mini|hochkant=1.25|Gemeindeteil Lülsfeld von Westen mini|hochkant=1.25|Gemeindeteil Schallfeld von Norden

Lülsfeld ist eine Gemeinde im unterfränkischen Landkreis Schweinfurt.

Geografie Lülsfeld liegt in der Region Main-Rhön zwischen Steigerwald und Main. Naturräumlich ist der Ort und seine Gemarkung Teil des sogenannten Steigerwaldvorlandes von Neuses. Charakteristisch für diesen Teil des Iphofen-Gerolzhofener Steigerwaldvorlandes ist das hügelige Erscheinungsbild mit den schmalen Flusstälern kleiner Bäche. In Lülsfeld entspringt der Volkachzufluss Lülsbach, der dem Ort auch den Namen gab. Daneben wird die Gemarkung von mehreren anderen Bächen durchflossen, darunter der Buchgraben und der Solbach.

Gemeindegliederung Es gibt vier Gemeindeteile (in Klammern der Siedlungstyp): Aumühle (Einöde) Lülsfeld (Pfarrdorf) Lülsbachsmühle (Einöde) Schallfeld (Kirchdorf)

Es gibt auf dem Gemeindegebiet die Gemarkungen Lülsfeld und Schallfeld. Die Gemarkung Lülsfeld hat eine Fläche von 4,838 km². Sie ist in 605 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Flurstücksfläche von 7996,18 m² haben. In ihr liegt neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteil Lülsbachsmühle.

Nachbargemeinden Nachbargemeinden sind (von Norden beginnend im Uhrzeigersinn): Gerolzhofen, Oberschwarzach, Prichsenstadt, Volkach und Frankenwinheim.

Geschichte Bis zur Gemeindegründung Das ehemals zur Herrschaft Wiesentheid der Grafen von Schönborn zählende Dorf lag ab 1500 im Fränkischen Reichskreis. Es wurde durch Bayern 1806 mediatisiert. Im Zuge von Grenzbereinigungen wurde es 1810 dem Großherzogtum Würzburg überlassen, mit welchem es 1814 endgültig an Bayern zurückfiel. Im Jahr 1818 entstand die politische Gemeinde.

Eingemeindungen Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde am 1. Mai 1978 die Gemeinde Schallfeld eingegliedert.

Einwohnerentwicklung Jahr 1961 1970 1987 1991 1995 2000 2005 2010 Einwohner 904 830 819 845 827 834 815 801 Jahr 2015 2018 Einwohner 793 827 Im Zeitraum 1988 bis 2018 stieg die Einwohnerzahl geringfügig von 810 auf 827 um 17 Einwohner bzw. um 2,1 %. Quelle: BayLfStat

Politik Bürgermeister Thomas Heinrichs (Unabhängige Wählergemeinschaft Lülsfeld) ist seit 1. Mai 2020 Erster Bürgermeister. Er wurde am 15. März 2020 bei einer Wahlbeteiligung von 79,6 % mit 88,0 % der Stimmen gewählt. Sein Vorgänger war in der Zeit vom 1. Mai 2008 bis 30. April 2020 Wolfgang Anger (Unabhängige Wählergemeinschaft).

Gemeinderat Von den acht Mandaten im Gemeinderat erhielten bei der Wahl am 15. März 2020 die Unabhängige Wählergemeinschaft Lülsfeld (54,52 %) und die Wählergemeinschaft Schallfeld (45,48 %) jeweils vier Sitze.Gemeinderatswahl 2020, abgerufen am 5. Juli 2020

Verwaltung Die Gemeinde ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Gerolzhofen.

Wappen

Kultur und Sehenswürdigkeiten Vor dem Rathaus, Schallfelder Str. 3, erinnert eine Gedenktafel an die jüdischen Einwohner des Ortes, die in der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt wurden und dem Holocaust zum Opfer fielen.Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Band 1. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 162. Im Kloster Maria-Schnee lebten 129 Jahre lang, seit 1886, Ordensschwestern der Kongregation der Schwestern des Erlösers., abgerufen am 20. Januar 2017. 2015 mussten sie das Kloster aufgeben.Der Auszug der Erlöserschwestern aus Maria Schnee ist in vollem Gang, abgerufen am 20. Januar 2017. Es wurde anschließend, von September 2015 bis September 2016 als Unterkunft für unbegleitete Flüchtlinge genutzt. Das Kloster ist seit 2017 in den Händen der Gemeinschaft „Go&Change“, die in den folgenden Jahren wegen verschiedener Vorwürfe immer wieder in die Schlagzeilen geriet. In der Folge wurden die Baulichkeiten in Lülsfeld mehrfach von der Polizei durchsucht. Die Anlage mit Park ist ca. 5000 m² groß.

Bau- und Bodendenkmäler

Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft Die amtliche Statistik 2017 weist die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze am Arbeitsort Lülsfeld nicht aus. Von der Wohnbevölkerung standen 343 Personen in einem versicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis. Sechs Einwohner waren arbeitslos. 2016 gab es 16 landwirtschaftliche Betriebe.

Das Gewerbe ist geprägt von kleinen und mittelgroßen Handwerksbetrieben. Größter Arbeitgeber ist die Unterfränkische Überlandzentrale (eGmbHWalter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 1294 (zum ehemaligen Generaldirektor Andreas Wächter).) mit 139 Mitarbeitern (Stand Ende 2008), welche im Jahre 2010 das 100-jährige Bestehen feierte.

Verkehr

Mit dem ausgehenden 19. Jahrhundert erhielt Lülsfeld einen Anschluss an das bayernweite Eisenbahnnetz. 1893 wurde der Abschnitt Kitzingen-Gerolzhofen der sogenannten Steigerwaldbahn (auch Untere Steigerwaldbahn) fertiggestellt, Lülsfeld wurde mit einem Haltepunkt ausgestattet. Die Nebenbahn verband ab 1903 Kitzingen mit dem Schweinfurter Hauptbahnhof und war damit eine der längeren Nebenstrecken in Deutschland.

Seit den 1980er Jahren begann man den Verkehr auf der Strecke zu reduzieren. 1981 fuhren zwischen Gerolzhofen und Kitzingen nur noch Personenbusse, der Güterverkehr wurde Mitte 2006 aufgegeben. Seit längerer Zeit gibt es Initiativen zur Reaktivierung des Personenverkehrs auf der stillgelegten Strecke. Anfang 2019 entbrannte ein heftiger, bis heute andauernder Streit über die Ausgestaltung der Wiederinbetriebnahme, der zum Politikum wurde.

Bildung 2018 gab es eine Kindertageseinrichtung mit 42 genehmigten Plätzen, die von 32 Kindern besucht wurde. Elf Kinder waren unter drei Jahren alt.

Persönlichkeiten Ernst Scheder (1929–2014), Bürgermeister von 1970 bis 1992 und Ehrenbürger seit 1999Lülsfeld trauert um Ehrenbürger. In: Main-Post vom 22. September 2014 (abgerufen am 22. September 2014). Hans Anger (1925–2021), Lehrer und Chorleiter, Ehrenbürger der Gemeindehttps://www.luelsfeld.de/index.php/aktuelles/aktuelle-news/4600-ehrung-fuer-67-jahre-im-kirchenchor

Weblinks

Gemeinde Lülsfeld

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Schweinfurt Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)

Kategorie:Gemarkung im Landkreis Schweinfurt