La Réunion 125pxRéunion als Teil Frankreichs führt offiziell keine eigene Flagge 125pxFlagge des Regionalrats 125pxInoffizielle Flagge, die von mehreren lokalen Behörden verwendet und bei vielen Sportveranstaltungen gezeigt wird 100pxWappen von La Réunion Basisdaten Amtssprache Französisch Hauptort Saint-Denis Fläche 2.503,08 km² Einwohnerzahl () Bevölkerungsdichte Einwohner / km² Bruttoinlandsprodukt 14,4 Mrd. € (2010)iedom.fr Bruttoinlandsprodukt pro Einwohner 17.520 € Département Réunion (974) Arrondissements 4 Gemeindeverbände 5 Kantone 25Dekret Nr. 2014-236 vom 24. Februar 2014 über die Abgrenzung der Kantone im Département Réunion (portant délimitation des cantons dans le département de La Réunion), Journal Officiel de la République Française vom 27. Februar 2014, Text 25/149 Gemeinden 24 Präfekt Patrice Latron Präsident des Regionalrats Huguette Bello Präsident des Generalrates Cyrille Melchior Währung Euro (EUR) Zeitzone UTC+4 Internet-TLD .re Vorwahl +262Anm. +262 ist internationale Vorwahl. Nummern von Festnetzanschlüssen (ohne führende 0 neunstellig) beginnen ebenfalls mit 262, oder 263 und 269. Siehe: Réunion area code, ... de.chahaoba.com, abgerufen am 28. Mai 2022. Karte 330px|zentriert|alt=|Karte Réunions

La Réunion oder kurz Réunion (volle französische Bezeichnung Île de la Réunion, deutsch etwa „Insel der Zusammenkunft“; zum Namen siehe unten) ist eine Insel im Indischen Ozean. Sie ist ein Übersee-Département sowie eine Region Frankreichs und gehört zur Europäischen Union, aber nicht zum Schengen-Raum. Bis 1794 hieß die Insel Île Bourbon, unter Napoleon Île Bonaparte, dann bis 1848 wieder Île Bourbon.Als Dank für Napoleons Beschluss zur offiziellen Wiederaufnahme der Sklaverei auf der Insel. Siehe Jan Specht, S. 30 und Meyers Enzyklopädisches Lexikon, Bd. 20, 1977, S. 50

Geographie Lage Réunion liegt knapp 700 km östlich von Madagaskar und gehört mit dem 200 km entfernten Mauritius sowie Rodrigues zu den Maskarenen, einer Inselgruppe, die 1511 von Pedro Mascarenhas entdeckt wurde.

Größe Die Insel hat eine Fläche von 2503,7 km². Sie ist in ihrem Umriss nahezu oval und hat einen Durchmesser von 50 bis 70 Kilometer. Das entspricht ungefähr der Fläche des Saarlandes. Eine kleine Nebeninsel, eigentlich nur ein Fels an der Südküste mit 0,02 km² (2,24 Hektar), ist als Petite Île Namensgeber der Gemeinde auf der Hauptinsel.

Geologie Die Insel entstand vor etwa drei Millionen Jahren, als der Vulkan Piton des Neiges aus dem Indischen Ozean aufstieg. Eine Vulkankette, deren höchste Gipfel der Piton des Neiges (3070 m) und der noch aktive Piton de la Fournaise (2631 m) sind und die durch Hot-Spot-Vulkanismus entstanden ist, verläuft quer über die ganze Insel. Im Inneren von La Réunion befinden sich außerdem drei Talkessel, die Cirques Salazie, Cilaos und Mafate. Letzterer ist sehr abgelegen und nur zu Fuß oder per Hubschrauber zu erreichen.

Der ursprünglich vierte große Talkessel Marsouins wurde durch Lava aufgefüllt und bildet heute den Forêt de Bélouve. Das Plateau de Bébour erstreckt sich östlich des Piton des Neiges, südlich des Cirque de Salazie. Es wurde allerdings durch ungewöhnlich starke Erosion, bedingt durch örtlich begrenzte, extreme Niederschläge (um 5000 mm jährlich) schräg verschüttet. Wasserundurchlässige Schichten leiten sie bis zur Quelle des Marsouin im Takamaka-Tal, wo das einzige Speicherkraftwerk der Insel 1964 in Betrieb ging. Es trägt den Namen des auf den Maskarenen endemischen Baums Takamaka (Calophyllum tacamahaca, frz. Takamaka des Hauts).

Der Piton de la Fournaise zählt mit mehr als einer Eruption pro Jahr zu den aktivsten Vulkanen der Welt und steht daher unter permanenter Überwachung. Da der aktive Vulkan im Westen an den Piton des Neiges grenzt, fließt seine Lava immer in Richtung Osten, hinunter zum Indischen Ozean. Die bisher gravierendsten Ausbrüche: 1998 wurden rund 1000 Beben pro Stunde gemessen. 2007 spie der Vulkan so viel Lava, dass erneut die Umgehungsstraße überflossen wurde und die Insel um einige Quadratkilometer wuchs. Die letzte größere Eruption begann am 4. Februar 2015, gefolgt von weiteren Ausbrüchen am 17. Mai 2015 und am 24. August 2015.Eruptions 2015 auf der offiziellen Insel-Homepage Auch diese Eruption führte zu einer Sperrung der Küstenstraße zwischen St. Philippe und Bois Blanc.Travaux de sécurisation du rempart de Bois Blanc dans le Sud de l’île

Klima Das Klima auf Réunion ist tropisch-sommerfeucht, mit einer Regenzeit in den Monaten Dezember bis März. Es gibt auf der Insel sehr verschiedene Mikroklimata. Die Ostküste ist sehr regenreich, die Westküste weist teilweise ein Steppenklima auf.

An keinem Ort der Erde fällt innerhalb eines oder weniger Tage mehr Regen als auf La Réunion. An der Ostküste wurden am 15. und 16. März 1952 insgesamt 1870 mm Niederschlag in 24 Stunden gemessen. 2007 wurden innerhalb von drei Tagen 3929 mm Regen gemessen – jeweils Weltrekord für die genannten Zeitspannen.Verein BERLINER WETTERKARTE e. V. Beiträge des Instituts für Meteorologie vom 23. Januar 2008 (PDF; 429 kB) Zum Vergleich: Österreich hat einen durchschnittlichen Jahresniederschlag von rund 1170 mm und Deutschland von etwa 700 mm. Trotz der hohen Niederschlagsmenge scheint auf Réunion die Sonne im Mittel 2000 Stunden im Jahr.

Die Durchschnittstemperatur an der Küste beträgt im Sommer (Dezember bis März) 30 Grad Celsius. Im Winter werden 20 Grad Celsius gemessen. In der Höhe kann die Temperatur bis auf 15 Grad sinken.

Auf dem Gipfel des Piton des Neiges in 3000 Metern Höhe können die Temperaturen auf unter null fallen, trotz des Namens („Gipfel des Schnees“) schneit es dort allerdings nur sehr selten.

Klimadiagramm

Zyklone Jährlich entstehen im Indischen Ozean etwa zwölf Zyklone, die im Schnitt drei Wochen lang anhalten. Jedoch längst nicht alle treffen auf die Insel. Im südlichen Indischen Ozean treten Zyklone während der Sommermonate der Südhalbkugel auf (Dezember bis März). Die Zyklone können La Réunion insoweit gefährlich werden, weil sie viel Wind, Regen und hohen Seegang mit sich bringen. Im Zentrum eines Zyklons beträgt die Windgeschwindigkeit bis zu 300 km/h. Der Zyklon, der die meisten Menschenleben kostete, wütete im Jahre 1948. 165 Menschen wurden in ihren Häusern verschüttet.

Meteorologen verfolgen ständig die Bewegungen auf dem Meer rund um die Insel und geben entsprechende Warnungen heraus, falls Gefahr besteht. Gefahrstufe Orange bedeutet, dass in den nächsten 24 Stunden Gefahr besteht. Schulen werden geschlossen, aber das wirtschaftliche Leben läuft normal weiter.

Alarmstufe Rot wird bei sofortiger Gefahr einige Stunden vorher ausgegeben. Es ist dann strikt verboten, sich draußen oder gar in den Bergen oder am Meer aufzuhalten.

Nach dem Zyklon gibt es eine sogenannte Phase der Vorsicht. Der Zyklon zerstreut sich, aber es bleiben immer noch Risiken für die Bevölkerung. Die wirtschaftlichen Aktivitäten werden wieder aufgenommen, Schulen bleiben noch geschlossen.

Die größten Zyklone in der Geschichte der Insel waren: 1733: Zwei Schiffe sanken aufgrund des starken Seegangs. 1806/07: Sehr starke Regenfälle betrafen die Insel und zerstörten sogar die Kaffeeplantagen an der Westküste. 1932: Ein sehr kleiner, aber sehr aggressiver Zyklon, der hauptsächlich an der Westküste wütete, kostete 90 Menschen das Leben. 1948: Einer der gefährlichsten Zyklone der Geschichte. Zu verzeichnen waren 165 Tote, viele zerstörte Häuser und eine langandauernde Wirtschaftskrise. Die geschätzte Windgeschwindigkeit belief sich auf über 300 km/h. 1980: Zyklon Hyacinthe war zwar nicht so stark, brachte aber starke Regenfälle mit sich, die Erdrutsche verursachten. Man zählte 25 Tote. Innerhalb von zwölf Stunden fielen 1170 mm in Grand-Ilet (im Tal Salazie) und auf dem Vulkan Piton de la Fournaise wurden auf 15 Tagen verteilt 6083 mm Niederschlag gemessen. 1989: Zyklon Firinga, der überwiegend im Süden wütete, kostete durch starken Wind und viel Regen sieben Menschen das Leben. 2002: Zyklon Dina betraf besonders den Norden der Insel. Einige Hausdächer sowie die hochgelegene Radaranlage der Armee wurden zerstört. Dank der meteorologischen Aufzeichnungen konnten früh genug Warnungen herausgegeben werden, so dass keine Menschenleben betroffen waren. Es wurden Windgeschwindigkeiten von über 250 km/h gemessen, 300 km/h geschätzt. 2007: Zyklon Gamede streifte mit 300 km Abstand die Insel, davon betroffen war besonders der Norden. Es dauerte einige Wochen, bis die durch den starken Seegang und den vielen Regen verursachten Schäden beseitigt waren. Innerhalb von vier Tagen fielen 4869 mm Niederschlag an der Wetterstation am Cratère Commerson und stellten so einen neuen Regenweltrekord für die 96-Stunden-Zeitspanne auf. 2013: Zyklon Dumile zog am 3. und 4. Januar knapp an der Insel vorbei. Schwere Niederschläge zusammen mit dem Sturm haben die Infrastruktur schwer beschädigt. Straßen waren längere Zeit unpassierbar, einige Orte waren mehrere Tage ohne Strom. Dumile erreichte die Kategorie 1 auf der Saffir-Simpson-Hurrikan-Windskala.

Ökologie mini|Ländliche Region

Der größte Teil der Insel wird landwirtschaftlich genutzt oder ist von Menschen besiedelt. Ein Drittel der Insel ist noch von einheimischen Pflanzen bewachsen, gut 800 Endemiten sind bekannt. Durch die Einfuhr europäischer Tierarten wie Ratten, Katzen, Hunde und Schweine (biologische Invasion) sind auf Réunion einige Tierarten ausgestorben. Vor der Besiedlung nutzten zahlreiche Meeresschildkröten die Insel zur Eiablage. Nachdem man sie im letzten Jahrhundert ausgerottet hatte, kehren sie nun langsam von den Nachbarinseln zurück und legen ihre Eier in den Sand der geschützten Strände.Réunion, die Schildkröten-Insel…

Auf einer Fläche von rund wurde im März 2007 ein Nationalpark auf Réunion gegründet. Er ist sehr vielfältig und bietet alpines Berggelände, Hochebenen, Urwald, Flüsse und Sandstrände. Die Pflanzenvielfalt entstand unter anderem durch Isolationen in dem tief zerklüfteten Landschaftsrelief der vulkanischen Berge.Operationelles Programm „La Réunion“ Die Kernzone von , rund der Inseloberfläche, wurde am zum Weltnaturerbe erklärt.Pitons, cirques and remparts of Reunion Island

Die Meeresfauna um Réunion umfasst mehrere Korallenarten und eine reiche Fischwelt im offenen Ozean. Die Flachwasser- und Saumriffe sind stark bedroht und einer strikten, gestaffelten Nutzung unterworfen. Im flachen Wasser der Insel leben Seesterne, Krabben, Einsiedlerkrebse, Kofferfische, Schmetterlingsfische und Doktorfische aber auch giftige Fische wie Feuerfische und Steinfische. Jenseits der Korallenriffe entlang der Riffkanten sowie im offenen Meer leben Barsche, Meeresschildkröten, Rochen, Thunfische, Speerfische und Haie.

Seit 2011 gab es mehrere Haiangriffe vor Réunion, überwiegend an der Westküste der Insel. Bis Dezember 2019 verliefen vierzehn davon tödlich.

Bevölkerung Auf Réunion lebten am Einwohner, was einer Bevölkerungsdichte von Einwohner pro km² entspricht. Für die nächsten Jahrzehnte wird mit einem rapiden Wachstum der Bevölkerung gerechnet.

Herkunft der Einwohner Bis zur Mitte des 17. Jahrhunderts war Réunion unbewohnt. Im Zuge der französischen Kolonialisierung kamen französische Siedler auf die Insel, die für die Plantagenwirtschaft (Bourbon-Vanille, Zuckerrohr) Sklaven aus Madagaskar, Ostafrika und Indien dorthin verschleppten.Berühmt-berüchtigt ist die Sklavenhalterin Madame Desbassayns (verstorben 1850). Nach dem Tod ihres Mannes führte Madame Desbassayns in Villèle ein grausames Regime auf ihren großflächigen Kaffee- und Zuckerrohrplantagen, auf denen Sklaven unter erbärmlichen Bedingungen schuften mussten. Das bescherte ihr Macht und Wohlstand, der auf der Insel seinesgleichen suchte. Le musée historique de Villèle