Buchbrunn ist eine Gemeinde im unterfränkischen Landkreis Kitzingen sowie Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Kitzingen. Die Gemeinde liegt in der Region Würzburg (Bayerische Planungsregion 2).

Geografie Gemeindegliederung Außer dem Hauptort gibt es keine weiteren Gemeindeteile.

Es gibt nur die Gemarkung Buchbrunn. Sie hat eine Fläche von 4,568 km² und ist in 1046 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 4366,97 m² haben.

Lage Naturräumlich liegt Buchbrunn auf den sogenannten Hochflächen im südlichen Maindreieck, die zu den Gäuflächen im Maindreieck gezählt werden. Typisch sind die etwa 300 m hohen Flächen, die in Richtung des Maines steil abfallen.

Nachbargemeinden sind (von Norden beginnend im Uhrzeigersinn): Mainstockheim, Kitzingen und Biebelried.

Geschichte Um die Erforschung der Geschichte der Gemeinde nimmt sich in erster Linie der Verein Geschichte in Buchbrunn an.Verein Geschichte in Buchbrunn, abgerufen am 26. Juni 2020Geschichte auf der Gemeinde-Homepage, abgerufen am 26. Juni 2020

Ur- und Frühgeschichte Ein Fundplatz aus der Jungsteinzeit auf der Buchbrunner Gemarkung belegt eine Siedlung der Linearbandkeramik. Es wurden 26 Hausgrundrisse aus verschiedenen Bauphasen freigelegt, was auf eine lange Siedlungsphase schließen lässt (ca. 5300 bis 5000 v. Chr.).Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege (Hrsg.): Aufgedeckt. Highlights der bayrischen Bodendenkmalpflege. Eigenverlag, 2019, S. 7–14 (PDF-Download). Ausführlich zu dieser Siedlung Jessica Kuhn: Buchbrunn. Eine Siedlung der Linearbandkeramik in Nordbayern (= Berliner archäologische Forschungen. Band 10). Verlag Marie Leidorf, Rahden/Westf. 2012, ISBN 978-3-89646-520-7.

8./9. Jahrhundert Die Besiedlung der Gegend im heutigen Landkreis Kitzingen begann im 8. Jahrhundert mit der Christianisierung des damaligen Germaniens. In unserem Raum wirkte als erster Missionar der irische Wanderprediger Kilian, der als Frankenheiliger verehrt wird. Seine Gebeine sind in der Kiliansgruft unter der Neumünsterkirche in Würzburg beigesetzt. In diese Zeit fällt die Gründung des Benediktinerinnenkloster Kitzingen (745).

Im 8. und 9. Jahrhundert entstanden in der Umgebung dieses Klosters Gehöfte und Mühlen, die diesem unterstanden und deren Bewohner Frondienste leisten mussten. Den zehnten Teil ihrer Einkünfte aus Landwirtschaft, Jagd und Fischerei mussten sie an das Kloster abführen. Drei solcher Zehnthöfe wurden auch in Buchbrunn gegründet. Davon sind nur noch Teile erhalten. Das älteste war vermutlich das Haus Hofstraße 8 der Familie Christian Geißendörfer. Der Zehnthof musste vor etlichen Jahren einem Neubau weichen. Als weiterer Zehnthof, der in seinen Grundstrukturen noch steht und bewirtschaftet wird, gilt das Anwesen der Familie Schleyer (Neuer Weg 5). Der dritte Hof, die ehemalige Burg, wurde 1947 wegen Baufälligkeit abgerissen. An ihrer Stelle erbaute Georg Seynstahl sein Haus (Am Hühnerberg 23). Die Gehöfte wurden in nächster Nähe einer Quelle erbaut und zum Schutz gegen Überfälle mit starken Mauern umgeben. Der Schutz dieser befestigten Zehnthöfe zog weitere Siedler an.

1007 Das Kloster Kitzingen samt den ihm unterstehenden Gehöften wurde im Jahre 1007 dem Bistum Bamberg als Lehen übereignet. Buchbrunn unterstand nun der Herrschaft der reichen Hohenloher, deren Geschlecht aber bald ausstarb. Das Besitztum kam dann zu an das Hochstift Würzburg und zu an die Burggrafen von Nürnberg.

9. Mai 1244 Erstmals genannt wurde der Ort Buchbrunnen in einer Urkunde vom 9. Mai 1244, als ein Heinrich von Bochprunin in Streitsachen des Grafen Friedrich von Castell mit der Äbtissin des Klosters Kitzingen vor Gericht bezeugte, dass das Frauenkloster den Zehnten von Birklingen zu beanspruchen habe. Diese Urkunde ist von dem Adligen Heinrich von Bochprunin unterzeichnet.

13. Jahrhundert Das Dorf scheint schon damals ziemlich ausgedehnt gewesen zu sein, denn neben den Herren von Buchbrunn, die bis 1325 auf der „Burg“ wohnten, erhielten die verschiedenen Landes- und Zehntherren regelmäßige Abgaben. Die Bezeichnung Klosterhof für das Anwesen Hofstraße 8 (Geißendörfer) erinnert daran, dass das Benediktinerinnenkloster in Kitzingen dort Zehntrechte hatte und sie durch einen eigenen Schultheiß verwalten ließ. Ein anderer Teil der Buchbrunner Höfe war den Herren Fuchs von Dornheim (1280) abgabepflichtig. Deren Zehnthof war das Anwesen Neuer Weg 5 (Schleyer). 1390 fiel ein Teil dieser Rechte als Reichslehen an die Burggrafen von Nürnberg und ein anderer Teil an das Bistum Würzburg. Den Würzburger Teil übernahmen später, von 1443 bis 1629, die Markgrafen von Ansbach.

Im 13. Jahrhundert wurde eine Kapelle im gotischen Stil errichtet. Diese bildet den Chorraum der heutigen evangelischen Kirche. Rings um die Kapelle war der Friedhof angelegt. Buchbrunn war um diese Zeit noch keine selbständige Pfarrei; es wurde vom Geistlichen aus Mainstockheim betreut.

1470–1480 Das Dorf hatte sich durch seine günstige Lage mit viel Wasser, Wald und fruchtbarem Boden gut entwickelt. Bald wurde die Kapelle zu klein. Da erteilte auf Ersuchen der Äbtissin Margaretha III. von Hirschberg der Fürstbischof Rudolf II. von Scherenberg die Genehmigung zum Bau einer Kirche (7. März 1470). Zehn Jahre dauerte die Bauzeit, bis sie 1480 unter der Äbtissin Magdalena von Leonrod zu Ehren der Heiligen Maria Magdalena geweiht wurde. Von der Erstausstattung der Kirche sind noch das mittelalterliche Altarkreuz, die gotische Sakramentsnische neben dem Altar, zwei Fenster nach Süden, der gotische Sakristeischrank mit reichen Ornamentschnitzereien und ein goldener Abendmahlskelch vorhanden. Fürstbischof Lorenz von Bibra erhob 1506 mit Zustimmung der Äbtissin Margaretha IV. von Baldersheim und des Pfarrers Jodokus Gruber von Mainstockheim das Gotteshaus zur Pfarrkirche und trennte sie von der Pfarrei Mainstockheim.

16. Jahrhundert Der erste bekannte katholische Pfarrer war Nikolaus Jäger. Er ließ 1522 einen Taufstein fertigen, der zu den ältesten und schönsten der Gegend gehört. Sein Name und Wappen (Jagdhorn) sind eingemeißelt. Georg der Fromme, ein Ansbacher Markgraf, führte 1523 die Reformation ein. Buchbrunn, dessen Einwohner keine Leibeigenen waren, wurde evangelisch. Nach Pfarrer Jäger kam als erster evangelischer Pfarrer 1556 Johannes Hartmann, und er wirkte bis 1604. Dieser legte 1556 auch die ersten Kirchenbücher an, die noch vorhanden sind.

1588 Ein Großbrand äscherte das Dorf 1588 fast vollständig ein. Die Kirche und das Pfarrhaus wurden vom Feuer verschont, da sie von Mauern umgeben waren.

1611–1612 Trotz dem verheerenden Feuer scheint das erste Jahrhundert der Neuzeit dem Ort auch zahlenmäßig ein bedeutendes Wachstum gebracht zu haben. Dies hatte zur Folge, dass der Friedhof um die Kirche als Begräbnisstätte nicht mehr ausreichte. 1611 wurde am Nordende des Dorfes ein neuer Friedhof angelegt und durch Dekan Codomann aus Kitzingen geweiht. Der Weihehandlung schloss sich ein Begräbnis an für den „dazumal christlich verschiedenen, ehrbaren, achtbaren und fürnehmen Andreas Reß, eine[r] Gerichtsperson“. 1612 wurde eine schön gestaltete Friedhofskanzel aus Stein errichtet. Auf einer Wandfläche ist zu lesen:

„DER ERBAR HANS RASP SENIOR IM GERICHT ZU BUCHBRUNN 8. DEC. AO 1612 IN CHRISTO ENTSCHLAFEN HAT DIESEN PREDIGTSTUHL DIESORTS ZU BAUEN HINTERLASSEN. GOTT GNADE IHM UND UNS ALLEN. AMEN: IN CHRISTO LEBT ICH FRÖHLICH HIN STERBEN IST WORDEN MEIN GEWINN“

Auch das erste künstlerisch gestaltete Grabdenkmal von 1615 ist noch erhalten, wenn auch seine Schrift durch Verwitterung kaum noch lesbar ist. Sie lautet:

„ALS TAUSENDUND SECHSHUNDERT JAHR, FÜNZEHN MEHR GEZEHLET WAR ELISABETH EIN ALT MATRON, DEN STEIN ZU EHRN HAT SETZTN LON IHRN MÄNNERN BEID UND KINDERN ALL, DEREN ZEHN WAREN AN DER ZAHL HANS HOLZMANN CLOSTERSCHULTHEIS WAR, STARB DA ER SECHSUNDVIERZIG JAHR ANDREAS RESS DER ANDER MANN, BUCHBRUNN DEN ZWÖLFTEN ZUGETAN DEN ACKER GOTTES WEIHET EIN, -ELF SCHRIEB MANN- MIT DEM LEICHNAHM SEIN AM ERST DARAN DER ORT BEKANNT, ANDRESGARTEN WIRD GENANNT GOTT GNAD DEN SEELEN UND HELF ZUR ZEIT; UNS NACH IN D’ EWIG HERRLICHKEIT:“

1615 Ein besonderes Ereignis war der Erdfall von 1615. An der Lochgasse brach ohne ersichtlichen Grund ein Stück Garten samt dem darauf stehenden Nussbaum ein. Dieser versank in einem tiefen Spalt, dessen Wandungen aus Lehm und Felsgestein bestanden. Wenn man einen Stein in den Abgrund warf, prallte er mehrmals an vorspringenden Felsen ab, bis er tief unten im Wasser aufschlug. Ständig war das Rauschen von Wasser zu hören, dessen Stärke mit dem Anschwellen oder Absinken des Mains in Zusammenhang stand. Dass eine unterirdische Verbindung mit dem Fluss bestand, ergab sich daraus, dass in den Spalt geworfene Strohwische nach geraumer Zeit in Mainstockheim und bei der Mainmühle nahe Kitzingen wieder zum Vorschein kamen. 1713 wurde das Loch zugeschüttet.

Als Kaiser Matthias den Generalpostmeister Fürst von Thurn und Taxis beauftragte, einen kurzen Weg von Brüssel, über Frankfurt und Nürnberg, nach Prag zu bauen, bekam Buchbrunn 1615 unter dem Posthalter Küchenmeister als erster Ort in der ganzen Umgebung eine Poststelle. Erinnert sei an die Alte Poststraße von Kitzingen, die durch einen tiefen Hohlweg hinter dem neuen Friedhof in Richtung Buchbrunn führte.

1618–1648 Der Dreißigjährige Krieg erstickte mit seinen furchtbaren Plünderungen und Morden durch verwilderte Soldatenhaufen und Pestepidemien fast alles Leben. Plündernde Soldaten nahmen den Bewohnern ihr letztes Hab und Gut. Durch die Pest starben im Jahre 1632 84 und 1634 70 Menschen. Der Ort war nach Ende des Krieges wie ausgestorben.

Im Jahre 1629 kaufte der Bischof von Würzburg die bereits erwähnten Anteile vom Markgrafen von Ansbach und vom Burggrafen von Nürnberg zurück und war damit wieder der Landesherr. Für die seit Einführung der Reformation 1523 zum evangelischen Glauben konvertierten Buchbrunner begann eine schwere Zeit. Neben den Schrecken des Dreißigjährigen Krieges hatten sie nun auch unter der Verfolgung des Würzburger Bischofs zu leiden. Der Landesherr erließ 1629 sein Religions- und Reformationsedikt, wonach alle Protestanten innerhalb von vier Wochen zum katholischen Glauben überzutreten hatten oder das Land verlassen mussten. Die Bedrückung war so stark, dass nur acht Familien ihrem evangelischen Bekenntnis treu blieben. Erst 1651 wurde der konfessionelle Stand von 1629 wiederhergestellt: Buchbrunn durfte evangelisch bleiben.

18. Jahrhundert Schon bald nach dem Dreißigjährigen Krieg mit all seinen Folgen regte sich das Leben im Dorf wieder. Die Entwicklung von Landwirtschaft, Weinbau, Handel und Gewerbe brachte den Dorfbewohnern neue Erwerbsmöglichkeiten. Die Bevölkerung wuchs, und der Ort breitete sich aus. Buchbrunn hatte damals auch ein Waldgebiet, das sich über die Höhe nach Osten bis zum Main hinzog. 1792–1797 lagerte dort eine Einheit des napoleonischen Heeres, die Weinberge und Wald völlig verwüstete. Der Flurname Holz weist darauf hin. In den 1950er Jahren wurden bei Grabungsarbeiten am Bahndamm Knochenreste von Pferden gefunden, die aus dieser Zeit stammen. Die Aufteilung des Dorfes in mehrere verschiedene Herrschaftsbereiche wurde erst aufgehoben, als 1802 das Hochstift Würzburg beseitigt und 1814 Franken zu Bayern geschlagen wurde.

19. Jahrhundert Bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts wurde die Buchbrunner Kirche simultan genutzt. Zwischen den Konfessionen herrschte deshalb häufig Unfrieden. Durch die Vermittlung des Bistums Würzburg konnte 1805 eine eigene katholische Kirche gebaut werden.

20. Jahrhundert bis heute