge und im Wispertaunus ausgedehnte Waldgebiete, die zu den größten in Hessen zählen. Der Rhein bildet die südliche und südwestliche Kreis- und Landesgrenze. Der westlichste Teil des Kreises gehört zum Welterbe Kulturlandschaft Oberes Mittelrheintal.

Flächennutzung Das Kreisgebiet umfasst eine Gesamtfläche von 81.148 Hektar.

+ Flächennutzung im Rheingau-Taunus-KreisRheingau-Taunus-Kreis: Flächennutzung RTK 2012. (PDF-Datei; 22 kB) Flächentyp Flächein Hektar Anteilin Prozent Gebäude- und Freifläche 4442 5,5 Betriebsfläche 183 0,2 Erholungsfläche 774 1,0 Verkehrsfläche 5229 6,4 Landwirtschaftsfläche 23.545 29,0 Waldfläche 45.221 55,7 Wasserfläche 1454 1,8 Fläche anderer Nutzung 309 0,4

Die Waldfläche erreicht als Nutzungsart mit 55,7 Prozent einen in Hessen weit überdurchschnittlichen Anteil. Die Größe der Wasserfläche ist bemerkenswert und übertrifft mit knapp 15 Quadratkilometern die Fläche des Edersees um fast 30 Prozent. Geschuldet ist dieser Reichtum an Wasserflächen dem Anteil des Rheingau-Taunus-Kreises am Inselrhein, der in Höhe des Rheingaus stellenweise eine Breite von tausend Metern erreicht. Die Kreisgrenze liegt in der Mitte des historischen Hauptfahrwassers.

Nachbarkreise Nachbarkreise sind, im Norden beginnend im Uhrzeigersinn, die Landkreise Limburg-Weilburg, Hochtaunuskreis und Main-Taunus-Kreis und die kreisfreie Stadt Wiesbaden (alle in Hessen). Im Süden und Südwesten bildet der Rhein die natürliche Grenze zum Land Rheinland-Pfalz. Dort liegt links des Rheins der Landkreis Mainz-Bingen. Im Nordwesten grenzt er an den rheinland-pfälzischen Rhein-Lahn-Kreis.

Geschichte Der ehemals fränkische Rheingau gehörte von 983 bis 1803 zum Erzstift Mainz und kam dann an das Herzogtum Nassau. Der Untertaunus gehörte westlich der Aar zur Niedergrafschaft Katzenelnbogen und im Übrigen zum Fürstentum Nassau. Nach einem das ehemalige Pays réservé betreffenden Gebietstausch mit Kurhessen im Jahr 1816 war das ganze heutige Kreisgebiet Teil des Herzogtums Nassau. Infolge des Deutschen Krieges von 1866 wurde Nassau vom Königreich Preußen annektiert. Es entstand die Provinz Hessen-Nassau. 1867 wurde die Provinz in Kreise eingeteilt und es entstanden so der Rheingaukreis mit Kreissitz in Rüdesheim am Rhein und der Untertaunuskreis mit Kreissitz in Langenschwalbach, heute Bad Schwalbach. Sie bestanden auch weiter, als das Gebiet nach dem Zweiten Weltkrieg zum Land Hessen kam.

Im Rahmen der Gebietsreform in Hessen wurden beide Kreise am 1. Januar 1977 zum Rheingau-Taunus-Kreis vereinigt. Die frühere Gemeinde Niedernhausen mit dem Ortsteil Königshofen kam aus dem Main-Taunus-Kreis hinzu und wurde mit Gemeinden im Untertaunuskreis zu einer Gemeinde mit dem Namen Niedernhausen zusammengeschlossen. Kreisstadt wurde das zentral gelegene Bad Schwalbach.

Einwohnerentwicklung mini|Bevölkerungspyramide für den Rheingau-Taunus-Kreis (Datenquelle: Zensus 2011)Datenbank Zensus 2011, Rheingau-Taunus-Kreis, Alter + Geschlecht

Jahr Einwohner Quelle 1977 156.900 Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1978 1980 162.400 1990 171.600 2000 184.576 Hessisches Statistisches Landesamt, (momentan) nicht mehr online verfügbar. 2010 183.354 2014 182.691 2022 189.614

Konfessionsstatistik Laut der Volkszählung 2011 waren 32,1 % der Einwohner evangelisch, 32,5 % römisch-katholisch und 35,3 % gehörten einer sonstigen oder keiner Religionsgesellschaft an oder machten keine Angabe.Zensus 2011 / Hessen. Hessen unter der Lupe. Wiesbaden 2014, auf Seite 15 der Datei: „Religionszugehörigkeit in den hessischen Landkreisen und kreisfreien Städten am 9. Mai 2011 (in %)“ Der Mitgliederschwund der großen Kirchen hielt seitdem weiter an. Gemäß Zensus 2022 waren (Mai 2022) 25,1 % der Einwohner evangelisch, 25,8 % katholisch und 49,1 % waren konfessionslos, gehörten einer anderen Glaubensgemeinschaft an oder machten keine Angabe.Zensusdatenbank: 1000A Bevölkerung kompakt (Gebietsstand 15.05.2022) - wähle „Zum Thema“: 1000A-1018 Personen: Religion - wähle „Zur Tabelle“ - wähle „Anpassen“ - wähle „anderes Merkmal auswählen“: Landkreise u. krsfr. Städte (Stand 15.05.22) - wähle „Anwenden“: Trefferzeile „(400/400)“ anklicken: hessische Treffer auf Seite 2 der Trefferliste - Anwende-Häkchen auf die gewünschten Treffer eingrenzen - wähle „Anwenden“

Politik Kreistag Für den Kreistag des Rheingau-Taunus-Kreises erbrachte die Kommunalwahl am 15. März 2026 folgendes amtliche Endergebnis,Votemanager: Amtliches Endergebnis der Kreiswahl 2026 in Vergleich gesetzt zu den Ergebnissen früherer Kommunalwahlen:Votemanager: Amtliches Endergebnis der Kreiswahl 2021Votemanager: Ergebnisse der Kreiswahlen von 2016 und 2011Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnisse der Kreiswahlen von 2011 und 2006 Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnisse der Kreiswahlen von 2006 und 2001Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnisse der Kreiswahlen von 2001 und 1997

Wahlvorschläge%2026Sitze2026%2021Sitze2021%2016Sitze2016%2011Sitze2011%2006Sitze2006%2001Sitze2001CDUChristlich Demokratische Union Deutschlands36,42233,22035,32135,82239,82439,128SPDSozialdemokratische Partei Deutschlands19,61221,11324,11530,81933,62037,226AfDAlternative für Deutschland14,697,7513,48——————GrüneBündnis 90/Die Grünen15,6919,71211,2718,91210,3610,07FDPFreie Demokratische Partei4,237,046,845,036,146,55FWGFreie Wählergemeinschaft Rheingau-Taunus5,037,756,047,247,554,53LinkeDie Linke4,733,623,222,31————REPDie Republikaner——————2,722,72Gesamt100611006110061100611006110071Wahlbeteiligung in Prozent58,656,353,151,450,055,6

Landrat Nach der hessischen Kommunalverfassung wird der Landrat für eine sechsjährige Amtszeit gewählt, seit dem Jahr 1993 in einer Direktwahl, und ist Vorsitzender des Kreisausschusses, dem im Rheingau-Taunus-Kreis neben dem Landrat ehrenamtlich ein Erster Kreisbeigeordneter und 14 weitere Kreisbeigeordnete angehören.Gremien: Kreisausschuss. Landrat ist seit dem 5. Juli 2023 Sandro Zehner (CDU), der zuletzt Bürgermeister der Stadt Taunusstein war. Er wurde als Nachfolger von Frank Kilian, der nach einer Amtszeit nicht wieder kandidiert hatte, am 12. März 2023 im ersten Wahlgang bei 40,17 Prozent Wahlbeteiligung mit 52,83 Prozent der Stimmen gewählt.Votemanager: Landratswahl Rheingau-Taunus-Kreis 2023 Als ehrenamtlicher Erster Kreisbeigeordneter und damit als Stellvertreter des Landrats fungiert der Bundestagsabgeordnete Klaus-Peter Willsch (CDU).Rheingau-Taunus-Kreis: Aufgaben der Dezernenten

Amtszeiten der LandräteHessisches Statistisches Landesamt: 2023–2029 Sandro Zehner (CDU) 2017–2023 Frank Kilian 2005–2017 Burkhard Albers (SPD) 1999–2005 Bernd Röttger (CDU) 1989–1999 Klaus Frietsch (SPD) 1983–1989 Heribert Dietz (CDU) 1977–1983 Heribert Märten (CDU) 1977 Karl-Heinz Becker (SPD), als Staatsbeauftragter

Wahlkreise Bei Landtagswahlen teilt sich der Kreis in die Wahlkreise Rheingau-Taunus I und Rheingau-Taunus II, bei Bundestagswahlen ist er Teil des Bundestagswahlkreises Rheingau-Taunus – Limburg.

Hoheitssymbole Der Rheingau-Taunus-Kreis führt ein Siegel, ein Wappen sowie eine Hiss- und eine Bannerflagge.

Der Kreistag des Rheingau-Taunus-Kreises hat die Annahme der nachstehend beschriebenen Flagge beschlossen, die der Hessische Minister des Innern am 25. August 1981 genehmigte.

Flaggenbeschreibung: „Die Flagge des Rheingau-Taunus-Kreises zeigt die Farben Blau und Gelb, in der oberen Hälfte mit dem Wappen des Kreises belegt.“

Partnerschaften Der Rheingaukreis bzw. der Rheingau-Taunus-Kreis pflegt seit 1972 eine Patenschaft mit dem Bezirk Wilmersdorf bzw. seit 2001 Charlottenburg-Wilmersdorf in Berlin, die 1991 zur Partnerschaft wurde. Dazu gehört seit 1984 auch eine Rebanlage im Stadion Wilmersdorf mit Rebstöcken aus dem Rheingau. Je 100 Reben der Sorten Weißer Riesling und Ehrenfelser werden von den Winzern aus dem Rheingau gekeltert. Daraus entsteht die Wilmersdorfer Rheingauperle, welche zu besonderen Anlässen gereicht wird. Erste Ernte war im Herbst 1986. Zwischen Mitte Mai und Mitte September kann man die Rheingau-Winzer auf dem Rüdesheimer Platz, dem Zentrum des Rheingauviertels in Berlin-Wilmersdorf, mit ihrem Weinbrunnen erleben.

Trivia Zu diesem o. g. Rüdesheimer Platz existiert ein Stück des Liedermachers Manfred Maurenbrecher aus dem Jahre 2013 mit dem Titel Paradies Rüdi im Dreivierteltakt.

Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaft mini|hochkant|Als touristische Attraktion im Rheingau-Taunus-Kreis gilt das Niederwalddenkmal bei Rüdesheim, ein Nationaldenkmal des Deutschen Kaiserreichs, Aufnahme von 2014 nach der Sanierung. Der internationale Bekanntheitsgrad der Region beruht auf dem Qualitätsweinbau im Rheingau in Verbindung mit der Rheinromantik. Rheingauer Spitzenweine, insbesondere der Riesling-Weißwein, genießen Weltruf. Daneben ist Assmannshausen für seinen Spätburgunder-Rotwein bekannt. Die Verbindung von Weinkultur und Rheinromantik ist ein wesentlicher Motor für den Tourismus, der sowohl Tagesausflügler aus dem Rhein-Main-Gebiet als auch Urlaubsreisende anzieht. Auch das 1987 ins Leben gerufene Rheingau Musik Festival und der 2005 geschaffene Rheinsteig haben die Anziehungskraft der Region gesteigert. Damit ist der Tourismus ein wichtiger Wirtschaftszweig der Region, dessen Schwerpunkt Rüdesheim, Assmannshausen und das Niederwalddenkmal sind. Für den Großteil des Landkreises, der nicht zum Weinanbaugebiet Rheingau zählt, wurde der Naturpark Rhein-Taunus ins Leben gerufen mit dem Ziel, den Menschen eine naturnahe Erholung zu ermöglichen.

Der Untertaunus ist hingegen durch allgemeine Landwirtschaft und kleine und mittlere Gewerbebetriebe geprägt. Viele Bewohner aus beiden Kreisteilen pendeln nach Wiesbaden und Frankfurt am Main.

Im Kreisgebiet gibt es drei Hochschulen; in Geisenheim befindet sich die Hochschule Geisenheim, in Idstein die Hochschule Fresenius und im Oestrich-Winkeler Stadtteil Oestrich die EBS Universität für Wirtschaft und Recht.

Verkehr Die einzige Bundesautobahn, die durch den Landkreis führt, ist im Osten die A 3. Sie durchquert ihn im Abschnitt Köln–Frankfurt am Main von Norden nach Süden mit den Anschlussstellen Idstein und Wiesbaden/Niedernhausen.