mini|hochkant=1.25|St. Peter und Paul, Altes Rathaus und Stufenlinde Grettstadt ist eine Gemeinde im unterfränkischen Landkreis Schweinfurt.
Geografie Die Gemeinde liegt in der Region Main-Rhön.
Gemeindegliederung Es gibt vier Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben): Dürrfeld (Kirchdorf) Grettstadt (Pfarrdorf) Obereuerheim (Pfarrdorf) Untereuerheim (Kirchdorf)
Es gibt auf dem Gemeindegebiet die Gemarkungen Dürrfeld, Grettstadt, Obereuerheim und Untereuerheim. Die Gemarkung Grettstadt hat eine Fläche von 14,593 km². Sie ist in 1749 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 8343,53 m² haben.
Nachbargemeinden Nachbargemeinden sind (von Norden beginnend im Uhrzeigersinn): Gädheim, Theres, Donnersdorf, Sulzheim, Kolitzheim, Schwebheim und Gochsheim.
Geschichte Bis zum 19. Jahrhundert Grettstadt wird das erste Mal 880 urkundlich erwähnt. In Schenkungsurkunden um 1100 wird mehrmals der Edelfreie „Sigeloch von Grezzistat“ genannt, zu dessen Besitz auch Korb bei Möckmühl zählte. Auf historischen Flurkarten existierte noch bis in die 1940er-Jahre der Flurname „Siegeloch“ zwischen Grettstadt und Obereuerheim. Im Zweiten Markgrafenkrieg (1552–1554) wurde Grettstadt, wie viele andere fränkische Siedlungen, geplündert und niedergebrannt. Als Teil des Hochstiftes Würzburg, das ab 1500 zum Fränkischen Reichskreis gehörte, wurde Grettstadt 1803 zugunsten Bayerns säkularisiert, dann im Frieden von Preßburg 1805 Erzherzog Ferdinand von Toskana zur Bildung des Großherzogtums Würzburg überlassen, mit welchem es 1814 endgültig an Bayern zurückfiel. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde. Im Jahre 1870 lebten in den damals 117 Wohngebäuden Grettstadts 169 Familien, von denen alle ausschließlich katholisch waren.
Religionen Römisch-katholisch Grettstadt: Pfarrei St. Peter und Paul, wird von Unterspiesheim betreut Obereuerheim: Pfarrei St. Laurentius Untereuerheim: Kuratie St. Gallus, von Obereuerheim betreut Dürrfeld: Filiale Mariä Geburt der Pfarrei Pusselsheim Evangelisch Das gesamte Gemeindegebiet wird durch die evangelische Kirchengemeinde Gochsheim betreut; es gibt keine evangelischen Kirchengebäude im Gemeindegebiet.
Eingemeindungen Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde am 1. Juli 1971 die Gemeinde Dürrfeld und am 1. Mai 1978 die Gemeinden Obereuerheim und Untereuerheim eingegliedert.
Einwohnerentwicklung Jahr 1840 1871 1961 1970 1987 1991 1995 2000 Einwohner 1730 1854 3178 3346 3527 3709 3887 4115 Jahr 2005 2010 2015 2020 Einwohner 4165 4121 4211 4275 Im Zeitraum 1988 bis 2018 stieg die Einwohnerzahl von 3544 auf 4238 um 694 Einwohner bzw. um 19,6 %. Quelle: BayLfStat
Politik Bürgermeister Jens Machnow (CSU) ist seit 13. Oktober 2022 hauptamtlicher Erster Bürgermeister. Dieser wurde am 18. September 2022 mit 56,7 % der Stimmen bei einer Wahlbeteiligung von 64,7 % für sechs Jahre gewählt.
Gemeinderat Der Gemeinderat besteht aus dem Ersten Bürgermeister und 16 Mitgliedern. Bei den Kommunalwahlen in Bayern 2026 wurde der Gemeinderat gewählt und führte dabei zu folgendem Ergebnis:https://daten.verwaltungsportal.de/dateien/news/1/2/1/1/6/6/7/Ergebnis_GR_2026.pdf SitzeStimmenanteilFreie Wählergemeinschaft Grettstadt322,45 % CSU 3 20,08 % Freie Wählergemeinschaft Obereuerheim 3 18,92 % Wählergemeinschaft Untereuerheim 3 17,08 % Freie Wählerschaft Dürrfeld 2 11,24 % SPD/Freie Bürger 2 10,23 % Gesamt 16 100,00 % Die Wahlbeteiligung betrug 67,74 %.
Wappen
Interkommunale Allianz Die Gemeinde gehört zur interkommunalen Allianz Schweinfurter Mainbogen (siehe: Grafenrheinfeld, Interkommunale Allianz).
Kultur und Sehenswürdigkeiten Historisches Rathaus von 1590 im Stil der Gotik erbaut und mit dem Zierrat der Renaissance ausgestattet, zeigt am Giebel das Wappen der Grafen von Schönborn.Geschichte auf der Gemeinde-Homepage, abgerufen am 4. Juli 2020 Katholische Pfarrkirche St. Peter und Paul, Chorturmkirche, Turm 1471, Langhaus 1766–69 von Johann Michael Fischer, Altäre und Kanzel von Johann Peter Wagner. Stufenlinde GrettstadtAuf dem freien Dorfplatz zwischen Rathaus und der Kirche steht die alte, pyramidenförmig geleitete Tanzlinde. Die Sommerlinde wird gestützt durch Steinpfeiler und darüber liegendem, mehrstufigem Holzgestell. Ihr Alter wird mit ca. 250 Jahren angegeben.„Stufenlinde Grettstadt“ im Baumregister bei www.baumkunde.de Die Besonderheit dieses Baumes ist sein mehrstufiger Kronenschnitt, der es ermöglichte, auf dem ersten Stockwerk eine Kapelle einzurichten. Darunter wurde getanzt. Zusätzlich wurde die Linde in früheren Zeiten auch als Gerichtsbaum (Galgenbaum) benutzt, an dem Übeltäter gehängt wurden. Eine weitere siebenstufig geleitete Linde ziert den Ortsausgang Grettstadts.
Bau- und Bodendenkmäler
Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft Im Jahr 2020 gab es nach der amtlichen Statistik in der Gemeinde 615 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze. Von der Wohnbevölkerung standen 1900 Personen in einem versicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis. Damit war die Zahl der Auspendler um 1285 Personen größer als die der Einpendler. 73 Einwohner waren arbeitslos. 2016 gab es 24 landwirtschaftliche Betriebe.
Verkehr Verkehrsanschlüsse Grettstadt liegt jeweils etwa sieben Kilometer von den Anschlussstellen der Autobahn 70 Nr. 8 Gochsheim und Nr. 9 Schonungen entfernt. Es besteht eine Buslinie nach Schweinfurt und nach Gerolzhofen (Linie 220 in Grettstadt, Linie 221 in den Ortsteilen). Die nächstgelegenen Bahnstationen sind Schweinfurt Hauptbahnhof, bzw. der Haltepunkt in Schonungen. Nächstgelegener Verkehrsflughafen ist Nürnberg (100 km). Die Flughäfen Frankfurt und München sind 176 beziehungsweise 263 Kilometer entfernt.
Bahnstrecke Kitzingen-Schweinfurt
Mit dem beginnenden 20. Jahrhundert erhielt Grettstadt einen Anschluss an das bayernweite Eisenbahnnetz. 1893 wurde der Abschnitt Kitzingen-Gerolzhofen der sogenannten Steigerwaldbahn (auch Untere Steigerwaldbahn) fertiggestellt. Die Nebenbahn verband ab 1903 Kitzingen mit dem Schweinfurter Hauptbahnhof und war damit eine der längeren Nebenstrecken in Deutschland. Grettstadt erhielt einen eigenen Bahnhof an der Strecke.
Seit den 1980er-Jahren begann man, den Verkehr auf der Strecke zu reduzieren. Ab 1987 fuhren zwischen Gerolzhofen und Schweinfurt nur noch Personenbusse, der Güterverkehr wurde Mitte 2006 aufgegeben. Seit längerer Zeit gibt es Initiativen zur Reaktivierung des Personenverkehrs auf der stillgelegten Strecke. Anfang 2019 entbrannte ein heftiger, bis heute andauernder Streit über die Ausgestaltung der Wiederinbetriebnahme, der zum Politikum wurde.
Bildung Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 2021): Drei Kindertageseinrichtungen mit 249 genehmigten Plätzen und 215 betreuten Kindern, davon 49 unter drei Jahren eine Grundschule mit acht Klassen, acht Lehrern und 169 Schülern
Weblinks
Gemeinde Grettstadt
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Schweinfurt Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)
Kategorie:Gemarkung im Landkreis Schweinfurt