mini|hochkant|Internationales Geocaching-LogoFreies Geocaching-Logo mini|Ein Spieler kurz nach dem Fund eines Geocaches.

Geocaching (englisch [] () oder deutsch [] (), abgeleitet von „Erde“ und „Versteck, geheimes Lager“), im deutschsprachigen Raum auch GPS-Schnitzeljagd genannt, ist eine Art Schatzsuche, die sich seit dem Jahr 2000 verbreitet. Die Verstecke („Geocaches“, auf Deutsch [] (), auf Deutsch kurz „Caches“ []) werden anhand geographischer Koordinaten im Internet veröffentlicht und können anschließend mithilfe eines GPS-Empfängers gesucht werden. Mit genauen Landkarten oder über entsprechende Apps auf dem Smartphone ist die Suche alternativ auch ohne separaten GPS-Empfänger möglich.

Ein Geocache ist in der Regel ein wasserdichter Behälter, in dem sich ein Logbuch sowie häufig auch verschiedene kleine Tauschgegenstände befinden. Der Besucher kann sich in ein Logbuch eintragen, um seine erfolgreiche Suche zu dokumentieren. Anschließend wird der Geocache wieder an der Stelle versteckt, an der er zuvor gefunden wurde. Der Fund kann im Internet auf der zugehörigen Seite vermerkt und gegebenenfalls durch Fotos ergänzt werden. So können auch andere Personen – insbesondere der Verstecker oder Owner (englisch für „Eigentümer“) – die Geschehnisse rund um den Geocache verfolgen. Wesentlich beim gesamten Such- und Tauschvorgang ist, dass von anderen anwesenden Personen das Vorhaben nicht erkannt wird und so der Geocache uneingeweihten Personen verborgen bleibt. Im Frühjahr 2019 soll es bereits rund drei Millionen Teilnehmer des abwechslungsreichen Spiels (genannt „Cacher“) in vielen Ländern der Welt geben.Florian Thalmann: Schnitzeljagd an der Nalepastraße. In: Berliner Zeitung, 14. Mai 2019, S. 11.

Geschichte Die Anfänge Geocaching lässt sich auf das deutlich ältere Letterboxing zurückführen, bei dem ebenfalls an verschiedenen Orten Behälter versteckt werden, die dann jedoch meistens ohne GPS-Unterstützung gesucht werden. Die Suche erfolgt anhand von Hinweisen und eines Kompasses. Im Behälter ist jeweils ein spezieller Stempel, mit dem man den Fund in seinem persönlichen Stempelbuch vermerkt. Letterboxing gab es nachweislich bereits 1854 im Dartmoor in Südengland und es ist dort nach wie vor sehr populär.

Seit den 1980er Jahren praktizierten die Nuuksion Metsäsissit (deutsch: Nuuksio Waldguerilla) in der Gegend nordwestlich von Helsinki nur mithilfe einer Landkarte und einer Genauigkeit von 10 Metern ebenfalls Schnitzeljagden, bei denen Behälter mit verschiedenem Inhalt versteckt wurden. Anschließend gaben sie die ermittelten Koordinaten an Bekannte, die sich damit auf die Schatzsuche machen konnten. Ab den 1990er Jahren wurde zum ersten Mal das GPS-Signal verwendet, um die Genauigkeit der Koordinaten zu verbessern.

Beginn der modernen Schnitzeljagd Die Genauigkeit (Selective Availability) des GPS-Signals wurde erst durch die Abschaltung der künstlichen Verschlechterung für nichtmilitärische Nutzer durch die US-Regierung am 2. Mai 2000 (Blue Switch Day) von ca.100 Metern auf etwa 10 Meter erhöht und dadurch der Einsatz von GPS-Geräten im privaten Einsatzgebiet praktikabel. Um diese Verbesserung zu feiern, schlug Dave Ulmer am 3. Mai 2000 in der Usenet-Newsgroup sci.geo.satellite-nav unter dem Titel „The Great American GPS Stash Hunt“ vor, ein weltweites Spiel zu starten und an besonderen Orten Behälter mit Tauschobjekten und einem Logbuch zu verstecken. Als Regeln formulierte er „Get some Stuff, Leave some Stuff“ – „Nimm Zeug heraus, hinterlasse Zeug“ und das Führen eines Logbuchs, in dem sich die Finder eintragen und den Tausch von Gegenständen dokumentieren können.

Der erste Geocache mini|Panorama-Aufnahme der Position des ersten Geocaches Am 3. Mai 2000 vergrub Ulmer in der Nähe der Stadt Portland im US-Bundesstaat Oregon an der Position einen schwarzen Plastikeimer, in dem er CDs, eine Videokassette, eine Dollarnote, ein Buch, eine Steinschleuder und eine Konservendose mit Bohnen hinterlegte. Anschließend veröffentlichte er die Koordinaten des Verstecks in der Newsgroup.Usenet-Posting “GPS Stash Hunt … Stash #1 is there!” von Dave Ulmer (Google Groups, englisch) Innerhalb eines Tages nach der Veröffentlichung wurde der Stash (englisch „Geheimversteck“, „geheimes Lager“) als erstes von Mike Teague gefunden. Drei Tage später erstellte dieser eine private Website, auf der er die wachsende Anzahl an Stashes und deren Koordinaten dokumentierte.

Der Original-Stash von Ulmer wurde später stark beschädigt und existiert in der ursprünglichen Form nicht mehr.Foto der Überreste des ersten dokumentierten Caches Zur Erinnerung an diesen wurden 2001 an derselben Stelle ein neuer Geocache und eine Gedenktafel platziert.ORIGINAL STASH TRIBUTE PLAQUE Während der Vorbereitungen für die Einzementierung der Gedenkplatte wurde vor Ort die alte Konservendose gefunden, die als Tauschgegenstand im ersten Stash gelegen hatte. Mittlerweile wird diese als Travel-Bug bei Geocaching-Events gezeigt.Original Can of Beans Travelbug

Am 30. Mai 2000 wurde der Begriff Geocaching zum ersten Mal in einer Newsgroup vorgeschlagen, um negative Assoziationen des Wortes Stash zu vermeiden. Am 2. September 2000 teilte Jeremy Irish in dieser Newsgroup mit, dass er unter der Adresse Geocaching.com eine eigene Website zur Auflistung von Geocaches erstellt hatte. Diese übernahm alle bisherigen Eintragungen von der alten Seite, die Mike Teague aus Zeitgründen nicht weiter aktualisieren konnte.

Weltweite Verbreitung Laut der Datenbank des inzwischen größten Geocache-Verzeichnisses Geocaching.com existieren heute weltweit insgesamt über 3 Mio. aktive Geocaches.Geocaching.com: Anzahl Caches weltweit In fast jedem Staat der Erde gibt es mindestens einen versteckten Geocache.Anzahl der Geocaches in allen Staaten Die einzige Ausnahme ist derzeit nur noch Nordkorea. Der einzig aktive außerhalb der Erde befindet sich auf der internationalen Raumstation (ISS).Geocache auf der International Space Station

In den USA befinden sich mit knapp einer Million die meisten Geocaches (Stand: Februar 2026). In Deutschland befinden sich ca. 437.000, in Österreich ca. 57.000 und in der Schweiz ca. 38.000 Geocaches.

Deutschland Der erste Geocache in Deutschland wurde am 2. Oktober 2000 vom Geocacher Ferenc südlich von Berlin in Brandenburg versteckt. Er trug den Namen First Germany und ist mittlerweile archiviert.Der erste Geocache: First Germany Mit ca. 61.800 Stück liegen die meisten Geocaches derzeit in Bayern. Die größte Geocache-Dichte beträgt ca. 5,7 Geocaches/km² in Berlin (Stand: Mai 2021).Caches pro Gebiet: Deutschland In absoluten Zahlen ist Deutschland das Land mit der höchsten Geocacheanzahl nach den USA.

Österreich Der erste Geocache Österreichs wurde am 30. Juni 2001 versteckt und hatte den Namen Austria’s FirstDer erste Cache Österreichs, auch er ist mittlerweile archiviert (an ihn erinnert heute ein neu veröffentlichter Geocache an denselben Koordinaten). Mit über 14.000 sind die meisten Geocaches in Niederösterreich zu finden; Wien hat mit ca. 2.660 Geocaches die größte Geocache-Dichte von ca. 6,5 Geocaches/km² in Österreich. In Österreich liegen gesamt mehr als 54.400 Geocaches (Stand: September 2021).Geocaching Gebiet: Österreich

Schweiz In der Schweiz befinden sich zurzeit ca. 37.000 Geocaches (Stand: Mai 2021),Geocaching Gebiet: Schweiz die meisten davon in den Agglomerationsräumen des Mittellandes und im Bereich der Städte. Der älteste noch aktive Geocache der Schweiz vom 27. Januar 2001 ist Gstaadältester aktive Cache der Schweiz im Skigebiet Wispile.

Der Geocache mini|Zwei Geocache-Behälter der Größe Nano mini|links|Regular-Geocache mit GPS-Empfänger (links) mini|Ein Geocache-Behälter

Bei einem Geocache handelt es sich idealerweise um einen festen, wasserdicht verschließbaren Behälter, der den Inhalt vor äußeren Einflüssen schützen kann. Der Behälter selbst kann unterschiedliche Formen haben, von einer kleinen Filmdose über eine einfache Frischhaltedose aus Plastik bzw. Tupperdose bis hin zur Munitionskiste aus Stahl oder einem versteckten Tresor, dessen Kombination erst herausgefunden werden muss. Oft wird die Größe des Behälters durch den Ort des Verstecks bestimmt. Für die Geocachebehälter hat sich folgende Größeneinteilung etabliert:

Nano Winziger Behälter (in der Regel weniger als 10 Milliliter) der lediglich einen kleinen Zettel als Logbuch enthält. Oft magnetisch, damit er an Denkmälern oder ähnlichem unauffällig versteckt werden kann. Nanos stellen laut Geocaching.com eine Unterform von Mikro-Geocaches dar.Cacheopedia, , aufgerufen am 9. August 2012.Tafari: Cachegröße angeben beschleunigt den Reviewprozess, aufgerufen am 28. Juli 2016. Dennoch wählen manche Geocache-Owner für Nanos die Größenbezeichnung „Other“ und geben dann die näheren Details zur Größe im Listing an.Kescherbande: „Ein Nano ist kein Micro“. Abgerufen am 9. August 2012. Bei opencaching.de ist „Nano“ eine eigenständige Cachegröße. Micro oder Mini Sehr kleine Behälter (weniger als 0,1 Liter), die häufig nur einen Zettel und Stift enthalten. Oft werden Filmdosen oder PET-Rohlinge („PETlinge“) verwendet. Klein Kleine Behälter (zwischen 0,1 und 1 Liter), die neben einem Logbuch noch Platz für kleinere Gegenstände bieten. Normal Geocache mittlerer Größe (zwischen 1 und 20 Liter), der Platz für mehrere Trackables oder Tauschgegenstände bietet. Behälter dieser Größe können von einem bis zu mehreren Litern Inhalt fassen. Groß Große Behälter (mehr als 20 Liter), die ein Maximum an Platz bieten und somit außergewöhnliche Tauschobjekte fassen können. Der Owner gibt die Größe des Geocaches beim Erstellen des Listings an. Beim Suchen der Geocaches ist es hilfreich zu wissen, welche Größe der Geocache hat, weil sich je nach angegebener Größe etwaige Verstecke ausschließen lassen. mini|links|Beispielhafter Geocache-Inhalt

Der Behälter enthält neben dem Logbuch zumeist Tauschgegenstände. Wurde ein Geocache gefunden, kann der Finder einen oder mehrere der enthaltenen Gegenstände entnehmen und zum Tausch etwas anderes dafür hinterlegen. Dieser Tauschhandel (Trading) kann im Logbuch und auf der zugehörigen Internetseite vermerkt werden. Es besteht kein Zwang zum Tauschen; bei manchen Geocaches (beispielsweise der Größe Mikro) besteht aus Platzgründen dafür keine Möglichkeit. Allerdings gilt beim Tauschen immer der Grundsatz Trade up, trade equal, or don’t trade: wenn man überhaupt tauscht, sollen die entnommenen und eingebrachten Gegenstände in einem ähnlichen Wertverhältnis stehen (trade equal), oder der Wert der eingebrachten Gegenstände übersteigt den der entnommenen (trade up). Übersteigt der Wert der entnommenen Gegenstände die der Hinterlassenen deutlich, so wird dies als Downtrade oder Downtrading bezeichnet und ist weitgehend verpönt. Ebenso ist es nicht sinnvoll, Lebensmittel, anderweitig verderbliche Ware oder beispielsweise zeitlich beschränkte Gutscheine zu hinterlassen, da manche Caches nur selten gefunden werden und Lebensmittel Tiere anziehen. Da auch Familien mit Kindern auf „Schatzsuche“ gehen, sind Gegenstände ohne Jugendfreigabe ebenfalls tabu.

Jeder Geocache sollte als Grundausstattung eine Art „Gebrauchsanweisung“ (Stash Note) beinhalten, damit eventuelle Zufallsfinder wissen, worum es sich bei dem Behälter handelt und ihn somit nicht als Müll oder Bedrohung ansehen.

Trackables mini|Travel-Bug-Erkennungsmarken mit Nummer

Neben alltäglichen Tauschobjekten gibt es so genannte Trackables. Diese werden von Geocachern von Geocache zu Geocache mitgenommen. Bei Geocaching-Events werden Trackables auch von einem Geocacher zum anderen weitergegeben. Trackables verfolgen meist ein spezielles Ziel. So soll sich ein Trackable beispielsweise nur in einem bestimmten Land aufhalten, ein bestimmtes Ziel erreichen, bevorzugt nur an bestimmten Orten abgelegt werden oder so weit wie möglich reisen.