Die Igelfische (Diodontidae) sind eine Familie in der Ordnung der Kugelfischverwandten (Tetraodontiformes) mit rund 20 Arten. Der wissenschaftliche Name bedeutet wörtlich „Zweizähner“ (griechisch di- „zwei“, odont- „Zahn“).
Lebensraum Igelfische leben vor den Küsten in flachen subtropischen und tropischen Meeren. Dort bewohnen sie die Korallenriffe. Einige Arten kommen auch im offenen Meer vor, wobei sie sich manchmal in großen Gruppen ansammeln. Beim Schwimmen bewegen sie sich langsam fort.
Beschreibung Igelfische verfügen wie die Kugelfische über Stacheln am Körper, die jedoch wesentlich größer und kräftiger sind. Diese liegen bei der Gattung Diodon am Körper eng an, bei der Gattung Chilomycterus stehen sie fest vom Körper ab. Die Stacheln entstanden aus Knochenplatten. Bei Gefahr pumpen sie sich mit Wasser auf, sodass sich die Stacheln aufrichten. In dieser Abwehrhaltung sind sie nur von wenigen großen Fischen verschlingbar. Bei Menschen kann es zu schweren Entzündungen führen, wenn sie durch die Stacheln verletzt werden.
Im Ober- und Unterkiefer befinden sich Zahnplatten, die in der Mitte des Ober- und Unterkiefers miteinander verwachsen sind. Igelfische ernähren sich vorwiegend von kleinen Schalentieren, die sie geschickt durch kräftiges „Pusten“ in den Meeresgrund freilegen. Mit den Zahnplatten und einer äußerst kräftigen Kiefermuskulatur knacken sie die Schalen auf, um den genießbaren Inhalt zu verspeisen.
Systematik thumb|Cyclichthys spilostylus thumb|Dicotylichthys punctulatus thumb|Diodon hystrix Allomycterus Allomycterus pilatus Whitley, 1931 Chilomycterus Zügel-Igelfisch (Chilomycterus antennatus) (Cuvier, 1816) Chilomycterus antillarum Jordan & Rutter, 1897 Grauer Igelfisch (Chilomycterus reticulatus) (Linnaeus, 1758) Chilomycterus schoepfii (Walbaum, 1792) Chilomycterus spinosus mauretanicus (Le Danois, 1954) Chilomycterus spinosus spinosus (Linnaeus, 1758) Cyclichthys Cyclichthys hardenbergi (de Beaufort, 1939) Kurzstachel-Igelfisch (Cyclichthys orbicularis) (Bloch, 1785) Gelbflecken-Igelfisch (Cyclichthys spilostylus) (Leis & Randall, 1982) Dicotylichthys Dicotylichthys punctulatus Kaup, 1855 Diodon Diodon eydouxii Brisout de Barneville, 1846 Braunflecken-Igelfisch (Diodon holocanthus) Linnaeus, 1758 Gepunkteter Igelfisch (Diodon hystrix) Linnaeus, 1758 Masken-Igelfisch (Diodon liturosus) Shaw, 1804 Langstachel-Igelfisch (Diodon nicthemerus) Cuvier, 1818 Lophodiodon Mimikry-Igelfisch (Lophodiodon calori) (Bianconi, 1854) Tragulichthys Tragulichthys jaculiferus (Cuvier, 1818)
Gefährdung Igelfische sind sehr gefährdet, da sie für touristische Zwecke in großer Zahl gefangen werden. Die toten Tiere werden im aufgeblasenen Zustand präpariert und verkauft. Mit diesem Erwerb verdienen viele einheimische Fischer in den Touristenländern mehr Geld als mit der Fischerei.
Literatur Joseph S. Nelson: Fishes of the World, John Wiley & Sons, 2006, ISBN 0-471-25031-7. Kurt Fiedler: Lehrbuch der Speziellen Zoologie, Band II, Teil 2: Fische, Gustav Fischer Verlag Jena, 1991, ISBN 3-334-00339-6. Rudie H. Kuiter / Helmut Debelius: Atlas der Meeresfische, Kosmos-Verlag, 2006, ISBN 3-440-09562-2. Hans A. Baensch / Robert A. Patzner: Mergus Meerwasser-Atlas Band 6 Non-Perciformes (Nicht-Barschartige), Mergus-Verlag, Melle, ISBN 3-88244-116-X. Ewald Lieske / Robert F. Myers: Korallenfische der Welt, 1994, Jahr Verlag, ISBN 3-86132-112-2.
Weblinks
Kategorie:Kugelfischartige