mini|Jörg Schüttauf auf der Berlinale 2020 Jörg Schüttauf (* 26. Dezember 1961 in Karl-Marx-Stadt, heute Chemnitz) ist ein deutscher Schauspieler. Seinen Durchbruch hatte er 1992 durch die Titelrolle in Egon Günthers Lenz. Einem breiten Publikum wurde er vor allem durch die Fernsehreihe Tatort als Frankfurter Hauptkommissar Fritz Dellwo bekannt. Er spielte bisher in über 140 Film- und Fernsehproduktionen mit.

Leben Herkunft und Ausbildung Jörg Schüttauf, Sohn eines Arbeiters und einer Krankenschwester, wuchs mit zwei Schwestern auf. Sein Grundschullehrer schickte ihn zum Pioniertheater in Karl-Marx-Stadt, wo er mit sechs Jahren zum ersten Mal auf der Bühne stand. Nach dem Abschluss der zehnten Klasse nahm er eine Lehre als TheatertischlerTV Today, F.F.dabei Nr. 6/26 am dortigen Opernhaus auf. Danach leistete er seinen Wehrdienst bei der Nationalen Volksarmee. Ab 1982 besuchte er die Theaterhochschule „Hans Otto“ Leipzig, die er 1986 mit einem Diplom abschloss., abgerufen am 5. September 2023

Privates Schüttauf ist verheiratet und hat zwei Töchter. Er lebt mit seiner Familie in Caputh bei Potsdam. Mit seinem Schauspielkollegen Dirk Schoedon, mit dem er zusammen an der Theaterhochschule in Leipzig studierte, lebte er zeitweise in einer Wohngemeinschaft.

Karriere Nach Abschluss seiner Schauspielausbildung erhielt Schüttauf eine fünfjährige Anstellung am Hans Otto Theater in Potsdam, wo er u. a. die Titelrollen in Amadeus und im Revisor von Nikolai Gogol spielte. Nach fünf Jahren wechselte er an das Maxim-Gorki-Theater in Berlin. Parallel war Schüttauf auch in mehreren Filmen und im Fernsehen der DDR zu sehen. Sein Filmdebüt gab er 1985 unter der Regie von Peter Kahane in dem DEFA-Spielfilm Ete und Ali, wo er an der Seite von Thomas Putensen die Titelrolle des Bernhard „Ete“ Brenner verkörperte. 1992 gelang ihm schließlich durch die Hauptrolle in Lenz, für die er den Adolf-Grimme-Preis erhielt, der gesamtdeutsche Durchbruch. Seitdem spielt er in zahlreichen weiteren Film- und Fernsehproduktionen. Für seine schauspielerische Leistung des Hans-Peter Laux in dem zweiteiligen Fernsehfilm Warten ist der Tod erhielt Schüttauf in der Kategorie Bester Schauspieler Hauptrolle Fernsehfilm/Mehrteiler den Deutschen Fernsehpreis 2000. 2001 gewann Jörg Schüttauf den Preis der deutschen Filmkritik für die Hauptrolle des Martin Schulz im Kinofilm Berlin is in Germany von Hannes Stöhr, der schon im Februar 2001 den Panorama Publikumspreis der Berlinale gewonnen hatte. Berlin is in Germany war in Deutschland ein Kinoerfolg und kam auch in Spanien, Frankreich, Großbritannien und anderen europäischen Ländern in die Kinos.https://cineuropa.org/en/film/2218/. Die Deutsche Welle platzierte den Film auf Platz 5 ihrer Favoritenliste der besten Berlin-Filme. 2002 war er in dem ZDF-Fernsehvierteiler Liebesau – Die andere Heimat in der Rolle des Sozialisten Karli Schönstein zu sehen. 2017 verkörperte er den kommunistischen Politiker und Staatsratsvorsitzenden Erich Honecker an der Seite von Hedi Kriegeskotte als Margot Honecker in der Filmkomödie Vorwärts immer!. Diese Rolle brachte ihm den Bayerischen Filmpreis als Bester Darsteller und den Deutschen Schauspielpreis 2018 in der Kategorie Schauspieler in einer komödiantischen Rolle ein.

Seit den 1990er-Jahren erhielt Schüttauf mehrere feste und wiederkehrende Rollen in Film- und Fernsehreihen. Von 1994 bis 1997 zählte er als Hauptfigur Thomas Becker in der Vorabendserie Der Fahnder zur Stammbesetzung. 1998 und 2001 war Schüttauf in der Krimireihe Tatort in den Folgen Jagdfieber und in Gute Freunde (beide mit Ulrike Folkerts als Lena Odenthal) als Mörder zu sehen. Von 2002 bis 2010 übernahm er an der Seite von Andrea Sawatzki die feste Rolle des Frankfurter Kriminalhauptkommissars Fritz Dellwo. 2006 spielte er – noch während seines festen Engagements innerhalb der Krimireihe – im hochgelobten Münchener Tatort-Fall Außer Gefecht (mit Miroslav Nemec und Udo Wachtveitl) den „Sterbehelfer“ Johannes Peter Peschen. Er wirkte auch in mehreren Kinder- und Jugendproduktionen mit, wie 2009 als Hofnarr in dem Märchenfilm Schneewittchen der ARD-Filmreihe Sechs auf einen Streich.

Schüttauf ist Mitglied im Bundesverband Schauspiel (BFFS). Bundesverband Schauspiel, abgerufen am 14. Dezember 2015.

Filmografie Kino

Fernsehen Fernsehfilme

Fernsehserien und -reihen

Theatrografie (Auswahl) Der Revisor Lügenmaul Amadeus Was heißt hier Liebe Wer hat Angst vor Virginia Woolf? Der Bau Besuch bei Mr. Green Die Dreigroschenoper 2006; 2007/08: Tagträumer 2015: Misery seit 2015: Abraham (jährliche Tourneen)

Hörspiele und Features 1988: Freymuth Legler: Irre Aussicht, Regie: Barbara Plensat (Rundfunk der DDR) 1997: Hans Fallada: Bauern, Bonzen und Bomben, Rolle: Max Tredup, Regie: Jürgen Dluzniewski, (Hörspiel in 15 Folgen – MDR) 2004: Weihnachtsmann polizeilich gesucht. 2007: Iain Levison: Betriebsbedingt gekündigt. Bearbeitung/Regie: Steffen Moratz, mit: Jörg Schüttauf, Torben Kessler, Hansjürgen Hürrig, Götz Schweighöfer, Mirco Kreibich, Udo Schenk, Bernhard Schütz, Reiner Heise, Ellen Hellwig, Andreas Keller, Sigrun Fischer, Peter W. Bachmann, u. a., Länge: ca. 51 Min. Mitteldeutscher Rundfunk 2007. bei hoerspieltipps.net 2013: Löwenzahn – Folge 05: Ein Dino im GartenKritik zum Hörspiel Popshot.over-blog.de vom 22. September 2013 2015: Die Magdeburgische Hochzeit.Die Magdeburgische Hochzeit - Kammerspiele Magdeburg 2015: Per Petterson: Nicht mit mir – Bearbeitung und Regie: Steffen Moratz (Hörspiel – DKultur/HR) 2019: Holger Böhme: Dieter und der Wolf, Regie: Gabriele Bigott (Hörspiel – MDR) 2019: Bernd Wagner: Sintflut in Sachsen. Hörbuch nach der gleichnamigen Romanvorlage, produziert und erstgesendet von MDR Kultur 2019: Günter Kotte: Ich rauche gern – Belomorkanal / Was vom Stalinkanal übrig blieb, Erzähler, (Feature – MDR/WDR)

Auszeichnungen 1986: Nachwuchsdarstellerpreis beim 4. Nationalen Spielfilmfestival der DDR für Ete und Ali 1992: Adolf-Grimme-Preis für Lenz 1998: Adolf-Grimme-Preis für Viel Spaß mit meiner Frau 2001: Preis der deutschen Filmkritik für Berlin is in Germany 2000: Deutscher Fernsehpreis, Bester Schauspieler (Kategorie Mehrteiler) für Warten ist der Tod 2005: Adolf-Grimme-Preis für Tatort: Herzversagen 2006: Hessischer Fernsehpreis für seine Darstellung als Kommissar in Tatort: Das letzte Rennen 2007: Adolf-Grimme-Preis für Arnies Welt 2016: Bayerischer Filmpreis in der Kategorie Bester Darsteller für Vorwärts immer! 2018: Deutscher Schauspielpreis in der Kategorie Schauspieler in einer komödiantischen Rolle für Vorwärts immer!Deutscher Schauspielpreis: Die Nacht der Gewinner. Artikel vom 14. September 2018, abgerufen am 14. September 2018. 2019: Zonser Darstellerpreis für das Hörspiel Manitu

Literatur F.-B. Habel, Volker Wachter: Lexikon der DDR-Stars. Schauspieler aus Film und Fernsehen. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 1999, ISBN 3-89602-304-7. F.-B. Habel, Volker Wachter: Das große Lexikon der DDR-Stars. Die Schauspieler aus Film und Fernsehen. Erweiterte Neuausgabe. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2002, ISBN 3-89602-391-8. Manfred Hobsch, Ralf Krämer, Klaus Rathje: Filmszene D. Die 250 wichtigsten jungen deutschen Stars aus Kino und TV. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2004, ISBN 3-89602-511-2, S. 383 ff. F.-B. Habel: Lexikon. Schauspieler in der DDR. Verlag Neues Leben, Berlin 2009, ISBN 978-3-355-01760-2. Der ungeteilte Himmel. Schauspieler aus der DDR erzählen. Verlag Neues Leben Berlin, 2009. ISBN 978-3-355-01764-0

Weblinks

Jörg Schüttauf bei castupload.com Jörg Schüttauf bei der DEFA-Stiftung Jörg Schüttauf bei der Agentur Ensemble

Einzelnachweise

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