Markt Einersheim (fränkisch EnnaschaW. D. Ortmann: Landkreis Scheinfeld, S. 38. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „ouwəšāfļd“ bzw. „enəšā“.) ist ein Markt des Landkreises Kitzingen in Unterfranken.
Der im 9. Jahrhundert erstmals als „Einheresheim“ erwähnte Ort liegt an der alten Heeres- und Handelsverbindung von Nürnberg nach Frankfurt am Main am Rande des Steigerwaldes. Es ist ein Markt mit sichtbaren Resten der ehemaligen Kirchenburg und der Ortsbefestigung. Einige alte Fachwerkbauten, das Schloss und der moderne Brunnen gestalten den Marktplatz. Weinberge, Waldgebiete, Wiesen und Ackerland prägen trotz großer Fabrikhallen außerhalb des Ortskerns immer noch den ländlichen Charakter der Ortschaft.
In früheren Zeiten war Markt Einersheim durch Straße und Bahn an zwei große Städte, Würzburg und Nürnberg, angebunden. Die Bewohner verdienten mit Landwirtschaft und Handel an der Alten Reichsstraße ihren Lebensunterhalt. Darüber hinaus litt der Ort über die Jahrhunderte in zahlreichen kriegerischen Auseinandersetzungen der Landesherren immer wieder unter durchziehenden und Quartier nehmenden Soldaten. Dies traf sowohl auf Freunde wie auch Feinde zu.
Das 20. Jahrhundert brachte in Markt Einersheim den wirtschaftlichen Wandel. Die Landwirtschaft trat mit der Ansiedlung von zunächst drei Großbetrieben immer mehr in den Hintergrund. Die Firma Fritsch expandierte in der Mitte des vergangenen Jahrhunderts und die Bäckerei Fuchs kam in den Ort. Das Werk der Knauf-Gruppe entstand. Zahlreiche weitere Unternehmen siedelten sich seither im Markt an.
Markt Einersheim gehörte von 1862 bis 1972 zum Landkreis Scheinfeld im Regierungsbezirk Mittelfranken. Am 1. Juli 1972 fand der Wechsel zum Landkreis Kitzingen statt. Die Gemeinde schloss sich am 1. Mai 1978 mit den Gemeinden Rödelsee, Willanzheim und Iphofen zur Verwaltungsgemeinschaft Iphofen zusammen.
Geografie Lage Markt Einersheim liegt in der Region Würzburg (Bayerische Planungsregion 2) und gehört zur Hellmitzheimer Bucht. Diese schiebt sich in tief in den Steigerwald hinein und öffnet sich westwärts zum Maintal. An der Gemarkungsgrenze zum Iphöfer Ortsteil Possenheim liegt die Ortswüstung Kirchheim. Das Dorf wurde bereits im 13. Jahrhundert aufgegeben. Eine ähnliche Lage wird auch bei der Wüstung Eckelsheim angenommen. Nahe dem Neubauhof wird dagegen der Sackshof vermutet.
Geologie Naturräumlich liegt Einersheim an der Grenze zweier Haupteinheitengruppen. Der Süden des Gemeindegebiets mit dem Hauptort Einersheim ist Teil des Schwanbergvorlandes, das sich durch sanfte Hügel auszeichnet. Im Norden beginnt der Nördliche Steigerwald mit wesentlich höheren Erhebungen.
Der Steigerwald gehört zur Keuperstufe des Südwestdeutschen Schichtstufenlandes. Die Hellmitzheimer Bucht liegt in der Zone des Gipskeupers. Die Grenze des Sandsteinkeupers ist identisch mit der Waldgrenze.
Südlich der Ortschaft durchzieht der Moorseebach den Mühlengrund mit altem Kopfweidenbestand und Feuchtwiesen. Die vier Mühlen wurden früher zum Mahlen des Getreides der Bauern verwendet., abgerufen am 12. Juni 2015 Ein Teilstück des Mühlengrundes ist Bestandteil des Natura 2000 Netzwerkes und als Schutzgebiet DE6327302, Kalktuffquellen zwischen Willanzheim und Markt EinersheimNatura 2000: DE6327302, Kalktuffquellen zwischen Willanzheim und Markt Einersheimd (Abgerufen am 12. Juni 2015) ausgewiesen.
Gemeindegliederung Es gibt acht Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):
Es gibt nur die Gemarkung Markt Einersheim. Sie hat eine Fläche von 7,763 km². Sie ist in 1629 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 4765,36 m² haben. In ihr liegen sämtliche Gemeindeteile der Gemeinde.
Nachbargemeinden Markt Einersheim wird fast vollständig vom Gebiet der Nachbarstadt Iphofen (Landkreis Kitzingen, Unterfranken) umschlossen. Im Osten grenzt der Ort für ein kurzes Stück an Markt Bibart (Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim, Mittelfranken).
Klima Hier herrscht mildes und trockenes Klima vor.
Geschichte Ortsname Der Ort hieß im 9. Jahrhundert [Ein]irihesheim bzw. Einheresheim. Das Grundwort ist . Das Bestimmungswort ist der Personenname Einirīh. Spätere Namensformen waren:
Die Ergänzung Markt bezeichnet ab 1530 den Rechtsstatus, Märkte abhalten zu dürfen.W.-A. v. Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen, S. 140.
Ortsgeschichte mini|Markt Einersheim um 1800, vom Point aus gesehen Reihengräberfunde in der Nähe des Marktes weisen auf die erste Besiedlung um 600 hin. Der Ort wurde wohl zur Zeit der Fränkischen Landnahme gegründet.
Der Ort wurde erstmals in einem Würzburger Pergamentrest des 9. Jahrhunderts erwähnt.H. Wagner: Eine karolingerzeitliche Nennung von (Markt) Einersheim und Possenheim. In: Mainfränkisches Jahrbuch für Geschichte und Kunst. Band 41, 1989, S. 147–149: hier: S. 148. In der Wildbann–Schenkungsurkunde Kaiser Heinrichs II. an das Hochstift Würzburg aus dem Jahr 1023 wird der Ort dann als „Wingershesheim“ angegeben,Monumenta Germaniae Historica, Diplomata Heinrich II, Nr. 496, S. 633 was vermutlich einen in Markt Einersheim aufgegangenen Nachbarort auf dem Weg zwischen Dornheim und Iphofen meint.
Erstmals erschien 1144 „Einresheim“ in einer Urkunde von Stift Haug in Würzburg. Die Dorfherrschaft ist bis um 1400 mangels aussagekräftiger Schriftquellen nur teilweise rekonstruierbar. Der älteste Grundherr war das Würzburger Domkapitel mindestens seit dem 9. Jahrhundert,H. Wagner: Eine karolingerzeitliche Nennung von (Markt) Einersheim und Possenheim. In: Mainfränkisches Jahrbuch für Geschichte und Kunst. Band 41, 1989, S. 147–149: hier: S. 148. das um 1270 mit 11 Huben einen beachtlichen Dorfanteil besaß.W. D. Ortmann: Landkreis Scheinfeld, S. 38ff. Daneben besaß das Würzburger Stift Haug wohl seit seiner Gründung um 1000 einen anderen großen Dorfanteil, zu dem um 1385 neben einem Amtshof noch 13 große Höfe zinsten.E. Bünz: Stift Haug in Würzburg: Untersuchungen zur Geschichte eines fränkischen Kollegiatstiftes im Mittelalter. Göttingen 1998, Bd. II, S. 961 f: Ortsartikel Markt Einersheim. Vermutlich haben die beiden geistlichen Institutionen den 1148 genannten „Helwic de Enrsheim“P. Wittmann: Monumenta Castellana, Urkundenbuch zur Geschichte des fränkischen Dynastengeschlechtes der Grafen und Herren zu Castell, 1057–1546. München 1890, Nr. 29, S. 9. als ihren Dienstmann und Verwalter vor Ort eingesetzt. Deutlicher finden wir 1240 seinen Nachkommen Siboto de Engersheim als Zeugen in einer Würzburger Urkunde, der für seinen Schwager Swiker von Oberbach als bischöflicher Lehensträger aus dem Ansbacher Raum bürgt.Monumenta Boica, Bd. 37, München 1864, Nr. 260, S. 286 ff. Die „Villa Einrisheim“ gehörte in der Castell’schen Teilungsurkunde von 1266 zwar zum Besitz der Grafen zu Castell, aber danach werden keine Rechte mehr von ihnen erwähnt. Spätestens 1264 lässt sich auch das Nürnberger Schottenkloster St. Egidien hier nachweisen, weil Einersheim offenbar in dieser Zeit die benachbarte Siedlung Wingersheim aufnahm. Die bleibende Erinnerung an die mittelfränkischen Benediktinermönche dürfte der Gassenname „Schottenberg“ am Ostrand des Marktortes sein. Mit dieser Siedlungsverlagerung konnten dann auch die 1231 in Wingersheim begüterten Edelherren von Speckfeld hier Fuß fassen und das als Ansatzpunkt für ihre Herrschaft nutzen.Monumenta Boica, Bd. 45, München 1899, Nr. 43, S. 73–75. Der letzte herrschende Angehörige dieser Familie, Gottfried von Speckfeld, ist offenbar zwischen 1291K. Weller: Hohenlohische Urkundenbuch I, Stuttgart 1899, Nr. 525. und 1297 verstorben und sein Erbe fiel an den Verwandten Albrecht von Hohenlohe-Uffenheim, der auf der Burg Speckfeld oberhalb von Markt Einersheim bis 1306 einen Amtsverwalter (Vogt) einsetzte.K. Weller: Hohenlohische Urkundenbuch I, Stuttgart 1899, Nr. 681. Ludwig von Hohenlohe erhielt 1349 für seine Verdienste von Kaiser Karl IV. Zoll und Geleit „zu Enersheim under Speckfeld“ als Lehen. Da sein Enkel Johannes von Hohenlohe 1412 ohne männlichen Erben starb, kam dieser Besitzanteil an seine Schwäger. Graf Leonhard zu Castell erhielt Schloss Speckfeld mit Turm sowie den Unterteil des Dorfes mit der Dorfmühle. In den Besitz von Schenk Friedrich von Limpurg kam eine steinerne Kemenate und der obere Teil von Markt Einersheim mit der Eckelheimer Mühle.
1435 und 1445 erwarben die Schenken von Limpurg auch den Besitz des Grafen Wilhelm II. zu Castell, jedoch ohne den Speckfelder Wildbann. In den folgenden 300 Jahren wählten die Limpurger das Bergschloss Speckfeld als ihre Residenz. Dieses wurde im Bauernkrieg zerstört, jedoch später wieder aufgebaut. Reichserbschenk Carol von Limpurg erhob den Ort 1542 zum Marktflecken. Im Dreißigjährigen Krieg litt die Burg Speckfeld unter mehreren Plünderungen von schwedischen und auch kaiserlichen Truppen. Wegen des maroden Zustandes gab Vollrath von Limburg die Burg Speckfeld auf. Er erbaute sich 1685 in Markt Einersheim ein neues Schloss in Fachwerkbauweise. Mit dem Tod der letzten Schenken 1705 und 1713 gingen die Reichslehen an Brandenburg. Der Eigenbesitz der Herrschaft Speckfeld mit den Schlössern Markt Einersheim und Sommerhausen gelangte über die Tochter Amalie des Schenken Eberhard an die Grafen von Rechteren. Sie hatten bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts in den genannten Orten einen Wohnsitz.
Seit dem Rheinbundakte von 1806 gehört der Ort wie weite Teile Frankens zum Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde der Steuerdistrikt Einersheim gebildet. Zu diesem gehörten Eselsmühle, Possenheim, Schwarzmühle, Sekretariusmühle und Steinmühle. Infolge des Zweiten Gemeindeedikts (1818) entstand die Ruralgemeinde Einersheim mit den Orten Eselsmühle, Schwarzmühle, Sekretariusmühle und Steinmühle. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Herrschaftsgericht Markt Einersheim zugeordnet und in der Finanzverwaltung zunächst dem Rentamt Scheinfeld, nach dessen Auflösung im Jahr 1818 dem Rentamt Iphofen. Vor 1836 kam Neubauhof von der Gemeinde Possenheim hinzu. Mit der Auflösung des Herrschaftsgerichtes Markt Einersheim im Jahr 1849 kam die Gemeinde an der Landgericht Markt Bibart. Ab 1862 war für die Verwaltung das Bezirksamt Scheinfeld zuständig (1939 in Landkreis Scheinfeld umbenannt) und für die Finanzverwaltung ab 1879 das Rentamt Markt Bibart (1919–1929: Finanzamt Markt Bibart, seit 1929: Finanzamt Kitzingen). Die Gerichtsbarkeit blieb bis 1879 beim Landgericht Markt Bibart, von 1880 bis 1973 war das Amtsgericht Scheinfeld zuständig, seitdem ist es das Amtsgericht Kitzingen. Am 23. März 1972 wurde der Gemeindename Einersheim amtlich in Markt Einersheim geändert.
Einwohnerentwicklung Im Zeitraum 1988 bis 2018 stieg die Einwohnerzahl von 1153 auf 1209 um 56 Einwohner bzw. um 4,9 %. 1997 hatte der Markt 1294 Einwohner. Quelle: BayLfStat Gemeinde Markt Einersheim Jahr 1818 1840 1852 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1961 1970 1987 2000 2010 2015 2022Einwohner 766 802 717 729 774 774 781 809 812 786 752 739 733 690 678 692 681 700 1055 1081 1019 1033 1114 1247 1165 1187 1253HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und von 1871 bis 2022 als Wohngebäude. 123 131 128 128 154 148 140 142 183 294 352 374Quelle Für die Gemeinde Markt Einersheim inklusive Herrnmühle (S. 39), Schwarzmühle (S. 84), Secretariusmühle (S. 85) und Steinmühle (S. 89). Im Historischem Gemeindeverzeichnis werden abweichend 798 Einwohner für die Gemeinde angegeben.
Ort Markt Einersheim Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987Einwohner 739 770 729 739 772 704 652 1032 973 985 1078Häuser 119 126 123 143 134 136 177 283Quelle
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Politik Gemeinderat Die Gemeinderatswahl 2020 ergab folgende Sitzverteilung: CSU: 3 Sitze SPD: 2 Sitze Unabhängige Wähler: 5 Sitze
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