Nevada ( oder ) ist ein Bundesstaat im Westen der Vereinigten Staaten von Amerika. Er umfasst den größten Teil des Großen Beckens östlich der Sierra Nevada und wird von Kalifornien, Oregon, Idaho, Utah sowie Arizona umschlossen.

Nevada trat im Jahr 1864 als 36. Bundesstaat den Vereinigten Staaten bei und ist flächenmäßig deren siebtgrößter. Hauptstadt ist Carson City, größte Stadt des Bundesstaates ist Las Vegas, dessen Metropolregion mehr als 2 Millionen Einwohner zählt.

Teile Nevadas sind militärisches Sperrgebiet, vor allem die Nellis Range im Süden, in der sich die Nevada Test Site befindet, auf der während des Kalten Krieges Kernwaffentests durchgeführt wurden.

Name Nevada ist nach dem spanischen Wort für Schnee benannt ( für „schneebedeckte Bergkette“). Der Beiname des Bundesstaates ist Silver State („Silberstaat“).

Der Name des Bundesstaats wird im lokalen amerikanischen Englisch mit einem als zweitem Vokal ausgesprochen. Von staatlicher Seite wird keine bestimmte Aussprache verlangt.

Die Aussprache mit einem wird von vielen Einheimischen falsch empfunden: „… when it comes to pronouncing the Silver State’s name, it’s us against everyone else on Earth.“University of Nevada, Las Vegas: You say Nevada, I say Nevada …, abgerufen am 15. September 2021. Sie wird besonders bei Politikern negativ vermerkt.TIME Magazine: How Do You Pronounce ‘Nevada?’ You’re Probably Wrong, abgerufen am 15. September 2021. Daher bemühen sich Politiker von außerhalb bei Veranstaltungen innerhalb Nevadas um eine korrekte Aussprache des Staatsnamens: „When it comes to campaigning for votes, the least a presidential candidate can do is correctly pronounce the name of the states.“ABC News: Candidates’ Guide to Pronouncing Nevada in Time for GOP Caucuses, abgerufen am 15. September 2021.

Das Nevada County in Arkansas ist nach dem Bundesstaat benannt.

Geographie Lage Grenzen

Nevada grenzt an Oregon und an Idaho im Norden, Utah im Osten, Arizona im Südosten und Kalifornien im Westen.

Die Grenze zu Arizona bildet größtenteils der Colorado River. An der Grenze zu Arizona liegt der Hoover Dam.

Bis auf die Stadt West Wendover, die in der Mountain Time Zone liegt, gilt im ganzen Staat die Pacific Time Zone. Dennoch verwenden einige Städte im nordöstlichen Gebiet Nevadas auf inoffizieller Basis die Mountain Time Zone.

Gliederung

Nevada ist in 16 Verwaltungsbezirke (Countys), eingeteilt, dies schließt auch die Stadt Carson City ein, die einem County gleichgestellt ist.

Landschaften mini|Blick über das Eldorado Valley mini|Pahranagat National Wildlife Reserve

Nevada ist geographisch geprägt von Wüsten bzw. Wüstensteppe im trockenheißen Süden und Westen sowie von breiten, nord-südlich ausgerichteten Längstälern in der Mitte und im Norden. Der Nordwesten kann als quasi-alpines Vorgebirgsland zur Sierra Nevada bezeichnet werden. Sagebrush-Sträucher (Wüsten-Beifuß Artemisia tridentata) bedecken weite Teile des Steppenbodens, während Pinien- und Virginische Wacholder-Bäume vor allem im gebirgigen Norden und Osten verbreitet sind.

Der größte Teil Nevadas liegt im spärlich besiedelten Großen Becken.

Geologie Nevada besitzt neben Südafrika und Australien die reichsten Goldvorkommen der Welt. Daneben gibt es in Nevada auch beträchtliche Silbervorräte, denen es seinen Beinamen „The Silver State“ (der „Silber-Staat“) verdankt.

Klima In Nevada herrscht ein trockenes Wüstenklima. Die Winter sind je nach Höhenlage relativ mild (um 10 °C), die Nächte sind jedoch meist mit Frost verbunden (−8 °C in Reno). Im Sommer ist es dagegen mit Temperaturen jenseits der 30-°C-Marke sehr heiß. Dazu kommt noch eine extreme Trockenheit, was zur Folge hat, dass es nachts teilweise um 20 bis 25 Grad kälter wird. Es fallen etwa 100–200 mm Niederschläge pro Jahr, im Winter teilweise als Schnee.

Geschichte Das Gebiet des heutigen Nevadas war ein Teil des Territoriums Oberkalifornien, welches dem Vizekönigreich Neuspanien beziehungsweise nach der Unabhängigkeit Mexiko zugehörig war. Mexiko trat 1848 im Vertrag von Guadalupe Hidalgo als Folge des Mexikanisch-Amerikanischen Krieges das Gebiet an die USA ab. 1850 wurde durch den Kongress das Utah-Territorium errichtet, das damals die heutigen Staaten Utah, Colorado und Nevada umfasste. 1859 wurde die Comstock Lode, ein reichhaltiges Silber- und Goldvorkommen, entdeckt und Virginia City gegründet. Mit dieser Entdeckung strömten immer mehr Menschen in die Region: Goldsucher, Prospektoren, Händler und andere, die ihr Glück suchten.

Am 2. März 1861 wurde der westliche Teil des Utah-Territoriums als Nevada-Territorium von diesem abgetrennt. Damit sollte der Einfluss der Mormonenkirche geschwächt und der Druck auf die Polygamisten erhöht werden; die Polygamie war damals bei den Mormonen Standard.Die Mormonen: die Heiligen der letzten Tage, Albert Mössmer, Solothurn/Düsseldorf 1995, ISBN 3-530-57951-3, S. 172. Am 31. Oktober 1864 trat Nevada schließlich als 36. Staat den USA bei.

1866 vergrößerte sich der Staat Nevada um einen weiteren Teile des Utah-Territoriums. Am 18. Januar 1867 wurde der Teil westlich des Colorado Rivers des Pah-Ute County des Arizona-Territoriums angegliedert, also das heutige Gebiet südlich des 37. Breitengrades, welches heute größtenteils das Clark County bildet.

Während der Weltwirtschaftskrise erlaubte Nevada am 17. März 1931 das Glücksspiel, um das Wirtschaftswachstum zu fördern. Neben dem Glücksspiel ist in Nevada traditionell auch – als einzigem Bundesstaat der USA – die Prostitution in einigen Bezirken des Bundesstaates legal; jedoch ausdrücklich nicht in Clark County samt dessen Hauptstadt Las Vegas.

Die Abgelegenheit Nevadas war eine Voraussetzung für den Bau großflächiger, geheimer Armee-Stützpunkte im Zweiten Weltkrieg. Las Vegas Army Air Field und Tonopah AAF wurden durch die United States Army Air Forces 1942 gebaut. Senator Pat McCarran setzte sich erfolgreich dafür ein, im Umfeld von Las Vegas militärische Einrichtungen zu bauen. Die Las Vegas Army Gunnery School, die Basic Magnesium Plant, Nellis Air Force Base und weitere Einrichtungen führten zu Wirtschaftswachstum.Robert V. Nickel: Dollars, Defense, and the Desert: Southern Nevada’s Military Economy and World War II. In: Nevada Historical Society Quarterly. Band 47, 2004, Nr. 4, S. 303–327.

Atombombentests begannen auf dem Nevada Proving Ground (seit 2010 Nevada National Security Site) in der Nellis Range im Jahre 1951. Insgesamt wurden mehr als 1000 nukleare Explosionen durchgeführt. Dort wurden während des Kalten Krieges die meisten ober- und unterirdischen amerikanischen Atombomben getestet; es ist neben dem ehemaligen sowjetischen Atomwaffentestgelände Semipalatinsk nahe Kurtschatow bei Semei im Osten des heutigen Kasachstan das größte entsprechende Testgelände der Welt.Minette von Krosigk, Stephen Erickson: Testgelände: Nevada – Semipalatinsk. In: Deutschlandradio, Das Feature, 16. Juli 2011. Daneben gibt es im Bundesstaat auch noch Anlagen zur Erprobung geheimer militärischer Flugkörper, so etwa die legendenumwobene Area 51.

Zu den wichtigsten Indianern Nevadas zählen die Paiute im Westen und Süden und die Western Shoshone im Norden und Osten des Bundesstaates. Trotz einer anfänglichen vertraglichen Respektierung territorialer indianischer Souveränität (z. B. im „Vertrag von Ruby Valley“ von 1863 zwischen den USA und den Häuptlingen der Western Shoshone) haben der parallel stattfindende politische Aufbau Nevadas, seine Eingliederung in die Vereinigten Staaten seit den 1860er Jahren und die massive Diskriminierung indianischer Rechte bis in die jüngste Zeit hinein zu Spannungen und Konflikten zwischen Bundesbehörden und indianischen Ureinwohnern geführt. Am bekanntesten wurden bei der Verteidigung indianischer Rechte die beiden Western-Shoshone-Rancherinnen und Trägerinnen des Alternativen Nobelpreises (1993) Mary und Carrie Dann aus Crescent Valley.

Bevölkerung Einwohnerzahlen Demografie links|mini|Bevölkerungsdichte

Nevada wurde 2016 zu einem Majority-Minority-Staat, d. h., weiße Nichthispanics verloren ihre absolute Bevölkerungsmehrheit.

Nevada hatte laut Volkszählung 2010 2.700.551 Einwohner, davon waren 66,2 % Weiße, 8,1 % Afroamerikaner, 7,2 % Asiatische Amerikaner (darunter 3,6 % Philippiner), 1,2 % Indianer Nordamerikas, 0,6 % Hawaiianer oder Pazifische Insulaner und 12 % sonstige. 4,7 % stammten aus zwei oder mehr der genannten Gruppen. 26,5 % der Gesamtbevölkerung bezeichneten sich als Hispanics oder Latinos.

Nevada ist der US-Bundesstaat mit der höchsten Wachstumsrate. Zwischen 2000 und 2003 wuchs die Bevölkerung von Nevada um 12,2 %, während die Bevölkerung der gesamten USA nur um 3,3 % zunahm. Zwischen 1990 und 2000 wuchs die Bevölkerung von Nevada um 66,3 %, während die Bevölkerung der gesamten USA nur um 13,1 % zunahm.

Mehr als zwei Drittel der Bevölkerung von Nevada wohnt in der schnell wachsenden Metropolregion Las Vegas. Bei der Neuverteilung der Sitze des Repräsentantenhauses, die alle zehn Jahre aufgrund der Bevölkerungszahl stattfindet, gewann Nevada 2010 einen vierten Sitz im US-Kongress hinzu.

Größte Städte mini|Las Vegas bei Nacht mini|Henderson

Größte gemeindefreie Orte Die größten gemeindefreien Orte in Nevada (sogenannte unincorporated areas, welche nicht den Status einer Stadt besitzen) sind: OrtCountyEinwohner(Stand: Zensus 2000) EnterpriseClark14.676 Gardnerville RanchosDouglas11.054 PahrumpNye24.631 ParadiseClark186.070 Spring CreekElko10.548 Spring ValleyClark117.390 Sunrise ManorClark205.618US Census, 2020. Sun ValleyWashoe19.461 WhitneyClark18.273 WinchesterClark26.958

Religionen Die mitgliederstärksten Religionsgemeinschaften im Jahre 2000 waren die Katholische Kirche mit 331.844, die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen) mit 116.925 und die Southern Baptist Convention mit 40.233 Anhängern. Jüdischen Gemeinden gehörten 77.100 Mitglieder an.

Politik mini|Kapitol des Bundesstaats in Carson City mini|Oberster Gerichtshof von Nevada in Carson City

Nevadas Hauptstadt ist Carson City.

Politische Landschaft Politisch prägen den Staat die Gegensätze dreier Interessengruppen: Der von Vieh- und Holzwirtschaft geprägte Nordwesten (Reno, Carson City, Sierra Nevada) zum Ersten, zum Zweiten die Mitte und der Norden, dessen Rückgrat die Weidewirtschaft und riesige Goldminen bilden. Durch das starke Wachstum des Clark County seit Mitte der 1980er Jahre mit Las Vegas im Süden, das mittlerweile mehr als die Hälfte aller Einwohner Nevadas beheimatet, hat sich ein drittes Lager mit besonders vielen Spannungen den anderen beiden Landesteilen gegenüber entwickelt. Vor allem der riesige Wasserbedarf der Spieler- und Touristenmetropole trägt zum Unmut der Vieh- und Weidewirtschaft des Nordens bei, der schon seit mehr als einem Jahrzehnt unter anhaltender Dürre leidet.

Nevada gilt bis heute als Swing State, mit dem liberalen und rapide wachsenden Las Vegas im Clark County, das den ländlich-konservativen Rest des Staates weitgehend aufwog, sodass das Washoe County im Westen mit Reno häufig wahlentscheidend war. Bei den vier Präsidentschaftswahlen von 2008 bis 2020 wählte Nevada durchgehend für einen demokratischen Präsidentschaftskandidaten und ebenfalls demokratischer als der nationale Schnitt. Dies änderte sich jedoch wieder mit der Präsidentschaftswahl 2024, wo die demokratische Kandidatin Kamala Harris dem republikanischen Gegner Donald Trump unterlag. Hinzuzufügen ist zudem, dass in Nevada meist alle Kandidaten vergleichsweise knapp gewannen, weshalb der Staat seit geraumer Zeit als Swing State eingeordnet wird.