Der Jabiru (Jabiru mycteria) ist ein monotypischer Storchenvogel Amerikas, der von Mexiko bis Argentinien vorkommt. Als Irrgast ist er gelegentlich auch im US-amerikanischen Bundesstaat Texas zu beobachten. Der Jabiru ist der einzige Vertreter der Gattung Jabiru.IOC World Bird List Storks, frigatebirds, boobies, cormorants, darters Er ist nach dem Andenkondor und dem fast ausgestorbenen Kalifornienkondor die drittgrößte fliegende Vogelart Süd- und Mittelamerikas. Jonathan Alderfer (Hrsg.): Complete Birds of North America, S. 125

Die Bestandssituation des Jabiru wurde 2016 in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN als „“ = „nicht gefährdet“ eingestuft.

Aussehen Der Jabiru ist bis zu 1,40 Meter groß, seine Flügelspannweite beträgt etwa 2,60 m, der Schnabel ist bis zu 30 Zentimeter lang und leicht nach oben gebogen. Es besteht kein auffälliger Geschlechtsdimorphismus. Er hat ein überwiegend weißes Gefieder, Hals, Kopf und Schnabel sind schwarz. Auffallend sind die beim weiblichen Storch gelben Augen, während die des männlichen Vogels dunkel sind.

Verwechslungsmöglichkeiten bestehen mit dem Waldstorch, der jedoch deutlich kleiner ist, einen nach unten gebogenen Schnabel und an seinem Hals keine roten Abzeichen hat.

Lebensweise mini|Verbreitungsgebiet des Jabiru (grün) Der Jabiru lebt in großen Gruppen an Flüssen und Teichen. Er ernährt sich von Fisch, Weichtieren und Amphibien, gelegentlich auch von Reptilien und kleinen Säugetieren.

Fortpflanzung Er baut sein Nest auf hohen Bäumen und bevorzugt dabei vor allem Palmen.W. Grummt, H. Strehlow (Hrsg.): Zootierhaltung Vögel. Verlag Harri Deutsch, Frankfurt am Main 2009, ISBN 978-3-8171-1636-2. S. 100. Anders als viele andere Störche ist er kein Kolonienbrüter. Brutzeit ist August–September. Das Gelege besteht aus 2 bis 4 Eiern. Beide Elternvögel wechseln sich im Brutgeschäft ab. Die Nestlingsdauer beträgt bis 95 Tage. Anschließend werden die Jungvögel noch etwa zwei Monate von den Elternvögeln gefüttert.

Etymologie und Forschungsgeschichte Die Erstbeschreibung des Jabirus erfolgte 1819 durch Martin Hinrich Carl Lichtenstein unter dem wissenschaftlichen Namen Ciconia mycteria. Als Verbreitungsgebiet gab er Brasilien an.Martin Hinrich Carl Lichtenstein (1819), S. 163. 1906 führte Carl Eduard Hellmayr die neue Gattung Jabiru ein.Carl Eduard Hellmayr (1906), S. 711. Dieser Begriff bedeutet in der Tupi-Sprache ein sehr großer Vogel. Gemeint war damit der Jabiru.Jabiru The Key to Scientific Names. Edited by James A. Jobling Der Artname mycteria leitet sich von ab.mycteria The Key to Scientific Names. Edited by James A. Jobling Alfred Laubmann hatte für sein Werk Die Vögel von Paraguay zwei Bälge, gesammelt von Eugen Josef Robert Schuhmacher (1906–1973) und Hans Krieg (1888–1970) am Berg Galván im Gran Chaco, zur Verfügung. In der Literatur fand er viele Nachweise für das Land, so z. B. am Río Pilcomayo durch Hans Hermann Carl Ludwig von BerlepschHans Hermann Carl Ludwig von Berlepsch (1887), S. 32.John Graham Kerr (1892), S. 145, am Río Paraná und Río Paraguay durch John Graham Kerr, in Waikthlatingmayalwa im Gran Chaco, in Carayá Vuelta und in Riacho Verde durch KerrJohn Graham Kerr (1901), S. 232. in Río MondayArnaldo de Winkelried Bertoni (1914), S. 40. und Río ConfusoArnaldo de Winkelried Bertoni (1930), S. 257. durch Arnaldo de Winkelried Bertoni und in Puerto Pinasco im Departamento Presidente Hayes durch Alexander Wetmore.Alexander Wetmore (1926), S. 60. Zusätzlich erwähnte Laubmann Yacú de la collar roxoFélix de Azara (1805), S. 117–122. von Félix de Azara als Nachweis für die Art.Alfred Laubmann (1939), S. 99.

Literatur mini|Video eines Jabiru beim Fischen im Rio Miranda (Pantanal, Brasilien)

Weblinks

Factsheet auf BirdLife International

Einzelbelege

Kategorie:Störche Kategorie:Wikipedia:Artikel mit Video